Schorndorf

Wie die evangelische Kirche in Schorndorf Senioren für Ehrenamt begeistern will

Kirchensenioren
Monica Lindenberg-Kaiser (links) und Isabel Munk wollen Seniorinnen und Senioren für ehrenamtliche Tätigkeiten begeistern. © Gaby Schneider

Lange Zeit lief die Arbeit mit Seniorinnen und Senioren in den Kirchen eher nebenbei mit. Viel mehr als Vorträge und Kaffeekränzchen am Nachmittag war für die Ältesten in den Gemeinden früher oft nicht geboten. Doch das soll sich ändern: Im evangelischen Kirchenbezirk Schorndorf gibt es seit vergangenem Herbst den Bezirksarbeitskreis Senior/-innen um Diakonin Isabel Munk und fünf weitere ehrenamtliche Mitglieder. Die Gruppe will Seniorinnen und Senioren abholen, vernetzen und fürs Ehrenamt begeistern.

„Senioren sind größte Gruppe in Kirche“

Der Arbeitsschwerpunkt von Diakonin Isabel Munk liegt auf der Vernetzung der Seniorenarbeit im Kirchenbezirk sowie der Seniorenarbeit in der evangelischen Gesamtkirchengemeinde. Während der Corona-Pandemie hat sie die Gründung des Bezirksarbeitskreises Senior/-innen, der dem Dachverband „Lages“ (Lebensalter Gestalten) untersteht, vorangetrieben.

Der Satzung und Konzeption stimmte dann im Oktober die Bezirkssynode zu und setzte die sechs Mitglieder in ihr Amt ein. „Wir haben uns bemüht, aus jeder Ecke des Kirchenbezirks jemanden zu haben“, berichtet Isabel Munk. Die Mitglieder kommen nämlich nicht nur aus Schorndorf, sondern auch aus Remshalden, Miedelsbach und Kaisersbach. Nun hat der Bezirksarbeitskreis endlich sein erstes Jahresprogramm auf den Weg gebracht.

„Senioren sind die größte Gruppe in der Kirche“, sagt Monica Lindenberg-Kaiser, Mitglied des Arbeitskreises. Es sei nicht damit getan, sie einmal in der Woche zu Kaffee und Kuchen einzuladen. „Sie haben heute andere Ansprüche.“ Denn heutzutage, das bestätigt auch Isabel Munk, sind Menschen im Ruhestand körperlich und geistig deutlich fitter als noch vor wenigen Jahrzehnten.

Viel mehr als nur Kaffeekränzchen

Entsprechend abwechslungsreich ist das Programm des Bezirksarbeitskreises ausgelegt: Manche Veranstaltungen wie „Lebensalter gestalten“, „Urlaub ohne Koffer“ und „Freizeit 55+“ haben bereits stattgefunden. Wie Monica Lindenberg-Kaiser erklärt, wollen die Mitglieder des Arbeitskreises die Älteren aus der Gemeinde vor allem für kirchliche Ehrenämter begeistern.

„Wir möchten vor allem die 60-Jährigen für uns gewinnen.“ Diese wollen aber heutzutage nicht einfach nur Kaffee für andere Gemeindemitglieder einschenken, sondern Aufgaben passend zu ihren Begabungen und Vorlieben übernehmen. Monica Lindenberg-Kaiser sagt: „Man kann die nicht wie Kinder behandeln.“ Deshalb sind auch die Freizeitprogramme des Arbeitskreises aktiv gestaltet. Vom 8. bis zum 10. August findet beispielsweise eine Pilgerfreizeit ins Kloster Kirchberg in Sulzbach an der Murr statt. Isabel Munk spricht von „Pilgern light“, in gemäßigtem Tempo.

Soziale Kontakte sind besonders wichtig

Auch der Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand ist ein zentrales Thema des Bezirksarbeitskreises Senioren. „Komischerweise verpassen viele Leute, sich auf den Ruhestand vorzubereiten“, merkt Isabel Munk an.

Genau diese wolle der Arbeitskreis an die Hand nehmen und aufzeigen, wie sie ihre freie Zeit verbringen können. Trotzdem dürfen die Ehrenamtlichen dabei flexibel sein, betont Isabel Munk. „Viele wollen nicht wöchentlich an ein Amt gebunden sein und sich ihre zeit flexibel einteilen.“

Aber auch für die Älteren unter den Seniorinnen und Senioren ist etwas geboten. Als Nächstes steht der Studiennachmittag „80-plus und mittendrin“ auf dem Programm. Dort soll Interessierten aufgezeigt werden, welche Potenziale in ihnen schlummern und an welchen Ecken sie mit anpacken und gestalten können. Auch das Thema Biografiearbeit steht auf dem Plan, wie Isabel Munk berichtet. Die Seniorinnen und Senioren sollen dort über ihre Lebensgeschichten sprechen und sich unter anderem an ihr Berufsleben zurückerinnern. Ein ebenso wichtiger, zentraler Gedanke sei die Vernetzung unter allen älteren Menschen. Isabel Munk wünscht sich ein großes Netzwerk und nicht, dass allerhand Seniorentreffs aus der Umgebung für sich arbeiten. Auch dadurch sollen Seniorinnen und Senioren gefunden werden, die besondere Berufe hatten und etwas davon weitergeben wollen.

Für die Zukunft plant der Bezirksarbeitskreis Senior/-innen „Kompetenzkurse“ oder „Trainee-Programme“ fürs Ehrenamt im Alter. Dabei soll den Rentnerinnen und Rentnern aufgezeigt werden, welche ihrer Fähigkeiten sie im Ehrenamt einsetzen können. „Soziale Kontakte, Austausch und eine Aufgabe sind am wichtigsten“, betont Monica Lindenberg-Kaiser.

Lange Zeit lief die Arbeit mit Seniorinnen und Senioren in den Kirchen eher nebenbei mit. Viel mehr als Vorträge und Kaffeekränzchen am Nachmittag war für die Ältesten in den Gemeinden früher oft nicht geboten. Doch das soll sich ändern: Im evangelischen Kirchenbezirk Schorndorf gibt es seit vergangenem Herbst den Bezirksarbeitskreis Senior/-innen um Diakonin Isabel Munk und fünf weitere ehrenamtliche Mitglieder. Die Gruppe will Seniorinnen und Senioren abholen, vernetzen und fürs Ehrenamt

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