Schorndorf

Von Regro zu Riani: Birgit Schwarz ist Verkäuferin aus Passion

Verkäuferin Birgit Schwarz
Birgit Schwarz ist seit mehr als 42 Jahren mit Freude in ihrem Beruf. © Alexandra Palmizi

Bei ihr haben vermutlich schon die meisten Schorndorferinnen ein T-Shirt, eine Jeans oder einen Mantel gekauft und sich bestens beraten gefühlt: 42 Jahre lang hat Birgit Schwarz im Modegeschäft Regro gearbeitet, bis im Zuge der Corona-Krise das Aus von Regro kam. Ihren Job als Modeverkäuferin hat sie trotzdem nicht an den Nagel gehängt: Seit 1. Dezember ist die 60-Jährige, die so gerne schöne Dinge wie Mode und Schuhe verkauft, bei Riani in der Höllgasse zu finden. „Für diesen Job muss man brennen“, sagt sie. Sie selbst hat das immer getan, obwohl sie einmal was ganz anderes machen wollte.

Ohne eine Lehre in den Traumberuf gerutscht

An diesem Vormittag treffen wir Birgit Schwarz dort, wo es ihr besonders gut gefällt: zwischen schönen Kleidern, weichen Pullovern und ausgefallenen Mänteln im Riani-Store. Dass sie mit Mode gerne umgeht, ist der jung gebliebenen Frau mit dem modischen Kurzhaarschnitt sofort anzusehen. „Eigentlich wollte ich ja Erzieherin werden“, erzählt sie lachend. Ein Vorpraktikum habe sie absolviert, dann aber gemerkt, dass der Beruf nicht das Richtige für sie war. „Ich wollte was anderes machen und hab mich bei Regro beworben“, erzählt sie. 1979 fing sie in der Gmünder Straße im Verkauf an, ohne eine Lehre gemacht zu haben. Doch es passte. Und zwar so gut, dass Birgit Schwarz fünf Jahre später erfolgreich eine Ausbildungseignungsprüfung ablegte. Fortan durfte sie nicht nur im Verkauf arbeiten, das Büro managen und die Waren einkaufen, sondern auch Azubis als Verkäuferin und Kauffrau im Einzelhandel ausbilden.

Freundlichkeit und Interesse an den Menschen sind Voraussetzungen

Dass die Berufsbezeichnung Verkäuferin heute etwas aus der Zeit gefallen klingt, weiß Birgit Schwarz genau: „Der Beruf hat viele Namen“, sagt sie vergnügt. Sie selbst hat allerdings kein Problem mit der Berufsbezeichnung Verkäuferin – und was einer oder eine für diesen Beruf mitbringen sollte, weiß wohl kaum einer besser als sie. Freundlichkeit und Interesse für die Menschen zum Beispiel, den anderen mit wachen Augen wahrnehmen und die Fähigkeit, auf andere zugehen zu können. Was aber, wenn eine Kundin schwierig ist? „Das Beste ist dann, besonders freundlich zu sein“, rät Birgit Schwarz aus weiser Erfahrung.

Ein Unfall zwang sie zu einer längeren Pause

All das hat sie in den vergangenen 42 Jahren selbst beherzigt. Zuerst bei Regro, der damals noch in der Gmünder Straße logierte, später in der Schulstraße, dann in der Arnoldgalerie: „Sie war die Seele des Geschäfts“, attestiert Reiner Regerbis seiner ehemaligen Mitarbeiterin. Diese war im vergangenen Sommer im Geschäft wegen eines Unfalls ausgefallen, noch bevor die Schließung von Regro beschlossen war. An einem schönen Samstagabend war sie vom Fahrrad gestürzt und hatte sich dabei unglücklich den Arm gebrochen. Der Arm musste operiert werden, für sie bedeutete es, sechs Wochen still halten zu müssen. Eigentlich hatte Reiner Regerbis geplant, über den August zu schließen und Anfang September wieder zu eröffnen. Doch es gab Komplikationen bei der Genesung: Erst Ende Oktober kam Birgit Schwarz aus der Reha zurück – da hatte Reiner Regerbis schweren Herzens beschlossen, dass er nicht mehr aufmachen würde.

Schwere Zeiten für den Einzelhandel

„Die Zeiten sind schwer für Einzelhändler“, weiß Birgit Schwarz. Auch deshalb stand es für sie nicht zur Debatte, das Geschäft in der Arnoldgalerie zu übernehmen, wie es ihr Reiner Regerbis vorgeschlagen hatte. „Ich bin kein Mensch, der sich selbstständig machen will“, erklärt sie. Dazu habe sie zu viel Angst zu scheitern. Mit Herzblut sei sie bei Regro gewesen, habe aber schon als Angestellte schlecht geschlafen, wenn die Geschäfte mal nicht so gut liefen. Ein eigenes Geschäft: „Das wäre nichts für mich gewesen.“

Stattdessen kam zur rechten Zeit der Anruf ihres neuen Arbeitgebers: Riani-Chef Jürgen Buckenmaier meldete sich und fragte, ob sie das Riani-Team unterstützen wolle. Sie wollte – und ist heute glücklich damit. Im Team mit Store-Managerin Carmen Kölbel fühlt sie sich  wohl. Zwei der Azubis, die sie selbst ausgebildet hat, sind heute ebenfalls bei Riani.

In ihrer Freizeit singt sie im Chor

Nach 42 Jahren im Einzelhandel kennt sie in Schorndorf unzählige Kundinnen und Kunden, und das gefällt ihr. Geblieben sind Birgit Schwarz, die in Steinenberg wohnt und mit viel Freude im Chor singt, natürlich auch die Freude an schöner Mode und der Spaß an der Beratung: „Es ist mein Traumberuf“, sagt sie. „Sonst hätte ich es nicht so lange gemacht.“

Bei ihr haben vermutlich schon die meisten Schorndorferinnen ein T-Shirt, eine Jeans oder einen Mantel gekauft und sich bestens beraten gefühlt: 42 Jahre lang hat Birgit Schwarz im Modegeschäft Regro gearbeitet, bis im Zuge der Corona-Krise das Aus von Regro kam. Ihren Job als Modeverkäuferin hat sie trotzdem nicht an den Nagel gehängt: Seit 1. Dezember ist die 60-Jährige, die so gerne schöne Dinge wie Mode und Schuhe verkauft, bei Riani in der Höllgasse zu finden. „Für diesen Job muss man

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