Schorndorf

Urlaub trotz Energiekrise: Hohe Nachfrage bei Reisebüros in Schorndorf

Reisebüro
In Urlaubsprospekten blättern – das machen derzeit einige. Aber bei Buchungen ist man noch zurückhaltend. © Alexandra Palmizi

Hohe Inflationszahlen, Sorgen um die Energiepreise: Spielen da die Ausgaben in Schorndorf für einen Urlaub eine Rolle? Wie ist das Buchungsverhalten? Wird an den Kosten für Reisen zuletzt gespart? Wir haben uns mal exemplarisch in einigen Reisebüros in Schorndorf umgehört.

„Im Hinblick auf die Energiekrise stellen wir bisher nichts Besonderes fest“, sagt Taylan Karhan vom Reisebüro Kar-Tours. Die Kunden seien „seit einer Weile sowieso recht kurzfristig veranlagt bei den Buchungen“. Somit sei nicht klar ersichtlich, ob diese Zögerlichkeit wegen der Energiekrise herrscht oder nicht. Im Reisebüro Kar-Tours werden vorzugsweise Reisen in die Türkei und rund ums Mittelmeer gebucht. Karhan: „Einige Fernziele sind etwas mehr gefragt, was auch daran liegt, dass diese seit einiger Zeit wieder besser zu buchen sind.“ Für 2023 seien gegen Ende 2022 Buchungen bis hin zu den Sommerferien bei ihm getätigt worden: „Überwiegend jedoch der Zeitraum bis zu den Pfingstferien.“

Am 14. Januar beginnt die Urlaubsmesse CMT

Vom 14. bis 22. Januar findet wieder die weltweit größte Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit – die CMT – statt. Partnerland ist die Mongolei. Zu den weiteren Schwerpunkten gehören die Bundesgartenschau 2023 in Mannheim, die Nationalparkregion Schwarzwald und die Anbieter von Landurlaub in Baden-Württemberg. Wird die Messe für einen möglichen Reiseaufschwung sorgen? Taylan Karhan, der auf der CMT nicht vertreten sein, aber sie besuchen wird, sagt: „Ich würde es nicht als neuen Aufschwung bezeichnen, die Branche ist ja eh wieder gut durchgestartet. Es gibt aber bestimmt Impulse für verschiedene Destinationen oder Reisetrends.“

Der deutsche Touristikkonzern TUI verspürt trotz Energiekrise und hoher Inflation eine wachsende Nachfrage nach Reisen und setzt auf gute Geschäfte im Sommer, so heißt es in einer Pressemitteilung. Man sehe deutlich mehr Frühbucher, so TUI-Deutschlandchef Stefan Baumert: „Die Hälfte der Neubuchungen gehen in den Sommer.“ Die beliebtesten Monate seien derzeit Mai und Juni, die größten Zuwächse zeigten sich in den Ferienmonaten Juli und August. Die wirtschaftliche Lage führe bei Reisenden zu einem erhöhten Sicherheitsbedürfnis. Deshalb seien sogenannte All-inclusive-Angebote gefragt wie nie. Wegen der Energiekrise und der durch die Inflation geschwächten Kaufkraft passten die Urlauber stattdessen eher Ziel oder Dauer an. Die beliebtesten Ziele seien die mit einem hohen Anteil an All-inclusive-Angeboten, insbesondere Ägypten und die Türkei.

Reisebüro Knauss-Reisen: Kurzfristige Buchungen

Im Reisebüro Knauss-Reisen verkaufe man „aktuell eher kurzfristig“, soll heißen bis Ende April. Ute Marx, Geschäftsleitung in Schorndorf, teilt mit: „Die Nachfrage nach Pfingsturlaub und den Sommerferien geht jetzt erst so langsam los, sicher auch wegen der Verunsicherung der finanziellen Belastungen durch die Krisen. Die Veranstalter bieten immer noch die Flex-Optionen an, die wegen Corona eingeführt wurden, somit wären die Kunden zumindest so weit auf der sicheren Seite, um sich den Frühbucherrabatt und die Angebote zu sichern.“ Sollte man sich den Urlaub dann doch nicht leisten können, könne man ja ohne Angabe von Gründen bis 15 Tage vorher (je nach Veranstalter) kostenfrei stornieren. Corona spiele bei der Buchung kaum noch eine Rolle. Die Nachfragen seien wie immer vielfältig, und es „ist jetzt noch nicht abzusehen, wer der Gewinner sein wird“. Auch das Knauss-Reisebüro wird auf der CMT nicht vertreten sein: „Ich glaube nicht, dass es mit der Urlaubsmesse zu einem Reise-Aufschwung kommt. Die allgemeine Stimmung ist einfach zu negativ für alles“, so Marx.

Wie sieht es mit Kreuzfahrten aus? Denn auch diese Branche erlebte mit der Pandemie einen Einbruch. „Die Nachfrage ist schon da, besonders für Norwegen. Aber dennoch hält es sich in Grenzen. Ich denke, dass es auch hier im April/Mai eher losgeht, einfach, wenn die Gäste sehen, wie es kostenmäßig so aussieht“, vermutet Ute Marx.

Hohe Inflationszahlen, Sorgen um die Energiepreise: Spielen da die Ausgaben in Schorndorf für einen Urlaub eine Rolle? Wie ist das Buchungsverhalten? Wird an den Kosten für Reisen zuletzt gespart? Wir haben uns mal exemplarisch in einigen Reisebüros in Schorndorf umgehört.

„Im Hinblick auf die Energiekrise stellen wir bisher nichts Besonderes fest“, sagt Taylan Karhan vom Reisebüro Kar-Tours. Die Kunden seien „seit einer Weile sowieso recht kurzfristig veranlagt bei den Buchungen“.

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