Schorndorf

Warum sich der Weltenbummler Robin Bellmann auf einer Reise nach Nepal ins Remstal verliebt hat

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Robin Bellmann
Robin Bellmann ist als Lehrer am Bildungszentrum in Weissach im Tal tätig. © Palmizi
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Robin Bellmann
Eine seiner Touren führte den Haubersbronner durch den Oman. © Robin Bellmann

Per Anhalter durch den Nahen Osten, mit dem Motorboot auf dem Karibischen Meer oder mit dem Fahrrad durch Frankreich. Die Heimat für einige Zeit hinter sich lassen und die weite Welt bereisen, ist der Traum vieler Menschen. Robin Bellmann aus Haubersbronn hat das Reisen zu seinem Lebensinhalt gemacht. Der Weltenbummler, der gleichzeitig begeisterter Hobbyfotograf ist, hält alle seine Trips mit der Kamera fest und hat einen eigenen Reiseblog. Für ihn steht dabei immer das Abenteuer im Vordergrund. Auf Luxus hingegen verzichtet der Lehrer gerne. Er berichtet von faszinierenden Begegnungen und erklärt, warum er sich auf seiner bislang längsten Reise ausgerechnet in das heimische Remstal verliebt hat.

Rucksack und Zelt, statt Hotel und Strandbar

Seine Leidenschaft, zu verreisen, erzählt Robin Bellmann, hat gleichzeitig mit der, zu fotografieren begonnen. 2012 besuchte er mit seiner Familie seinen Onkel auf den Azoren. Dort habe er ständig eine kleine Digitalkamera in den Händen gehabt und viele Bilder gemacht. Kurz darauf hat er sich dann seine erste eigene Kamera zugelegt. „Als die dann auch nicht mehr gereicht hat, ist es eine Spiegelreflexkamera geworden“, erzählt er. Zunächst fotografierte er dann für das Oskar-Frech-Seebad, bei dem er damals in Vollzeit angestellt war und noch heute in Teilzeit aushilft. Mit dem ersten ersparten Geld verwirklichte er sich dann einen Traum und flog nach Kuba. „Da hat meine Reise-Sucht angefangen“, sagt er rückblickend. Seitdem tourt er, gemeinsam mit seinem Freund Tim Schneider aus Plüderhausen um die ganze Welt. Den hat er als Kollegen im Oskar-Frech-Seebad kennengelernt. „Ich habe ihn nach meiner Kuba-Reise einfach mal am Beckenrand gefragt, ob er auf die nächste mitwill“, sagt Robin Bellmann. Dabei waren die beiden vor ihrer ersten gemeinsamen Reise nicht einmal eng befreundet und lernten sich erst unterwegs richtig kennen. Mittlerweile sei Tim Schneider sein Reisepartner für „eingemachte Reisen“, sagt der 28-Jährige. Damit meint er Trips, die wenig mit dem klassischen Verständnis von Urlaub zu tun haben: Nur mit dem Rucksack auf dem Rücken und mit Wildcamping im Zelt. Ihre Erlebnisse hält Robin Bellmann auf seinem Blog www.robingrafie.de fest.

Seine schönste Reise führte durch den Iran

2019 traten die beiden Freunde ihre bislang längste Reise an. Unter dem Namen „Expedition Humanity“ sammelten sie im Vorfeld der Reise Spenden und hatten ein großes Ziel vor Augen: die Waisenhäuser des Vereins „Haus der Hoffnung – Hilfe für Nepal“ in Kathmandu. Los ging es über den Landweg in einem Ford Transit aus dem Jahre 1991. Der Weg führte durch Osteuropa bis nach Georgien. Dort mussten die beiden Reisenden ihr Fahrzeug verkaufen. Denn aufgrund der damaligen US-Sanktionen gegen den Iran, durch den die nächste Etappe führte, durften keine Autos amerikanischer Hersteller eingeführt werden.

Also ging es per Anhalter durch die islamische Republik. Ein Land, das in unseren Gefilden nicht den besten Ruf genießt. Für Robin Bellmann war es aber die spannendste Kultur, die er bislang erlebt hat. Die Menschen dort seien unglaublich gastfreundlich und nett, berichtet er. An ihrem ersten Reisetag wurden sie beispielsweise von einem wildfremden, alten Mann mit einer Umarmung willkommen geheißen. „Vor allem die jungen Menschen dort sind total weltoffen, wie wir Europäer. Aber ihre Regierung verbietet ihnen alles“, sagt Robin Bellmann. Das krasse Gegenteil habe er kurz darauf in Indien erlebt. Einige Leute haben versucht, den 28-Jährigen um sein Geld zu bringen. Die große Armut auf den Straßen mit anzusehen, war sehr schwer, sagt er. Am Ende der siebenmonatigen Reise konnten sie das Spendengeld in Nepal übergeben.

Doch was macht eine so lange Reise ohne festen Schlafplatz und fließendes Wasser aus? „Für mich ist das die authentischste Art, ein Land kennenzulernen“, sagt Robin Bellmann. Denn wenn man mit wenig Geld und nur dem nötigsten Gepäck unterwegs ist, sei man gezwungen ganz anders auf fremde Menschen zuzugehen. Er berichtet auch, dass ihm diese Reisen einen ganz anderen Blick auf seine Heimat ermöglicht haben. Die Landschaft und die gute Luft in Deutschland lerne man auf diesem Weg erst richtig schätzen. „Auf meiner Reise habe ich mich in das Remstal verliebt“, sagt Robin Bellmann mit einem Lächeln.

In der Corona-Zeit beschränkte sich der Hobbyfotograf auf Reisen innerhalb Süddeutschlands. Altbekannte Orte und unbekannte Sehenswürdigkeiten führten ihn auf zahlreiche Touren durch das Remstal, über die Schwäbische Alb, bis in die Alpengegend. Natürlich war auch dort immer die Kamera mit dabei. Diese Bilder stellt er ab dem 29. Juli in der Stadtbücherei in Waiblingen unter dem Namen „Südblick“ aus. Sein nächstes Reiseziel könnte Neuseeland werden. Jedoch nur, wenn er mehrere Monate dafür einplanen kann. „Kurze Reisen lohnen sich nämlich gar nicht.“

Per Anhalter durch den Nahen Osten, mit dem Motorboot auf dem Karibischen Meer oder mit dem Fahrrad durch Frankreich. Die Heimat für einige Zeit hinter sich lassen und die weite Welt bereisen, ist der Traum vieler Menschen. Robin Bellmann aus Haubersbronn hat das Reisen zu seinem Lebensinhalt gemacht. Der Weltenbummler, der gleichzeitig begeisterter Hobbyfotograf ist, hält alle seine Trips mit der Kamera fest und hat einen eigenen Reiseblog. Für ihn steht dabei immer das Abenteuer im

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