Schorndorf

Wer räumt eigentlich die vielen Pferdeäpfel weg?

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Gar kein seltener Anblick: Pferdeäpfel mitten auf dem Grüß-Gott-Weg. © Barbara Pienek

Pferdeäpfel-Slalom auf dem Grüß-Gott-Weg zwischen Schorndorf und Weiler: Wenn in Corona-Zeiten kaum mehr was geht und im Lockdown Spaziergänge zur bevorzugten Freizeitbeschäftigung werden, fallen plötzlich auch die vielen Haufen auf, die Pferde auf den Wald- und Wirtschaftswegen hinterlassen. Für Gassigeher gibt es an der Ecke Johannes-/Gluckstraße Tütenspender für Hundekot. Doch was ist mit den Reitern?

Die haben, sagt Jörn Rieg, kommissarischer Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung, „grundsätzlich darauf zu achten, dass Straßen bei den Ausritten nicht verschmutzt beziehungsweise die Hinterlassenschaften der Pferde zügig selbstständig entfernt werden“. Passiert das nicht und werden Pferdehalter namentlich benannt, „werden wir entsprechende Ordnungswidrigkeitenverfahren einleiten“.

Weniger Toleranz für stinkende Hundehaufen

Einzelne Beschwerden gab es in der Vergangenheit immer mal wieder, bestätigt Rieg, gleichzeitig hat er aber den Eindruck, dass Pferdeäpfel von Spaziergängern und Radfahrern auf den Wegen eher akzeptiert werden als stinkende Hundehaufen. Darum gibt es für Hundebesitzer auch nicht nur an vielen Spazierwegen Tütenspender, die Stadt hat obendrein ein Faltblatt mit „Tipps für umweltbewusste Hundehalter“ herausgebracht, das auch darüber informiert, dass diese nach Paragraf 13 der polizeilichen Umweltschutzverordnung der Stadt Schorndorf dafür zu sorgen haben, dass die auf Straßen oder Gehwegen, in Grün- und Erholungsanlagen oder auf fremden Grundstücken verrichtete Notdurft unverzüglich ordnungsgemäß beseitigt wird. Wer das ignoriert und einfach weitergeht, muss mit einer Geldbuße in Höhe von bis zu 100 Euro rechnen.

Schließlich birgt Hundekot, darauf weist der Flyer ebenfalls hin, „Gefahren für Landwirtschaft, Ernährung und Hygiene“. Werden Wiesen und Äcker, auf denen ja auch Tierfutter wächst, als Hundeklo missbraucht, können Landwirte die strengen hygienerechtlichen Vorschriften der EU für die Lebensmittelgewinnung nicht mehr erfüllen. Da laut Flyer mindestens 20 Prozent aller Hunde Spülwürmer haben, ist ihr Kot Infektionsquelle für Krankheiten bei Mensch und Tier. Pferde, bestätigt auch Monika Klemens vom gleichnamigen Reiterhof im Schölleräcker, können Koliken bekommen und sogar sterben, wenn sie Heu und Gras fressen, in dem Gassigeher ihre Hunde nicht nur absitzen lassen, sondern auch noch die Hundekotbeutel entsorgen.

Pferdeäpfel: Beliebter Dünger für Gemüse- und Rosenbeete

Und obwohl klar ist, dass auch Pferdehaufen kein schöner Anblick sind und die Reiterinnen und Reiter auch durchaus bemüht sind, Pferdeäpfel rund um den Reiterhof und bei Ausritten auf den umliegenden Wegen bis nach Winterbach wegzuräumen, mit stinkendem Hundekot sind sie aus Monika Klemens Sicht nicht zu vergleichen. Viele Gartenbesitzer, erzählt sie, kommen sogar extra mit dem Hänger zum Reiterhof gefahren, um sich die Pferdeäpfel als Dünger für ihre Gemüse- und Rosenbeete abzuholen. Besonders begehrt scheint dabei der Pferdemist direkt von der Koppel zu sein: „Der ist noch besser“, weiß Monika Klemens.

Beliebt bei Kleingärtnern sind auch die Pferdeäpfel des Landwirtschaftsbetriebs Schall in der Weilermer Schützenstraße. Auch dort sind die Reiter angehalten, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere zur Seite zu räumen. Doch Pferde sind sensible Tiere und darum, sagt Elke Schall, sei es einfach nicht immer möglich, mitten im Ritt anzuhalten, abzusteigen und die Rossbollen beiseite zu räumen. Auch Windeln, wie sie Fiaker-Pferde in Wien tragen, sind aus ihrer Sicht keine Lösung: „Das lässt nicht jedes Pferd mit sich machen.“

Bemüht, die Anzahl der Pferdeäpfel auf dem Grüß-Gott-Weg und den Waldwegen bis hoch zum Buiters gering zu halten, sind auch die Mitglieder des Reit- und Fahrvereins. Obwohl dort selten Beschwerden wegen der unschönen Haufen auf den Wegen ankommen, halten’s die Reiterinnen und Reiter in der Regel so, dass sie ihre Tiere an den Wegrand führen, wenn klar ist, dass sie äpfeln. Allerdings gebe es eben auch Pferde, die ihr Geschäft unbemerkt im Gehen erledigen, gibt Vereinsvorsitzende Sigrid Lamp zu bedenken. Für alle Fälle aber eine Schaufel auf den Ausritt mitzunehmen, das hält sie für völlig unpraktikabel. Da es sich bei Pferden aber um Vegetarier handelt, sind ihre Hinterlassenschaften aus Lamps Sicht nicht mit stinkenden Hundehaufen zu vergleichen: „Pferdeäpfel riechen nicht, zerfallen schnell und dienen ja auch als Dünger.“ Von den 40 Pferden, die im Vereinsstall eingestellt sind, geht gut die Hälfte ins Gelände. Einzig die Gehwege an der Lortzingstraße, erzählt Lamp, dürfen Reiter und Pferde nicht benutzen. Stattdessen müssen sie dort auf die Straße ausweichen – ein „nicht ungefährlicher“ Umweg.

Pferdeäpfel-Slalom auf dem Grüß-Gott-Weg zwischen Schorndorf und Weiler: Wenn in Corona-Zeiten kaum mehr was geht und im Lockdown Spaziergänge zur bevorzugten Freizeitbeschäftigung werden, fallen plötzlich auch die vielen Haufen auf, die Pferde auf den Wald- und Wirtschaftswegen hinterlassen. Für Gassigeher gibt es an der Ecke Johannes-/Gluckstraße Tütenspender für Hundekot. Doch was ist mit den Reitern?

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