Schorndorf

Was macht eigentlich der Winterdienst ohne Schnee?

schorndorf Winterdienst durch die Zentralen Dienste, das ich für eine Extrageschichte über den geänderten Räum- und Streudienst
Die Männer der Zentralen Dienste stehen in den Startlöchern: Schneit’s am Wochenende tatsächlich, steht endlich Winterdienst auf den Arbeitsplänen. © Archiv / ZVW

Schorndorf. Mit dem Winter hatten die Zentralen Dienste bisher nicht viel zu schaffen. Statt Schneeräumen stand Gehölzpflege auf den Arbeitsplänen. Doch die Kaltluft ist im Anmarsch: Spätestens zum Wochenende soll’s schneien. Und darauf, sagt Jürgen Weger als Leiter der Zentralen Dienste, „sind wir gut vorbereitet“.

Damit Eis und Schnee den Verkehr auf den Straßen nicht nachhaltig behindern, sind bei den Zentralen Diensten gut 60 Mitarbeiter im Schichtbetrieb im Einsatz – mit sechs großen Räum- und Streufahrzeugen sowie mit neun Schmalspurfahrzeugen. Und die räumen zunächst die ortsdurchquerenden Landes- und Kreisstraßen, die Strecken des öffentlichen Personennahverkehrs, die Zufahrten zum Krankenhaus und die wichtigen Haupt- und Durchgangsstraßen. Anschließend sind die Wohnsammelstraßen und verkehrswichtige Straßen mit starkem Gefälle an der Reihe. Oberste Priorität, informieren die Zentralen Dienste, „haben auch die fußläufigen Bereiche am Omnibusbahnhof, an Bahnhöfen, Fußgängerzone und -überwegen“.

Damit freilich hatte der Winterdienst in diesem Jahr noch kaum zu tun. Nachdem es Ende November ein bisschen geflöckelt hat, waren bisher eher Herbstarbeiten angesagt. Doch da es bei den Zentralen Diensten keine Mitarbeiter gibt, die speziell für den Winterdienst zuständig sind, hat die ausbleibende Kälte nicht zu massenhaftem Däumchendrehen geführt. Im Gegenteil: Zu tun gibt es für Wegers Männer immer. Zum Beispiel in der Gehölzpflege, die je nach Witterung, gemacht oder auch mal ein Jahr vernachlässigt werden kann. Das Gleiche gilt – wenn auch noch der Frost ausbleibt – für die Ausbesserung von Feldwegen.

Auch die 180 Tonnen Salz im Silo und die 400 Tonnen, die im Lager auf ihren Einsatz warten, sind für Jürgen Weger kein Problem: „Salz verdirbt nicht.“ Und nachdem’s in den Vorjahren schon manches Mal eng war, haben die Zentralen Dienste auch lieber ein bisschen mehr Salz auf Lager, als unbedingt notwendig ist.

Damit Eis und Schnee Schorndorf – auch in den Höhenlagen – nicht kalt erwischen, gibt es in Wegers Trupp auch einen Kontrolldienst. Und auf den Winterdienst vorbereitet sein sollten nicht zuletzt die Bürgerinnen und Bürger: Schließlich sind sie für das Räumen und Streuen der Gehwege zuständig, die ihre Grundstücke umgeben. Zu diesen Gehwegflächen zählen auch Treppen oder die seitlichen Flächen am Rand einer Fahrbahn ohne baulichen Gehweg. Die Gehwegflächen, informieren die Zentralen Dienste, sollten so geräumt und gestreut werden, dass zwei Fußgänger gefahrlos aneinander vorbeigehen können. Die Mindestbreite beträgt also 1,50 Meter.

Räum- und Streupflicht

Und ausschlafen ist bei Schnee und Eis auch nicht drin: Werktags muss bis 7 Uhr in der Früh geräumt und gestreut sein, samstags bis 8 Uhr und sonntags bis 9 Uhr. Bei anhaltendem Schneefall oder Glätte sind Hauseigentümer verpflichtet, in angemessenen Zeitabständen, erneut zu räumen und zu streuen – oder diese Aufgabe auf ihre Mieter zu übertragen. Und zwar bis 20 Uhr, erst dann endet nämlich die Streupflicht.

Die Zentralen Dienste geben auch Tipps, mit welchem Material am besten gestreut wird: Um die Umwelt nicht unnötig mit Salz zu belasten, wird am besten Splitt, Sand oder Granulat auf den Gehwegen verteilt. Nur auf Gefällstrecken, Treppen, Rampen und bei Eisregen sollten härtere Mittel zum Einsatz kommen.