Schorndorf

Wie Pflegeheime in Schorndorf gegen die Hitzewelle kämpfen

SymbolfotoAlterHeim
Die meisten Pflegeheime sind nicht klimatisiert, weshalb die Einrichtungen kreativ werden müssen. © Gaby Schneider

Die vergangenen Tage waren extrem heiß und so, wie es aussieht, können wir uns im Laufe des Sommers noch auf mehrere Hitzetage einstellen. Besonders alte und pflegebedürftige Menschen sind von solch extremen Temperaturen stark betroffen. Deshalb fordern Ärzteverbände und Patientenschützer von Bund und Ländern besseren Hitzeschutz in Pflegeeinrichtungen und Kliniken. Was tun die Schorndorfer Pflegeheime, um ihre Bewohner und Mitarbeiter vor den hohen Temperaturen zu schützen?

„Der Klimawandel und damit verbunden die Extremwetterereignisse wirken sich auch auf unsere Kunden, Mitarbeitenden und auf die Gebäude aus“, erklärt Claudia Oberländer, Hausdirektorin des Spittler-Stifts. Besonders kritisch seien die „Wüstentage“, an denen die Temperaturen an die 35 Grad erreichen.

Jeder heiße Tag macht den Seniorinnen und Senioren durch ihr Alter oder Vorerkrankungen, aber auch den Pflegekräften besonders zu schaffen. „Dennoch gibt es derzeit keine gesundheitlichen Probleme, wir waren auf diese angekündigte Hitzewelle vorbereitet“, so Claudia Oberländer.

Es wird penibel überwacht, ob genug getrunken wird

Durch frühes Lüften und Abdunkeln der Räume versuchen die Mitarbeiter das Spittlerstift kühl zu halten. Klimatisiert ist die Einrichtung nämlich nicht. Außerdem werde verstärkt darauf geachtet, dass alle Bewohnerinnen und Bewohner genug trinken, Mahlzeiten werden angepasst und mehr Obst zwischendurch gegessen.

Darauf liegt auch der Fokus im Evangelischen Marienstift und Karlsstift der Zieglerschen, wo tagsüber die Rollos und Jalousien geschlossen bleiben. „Viele Bewohner haben sowieso schon ein sehr reduziertes Durstgefühl. Daher überwachen wir die Trinkmenge penibel und im Notfall versorgen wir die Bewohner sogar mit Infusionen“, sagt Kay Egermann, Einrichtungsleiter des Karlsstifts Schorndorf. „Melonen und mit frischen Früchten oder Sirup aufgepepptes Wasser“ sollen zum Verzehr beziehungsweise zum Trinken animieren.

Außerdem tragen Pflegekräfte und Bewohner leichte Kleidung, auch ein Kühlgerät und Ventilatoren sind laut Marcelle Hofmann, Einrichtungsleiterin des Marienstifts, im Einsatz. Dabei werde aber darauf geachtet, dass die Bewohner nicht im Durchzug sitzen. Sie berichtet, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den heißen Tagen auch ein besonderes Augenmerk auf das Messen des Blutdrucks legen. „Wir achten darauf, dass die Bewohner ihre körperlichen Betätigungen reduzieren und eher sitzen oder liegen.“ Die Aktivitäten im Freien finden an heißen Tagen nur in den kühlen Morgenstunden statt.

Bundesumweltministerium verweist auf Zuständigkeit der Kommunen

Im Spittlerstift werden die Bewohnerinnen und Bewohner laut Claudia Oberländer auch über die Risiken der Hitze informiert. Bei den älteren Menschen soll ein Bewusstsein für die gesundheitlichen Folgen entstehen. Eine Sensibilisierung, beispielsweise auf eine vermehrte Trinkwasserzufuhr bei extremer Hitze oder die richtige Lagerung von Lebensmitteln, kann das Verhalten ändern und so gesundheitlichen Folgen vorbeugen, erklärt die Hausdirektorin.

Doch die täglichen Herausforderungen gehen über das Kühlen und die Überwachung des Trinkverhaltens hinaus. Bei einigen Seniorinnen und Senioren muss nach Absprache mit dem Hausarzt nämlich auch die Medikation angepasst werden. Wie eigentlich immer haben die Pflegerinnen und Pfleger also wieder Schwerstarbeit zu leisten.

Wie unter anderem „BR 24“ und die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichteten, fordern die Stiftung Patientenschutz, der Marburger Bund und die Bundesärztekammer einen nationalen Hitzeschutzplan. Das Bundesumweltministerium verwies dabei auf die verfassungsmäßige Zuständigkeit der Kommunen.

Die vergangenen Tage waren extrem heiß und so, wie es aussieht, können wir uns im Laufe des Sommers noch auf mehrere Hitzetage einstellen. Besonders alte und pflegebedürftige Menschen sind von solch extremen Temperaturen stark betroffen. Deshalb fordern Ärzteverbände und Patientenschützer von Bund und Ländern besseren Hitzeschutz in Pflegeeinrichtungen und Kliniken. Was tun die Schorndorfer Pflegeheime, um ihre Bewohner und Mitarbeiter vor den hohen Temperaturen zu schützen?

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