Meinung

Was Sie vor dem OB-Wahl-Finale in Schorndorf wissen sollten

OB-Wahl Schorndorf Kandidaten Zweiter Wahlgang Collage
Von links Markus Reiners, Bernd Hornikel, Andreas Schneider, Horst Zwipp und Brigitte Aldinger. © Montage Joachim Mogck

Am 3. September hat der Kampf um das Amt des Schorndorfer Oberbürgermeisters mit der Ausschreibung offiziell begonnen – an diesem Sonntag findet das große Finale statt. Zur Wahl stehen noch Markus Reiners, der nach dem ersten Wahlgang mit 26,3 Prozent (3568 Stimmen) knapp vorn gelegen hatte, außerdem Bernd Hornikel, auf den 25,6 Prozent der Stimmen entfallen waren (3467 Stimmen), Andreas Schneider, der 24,6 Prozent (3343 Stimmen) auf sich vereinigen konnte, außerdem Horst Zwipp, der auf 5,5 Prozent (742 Stimmen) und Brigitte Aldinger, die auf 3,5 Prozent (477 Stimmen) gekommen war. Anders als im ersten Wahlgang, reicht im zweiten Wahlgang eine einfache Mehrheit. Das bedeutet: Einer von ihnen wird am Sonntag die Wahl für sich entscheiden und für die kommenden acht Jahre ins Rathaus einziehen.

Sechs Männer und zwei Frauen zwischen 32 und 66 Jahren: Bunt war das Bewerberfeld, überraschend harmonisch, fast wie eine altersgemischte Ausflugsgruppe, hatten die Kandidaten zu Beginn des Wahlkampfs bisweilen gewirkt. Da holte Horst Zwipp schon mal für den Rest der „Mannschaft“ Proviant an der Tankstelle. Die Stimmung war gut. Viele duzten sich freundschaftlich. Und bei Statements in öffentlichen Runden gab’s Beifall von den Mitbewerbern. Das hat sich nach dem ersten Wahlgang geändert. Bernd Hornikel, Markus Reiners und Andreas Schneider bemühten sich, ihr Profil zu schärfen und sich von den Gegnern abzugrenzen. Das war zu erwarten, und es war gut für den Wahlkampf. Weniger gut kamen manche Aktionen der Unterstützergruppen an: Unbekannte rissen die Wahlplakate von Horst Zwipp, Bernd Hornikel und Markus Reiners runter. Der Sachschaden war groß, die Stimmung wurde frostiger. Es folgten Strafanzeigen gegen unbekannt.

Der Ton auf Facebook wird giftiger

Zunehmend giftig wurde aber auch der Ton auf Facebook und in den Leserbriefen. Einer der Höhepunkte dabei war in dieser Woche wohl ein Post in der Facebook-Gruppe „Du weißt, dass du aus Schorndorf bist, wenn ...“, in dem Markus Reiners attackiert wurde. Der 57-jährige CDU-Stadtrat aus Stuttgart wird darin unter anderem als Mensch bezeichnet, „der mit Gewalt an die Macht“ wolle. Der Post war nur wenige Stunden über Nacht öffentlich, bevor er von Gruppenadministrator Jürgen Dobler gelöscht wurde. Dieser macht keinen Hehl draus, dass er Bernd Hornikel unterstützt. Vorwürfe, mittels Facebook in den Wahlkampf einzugreifen, Posts zu steuern oder zu zensieren, weist er allerdings scharf zurück. In der privaten Gruppe seien Diskussionen zur Oberbürgermeister-Wahl in jeder Richtung erlaubt, solange sie den Gruppenregeln entsprechen und nicht unter die Gürtellinie zielen. „Das war Rufmord an Reiners und ein klarer Verstoß gegen die Gruppenregeln“, urteilte Jürgen Dobler nach dem Post.

Der Urheber meldete sich zu Wort

Der Urheber selbst meldete sich wenige Stunden später bei den Schorndorfer Nachrichten, um mitzuteilen, dass der Text allein auf seinem „Mist gewachsen“ sei. Die Gruppe habe damit nichts zu tun und schon gar nicht Bernd Hornikel. Das glaubt im Übrigen auch Markus Reiners, der seinem Mitbewerber deshalb auch nichts vorwirft. Anders als Andreas Schneider halten sich Reiners und Hornikel aus derartigen Diskussionen raus. Hornikel formulierte das im Falle des gelöschten Posts folgendermaßen: „Ich habe nichts gestreut und nichts lanciert.“ Dazu habe er keinerlei Grund. „Ich halte nichts von dem Facebook-Dreck.“ Und: „Es regt mich total auf.“

Im Sommer hatte CDU-Fraktionschef Hermann Beutel bei der Planung der OB-Wahl noch befürchtet, die Zeit zwischen Ausschreibung und Wahl könnte zu knapp sein. Neun Wochen Wahlkampf seien ausreichend, hatte dagegen der scheidende OB und erfahrene Wahlkämpfer Matthias Klopfer angemerkt. Klopfer hatte recht. Besser wird der Wahlkampf wohl nicht mehr werden. Es ist Zeit fürs Finale.

Wer bei der Verkündung des Ergebnisses dabei sein will: Das vorläufige Wahlergebnis wird am Sonntag, 28. November, ab 18 Uhr in der Aula des Burg-Gymnasiums, Hinter der Burg 6,, bekanntgegeben. Wer dabei sein will, muss sich vorher anmelden auf dem Anmeldeformular auf der städtischen Webseite www.schorndorf.de/ob-wahl. Zudem muss er vor Ort einen 2G-Nachweis (geimpft oder genesen) vorlegen und eine FFP2-Maske tragen. Zusätzlich zum 2G-Nachweis empfiehlt die Stadt vor dem Besuch der Veranstaltung allen Personen, sich bei einer Teststation testen zu lassen.

Der ZVW berichtet live

Über die Ergebnisse wird der Zeitungsverlag Waiblingen in einem Liveblog am Sonntagabend laufend informieren (www.zvw.de/wahlschorndorf). Außerdem werden Chefredakteur Frank Nipkau und Liviana Jansen im ZVW-Wahlstudio Zwischenergebnisse präsentieren, Hintergründe beleuchten und Interviews zum Wahlgeschehen führen, abrufbar unter www.zvw.de/schorndorflive.

Am 3. September hat der Kampf um das Amt des Schorndorfer Oberbürgermeisters mit der Ausschreibung offiziell begonnen – an diesem Sonntag findet das große Finale statt. Zur Wahl stehen noch Markus Reiners, der nach dem ersten Wahlgang mit 26,3 Prozent (3568 Stimmen) knapp vorn gelegen hatte, außerdem Bernd Hornikel, auf den 25,6 Prozent der Stimmen entfallen waren (3467 Stimmen), Andreas Schneider, der 24,6 Prozent (3343 Stimmen) auf sich vereinigen konnte, außerdem Horst Zwipp, der auf 5,5

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