Schorndorf

Ungewöhnliches Hobby: Schorndorfer züchten Waldziegen

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Ziegen meckern nicht nur_0
Isabell und Philipp Weißert mit einigen ihrer Ziegen auf einer ihrer Wiesen in Haubersbronn. © ZVW/Benjamin Büttner
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Was ist da los? Ziegen sind neugierige Tiere und schauen besonders interessiert in die Kamera. Die Tiere werden meist zwischen 15 und 18 Jahre alt. © Benjamin Büttner

Schorndorf-Haubersbronn. Das Ehepaar Weißert hält zwölf Thüringer Waldziegen. Dank ihrer Tiere haben sie zu Hause immer frischen Ziegenkäse. Wie viel Arbeit die Tiere ihnen machen und wie sie zu dem Hobby kamen, haben die beiden zwischen ihren Ziegen erzählt.

„Mähh“ – die Ziegen beginnen zu meckern, als Isabell und Philipp Weißert in die Nähe ihrer eingezäunten Wiese kommen. Während das Gemecker bei den Menschen einen schlechten Ruf genießt, zeigen die Ziegen damit, dass sie sich freuen, erklärt die 27-jährige Züchterin Isabell Weißert.

Sie und ihr Mann sind gekommen, um Ella, Sina, Sarah, Sissi, Suse, Selly und Carol zu füttern. Neben diesen sieben Ziegen hält das Ehepaar fünf weitere männliche Tiere. Sie sind auf einer anderen Wiese untergebracht. Damit sie im Frühjahr Zicklein bekommen, darf Bock Carol derzeit zu den weiblichen Tieren. Er ist mit seinen großen Hörnern und dem langen Ziegenbart leicht von den Geißen zu unterscheiden. Philipp Weißert rät, von ihm etwas Abstand zu halten, denn dass männliche Tier strahlt einen intensiven Geruch aus, der auch an der Kleidung haften bleibt.

Jeden Morgen und Abend gehen die beiden bei ihren Tieren vorbei

Jeden Morgen und Abend füttern die beiden ihre Tiere mit Kraftfutter, Heu, Obst- und Gemüseresten. Während Isabell und Philipp Weißert über den Speiseplan der Tiere sprechen, knabbern diese an einem Ast auf der Wiese. „Das dient der Beschäftigung der Tiere“, erklärt Philipp Weißert, der als Schreiner arbeitet.

Von April bis Oktober müssen er und seine Frau die Ziegen nicht nur füttern, sondern auch melken. Auf dem Gelände steht ein selbst gebauter Bauwagen. „Jede Ziege hat zum Melken dort ihren eigenen Platz und weiß, wo sie stehen muss“, erklärt der 30-jährige Philipp.

Zu Hause kommt die Ziegenmilch in den Kühlschrank. Alle paar Tage verarbeitet das junge Paar sie weiter. Aus einem Liter Milch bekommen sie rund 100 Gramm Ziegenkäse. Mit Füttern und Melken ist das Ehepaar Weißert jeden Tag rund zwei Stunden beschäftigt, ein zeitintensives Hobby.

Vor sechs Jahren haben die beiden die ersten beiden Kitze gekauft

Doch die Tiere nehmen den beiden auch Arbeit ab. Denn sie fressen das Gras, auf dem sie stehen, das Mähen können sich die beiden deshalb sparen. Damit dienen die Tiere der Landschaftspflege, wie Philipp Weißert erklärt. „Die Ziegen gehen gerne auch an Dornenhecken, die schmecken ihnen besonders“, erzählt er. Während Menschen da ohne Kratzer nicht so leicht wieder rauskämen, seien die Ziegen sehr geschickt darin, durch das dornige Gebüsch zu kommen. Alle sechs Wochen dürfen die Tiere wieder auf ein neues Stück Wiese. Vorneweg läuft dann meist die Ziege Suse, sie ist das Leittier der Gruppe und gleichzeitig eines der ältesten Tiere.

Vor sechs Jahren haben die beiden auf einer Ziegenschau die ersten beiden Kitze gekauft, inzwischen sind es zwölf Tiere an der Zahl. Altenpflegerin Isabell Weißert wuchs auf einem Bauernhof auf. Als sie noch ein kleines Kind war, hielten ihre Eltern unter anderem Schafe und Kühe. Der Umgang mit Tieren sei ihr deshalb nicht unbekannt. So ist es der jungen Frau auch nicht fremd, sich von den Tieren zu verabschieden, wenn diese zum Metzger gebracht werden müssen. Die meisten männlichen Ziegen, die geboren werden, bringt das Paar zum Schlachter. „Das gehört zum Züchten, auch wenn es manchmal ein bisschen schmerzt“, sagt Isabell Weißert.

„Nur sehr wenige junge Menschen gehen der Ziegenzucht nach“

Mit den Ziegen hat das Paar ein für junge Menschen ungewöhnliches Hobby. „Nur sehr wenige junge Menschen gehen der Ziegenzucht nach“, erklärt Günter Schimpf, der Pressesprecher des Ziegenzuchtvereins Edelweiß Rems-Murr. Er vermutet, das habe mit dem großen Zeitaufwand des Hobbys zu tun. Neben dem Ziegen-Verein klagen auch viele Kleintierzuchtvereine über Nachwuchsschwierigkeiten.

Als Züchter müssen die beiden ein Herdenbuch führen, jede Ziege bekommt dort ein eigenes Dokument. „So lässt sich der Stammbaum der Tiere nachvollziehen“, erklärt Isabell, während sie die Ziege Ella am Ohr streichelt. Bock Carol nimmt derweil die Hose von Philipp Weißert unter die Lupe und knabbert an den Hosentaschen, als wolle er die Aufmerksamkeit des jungen Mannes. Der versucht unterdessen immer wieder, den Bock daran zu hindern.

Ziegen sind nicht zickig, aber sie haben ihren eigenen Kopf

„Die Tiere lassen sich gerne streicheln und sind sehr neugierig“, sagt Isabell Weißert. Das gefalle ihr an den Tieren. Entgegen der Vermutung vieler Menschen seien sie außerdem nicht so zickig, wie viele vermuten. Doch ihren eigenen Kopf hätten die Tiere durchaus.

Schorndorf-Haubersbronn. Das Ehepaar Weißert hält zwölf Thüringer Waldziegen. Dank ihrer Tiere haben sie zu Hause immer frischen Ziegenkäse. Wie viel Arbeit die Tiere ihnen machen und wie sie zu dem Hobby kamen, haben die beiden zwischen ihren Ziegen erzählt.

„Mähh“ – die Ziegen beginnen zu meckern, als Isabell und Philipp Weißert in die Nähe ihrer eingezäunten Wiese kommen. Während das Gemecker bei den Menschen einen schlechten Ruf genießt,

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