Schorndorf

Volksbank in Schorndorf: Abbruch des maroden Gebäudes verzögert sich monatelang

ex Voba
Der Abbruch des Gebäudes am Unteren Marktplatz 19 verzögert sich. © Gabriel Habermann

Der Bankomat ist abgebaut, die Mieter sind draußen, die Pläne für den Neubau liegen fix und fertig in der Schublade: Eigentlich hätte das marode Gebäude der Volksbank am Unteren Marktplatz 19 längst abgerissen werden und die Bauarbeiten für einen Neubau beginnen sollen. Doch der Bauboom hat der Volksbank offenbar einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wie geht es nun weiter?

Zuerst fand sich nach der Ausschreibung gar kein Unternehmer, der den Rohbau übernehmen wollte, dann gingen bei der Volksbank zwei Angebote ein, die allerdings den Kostenrahmen deutlich gesprengt hätten. „Die Angebote lagen so weit außerhalb unserer Kalkulation, dass wir es nicht verantworten konnten“, erklärt Thomas Rösch, der als Bereichsleiter Facilitymanagement für die Bauvorhaben der Volksbank zuständig ist.

Doch die Zeit drängte, weil das Gebäude aufgrund der Tauben unterm Dach nur außerhalb der Brutzeit abgerissen werden darf. Die Konsequenz: Die Bauarbeiten werden jetzt erst mal bis mindestens Spätherbst verschoben.

Die Herausforderung: Das neue Gebäude muss sich einfügen

Das Haus Nummer 19 am Unteren Marktplatz hat schon bessere Zeiten gesehen. Das Erdgeschoss steht schon länger leer, inzwischen sind auch die Wohnungen darüber verwaist, nachdem die Mieter ausgezogen sind. Neue Bewohner werden auch vorübergehend nicht einziehen. Wegen der guten Lage mitten in der Altstadt will die Volksbank an gleicher Stelle neu bauen.

Entstehen soll wieder eine SB-Filiale mit Bankomaten und ein 100 Quadratmeter großes Geschäft, außerdem fünf Wohnungen auf insgesamt 360 Quadratmetern Wohnfläche in den Obergeschossen. Der Brandschutz und die Gestaltung zwischen den umliegenden Häusern waren eine Herausforderung, aber auch, ein Haus zu bauen, das sich in das alt-ehrwürdige Ensemble am Unteren Marktplatz einfügen wird.

Problem: Während der Brutzeit darf das Gebäude nicht abgerissen werden

Mit der Planung des Neubaus wurde das Winterbacher Architekturbüro Bloss/Keinath beauftragt. Nach Angaben des Planers Andreas Bloss steht das Gebäude nicht unter Denkmalschutz, wohl aber das Marktplatz-Ensemble, weshalb das Baugesuch auch im Gestaltungsbeirat vorgestellt wurde. Im Rahmen der Voruntersuchungen war nach Angaben des Architekten auch geprüft worden, ob das alte Haus Fledermäuse beherbergt.

Das war zwar nicht der Fall, Tauben oder andere Vögel können dort aber durchaus nisten, weshalb während der Brutzeit der Vögel keine Abbrucharbeiten stattfinden können. Angepeilt wurde für den Abbruch ursprünglich der Herbst 2021, der Neubau sollte bis Ende 2022 fertig sein.

Daraus wird nun nichts werden. „Wir stellen das Projekt zurück“, erklärt Thomas Rösch. Eine Abbruchfirma war zwar gefunden, das Gebäude hätte also einigermaßen fristgerecht abgerissen werden können. Doch dann wäre an der Baustelle mangels Rohbau-Unternehmen nichts mehr weitergegangen. „Wir hätten eine leere Baustelle gehabt“, sagt Rösch.

Kein schöner Anblick wäre das am gut besuchten Marktplatz gewesen, weshalb sich die Volksbank entschloss, die Baumaßnahmen zu verschieben. Der nächst mögliche Termin für den Abbruch ist wegen der Vogelbrut-Zeiten Ende Oktober/November. Ob die Angebote bis dahin aber auch kostengünstiger werden?

„Wir haben einen gewissen Kostenrahmen, der genehmigt ist, und wollen deshalb abwarten“, sagt Rösch. „Vielleicht wird sich die Situation ja entspannen.“ Möglich sei es allerdings, dass die Gewerke erneut ausgeschrieben werden müssen – auch die, für die bereits akzeptable Angebote vorliegen. Vergeben wurde bisher keine der Arbeiten. Bis auf weiteres werden die Volksbank-Kunden also weiter den Bankomaten am Eingang des Postturms nutzen müssen.

Dass der Neubau mit der SB-Filiale irgendwann kommt, das ist für die Volksbank im Moment noch eine ausgemachte Sache. „Wir wollen da was realisieren“, versichert Thomas Rösch. Ein Verkauf des Gebäudes sei derzeit nicht geplant. Trotz der Verzögerung gilt: Die Pläne sind fertig, die Volksbank stehe in den Startlöchern.

Der Bankomat ist abgebaut, die Mieter sind draußen, die Pläne für den Neubau liegen fix und fertig in der Schublade: Eigentlich hätte das marode Gebäude der Volksbank am Unteren Marktplatz 19 längst abgerissen werden und die Bauarbeiten für einen Neubau beginnen sollen. Doch der Bauboom hat der Volksbank offenbar einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wie geht es nun weiter?

Zuerst fand sich nach der Ausschreibung gar kein Unternehmer, der den Rohbau übernehmen wollte, dann gingen

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