Schorndorf

Vorsicht, Hundehalter: Staupe grassiert

TITEL 4Sp Hochwasser Talaue Waiblingen
Symbolbild. © Karolin Wratil (Online-Praktikant)

Waiblingen/Schorndorf. Die Krankheit endet oftmals tödlich. In den vergangenen Monaten wurden im Rems-Murr-Kreis wieder verstärkt verendete Tiere gefunden, die mit dem Staupe-Virus infiziert waren. Vor allem Füchse waren betroffen, aber auch ein Waschbär und ein Marder. Das Landratsamt warnt deshalb nun Hundehalter, denn die Staupe ist hochansteckend.

An ihr erkranken können Hunde, Waschbären, Frettchen, Marder, Dachse, Iltisse, Wiesel, Fischotter und Wölfe. Das Virus wird durch eine Tröpfcheninfektion oder direkten Kontakt zu erkrankten Tieren übertragen. Dabei sind besonders junge Hunde empfänglich.

Symptome der Krankheit

Die Krankheit äußert sich schließlich durch Fieber, Appetitlosigkeit und damit verbundene Abmagerung, Husten, Durchfall, Lähmungen und Krämpfe. Dabei führt die Krankheit in den meisten Fällen zum Tod. Tiere, die die Staupe überleben, tragen Spätfolgen davon. Dazu gehören Schäden am Verdauungsapparat, Herz- und Lungenschäden, Schädigung der Augen sowie das sogenannte Staupegebiss.

Dieses kann bei Staupeerkrankungen im Welpenalter entstehen. Durch hohes, länger als einen Tag anhaltendes Fieber werden die Zahnanlagen geschädigt.

„Gegen die Staupe hilft nur Impfen“, sagt Annemarie Werner vom Tierschutzverein Waiblingen. Jeder Hundebesitzer sollte sein Tier ausreichend grundimmunisieren lassen. Wichtig ist ebenfalls die Wiederholungsimpfung.

Für Menschen und Katzen ist das Virus ungefährlich

„Diese sollte jedes Jahr aufgefrischt werden“, empfiehlt Dr. Markus Currle, Tierarzt in Waiblingen. Besonders gefährdet seien Haushunde und Jagdhunde bei Kontakt zu Füchsen. Wer jedoch eine Erkrankung bei dem eigenen Tier befürchte, solle unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. „Eine Notimpfung gibt es nicht, dafür ein Heilserum“, so Currle weiter. Trotzdem sei eine Heilung nicht garantiert, deshalb die Impfung.

Letztlich lassen sich nur Symptome behandeln. Eine Therapie kann dementsprechend aus fiebersenkenden Mitteln und genereller Behandlung des Durchfalls, Erbrechens, Hustens bestehen. Abgesehen davon können Antibiotika verabreicht werden, um bakterielle Sekundärinfektionen zu verhindern.

Wer nun einen toten Fuchs findet, sollte die Gemeindeverwaltung informieren, außerhalb der Bebauung den Jagdpächter, Hunde bei Spaziergängen eher an der Kurzleine tragen. Doch Hunde- und Katzenbesitzer können sich auch entspannen, für Menschen und Katzen ist das Virus ungefährlich.


Masern und Staupe

Impft man Hunde gegen Masern, sind sie vor einer Infektion mit dem Staupevirus geschützt. Menschen, die gegen Masern geimpft wurden oder Masern hatten, sind gegen Staupeviren immun. Tatsächlich ist aber noch kein Fall der Ansteckung eines Menschen bekannt. Quelle: Uni Würzburg