Schorndorf

Zirkus Carelli lockt in die Manege

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Zirkussprecher Hartmut Menzel (r.) und Kamel Samira (l.) laden zur Show ein. Die Kameldame übrigens spuckt auch mal, wenn ihr was gegen den Strich geht. © ZVW / Palmizi
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Minihengst Akhari ist Improvisationskünstler. © ZVW / Palmizi
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Der freundliche Wuschelkopf tritt mit seinen Kollegen und Hundelehrer Edi Laforte auf. © ZVW / Palmizi

Schorndorf. Akrobatik, Tierdressur und natürlich ein tapsiger Clown. Was es braucht, um Zirkusgäste in Atem zu halten, das liefert der Zirkus Carelli an diesem Wochenende. Wir haben die Zirkusmacher besucht und durften einen Blick hinter die Kulissen werden.

Video: Hartmut Menzel lädt ein zu einem Besuch  im Zirkus Carelli

Eine eigene kleine Stadt ist die Wagenburg, die sich rund ums Zirkuszelt auf der Benzwiese gruppiert. Hinter dem Kassenhäuschen und den mit Lichterketten geschmückten Girlanden findet sich ein romatisches Idyll wie aus Kinderbüchern. Wohnwagen, an Wohnwagen, dazwischen das Wiesengrün. Egal, wo die Truppe des Zirkus Carelli gastiert, hier ist ihr zu Hause und hier stehen die Wagen in der immergleichen Reihenfolge. Oben der Chef, unten die Angestellten. Das gibt ein Gefühl von Beständigkeit im sich ständig wandelnden Schaustellerleben. Die Familie Spindler ist's, die die Manege mit Leben füllt, die ihre Tricks und Shows zum Besten gibt. Seit neun Generationen. Einen anderen Beruf als den des Schaustellers zu wählen, das kommt für einen echten Spindler kaum in Frage, berichtet Francesco Spindler. Allerdings: In dieser Formation gibt's den Zirkus erst seit 2015, berichtet Hartmut Menzel, der fürs Organisatorische zuständig ist.

Schaustellerleben zwischen Sägespänen und frischer Luft

Über Jahrzehnte hinweg sei die Familie Spindler stets mit Zirkussen unterwegs gewesen – zunächst mit dem eigenen, zuletzt aber als angestellte Artisten. Jakel Bossert, der seit Jahren in Landau erfolgreich einen Weihnachtszirkus und zudem einen Veranstaltungsservice und Zeltverleih betreibe, habe die Familie Spindler angestellt, als sie nach dem Verlust des eigenen Zirkus gerade auf der Suche nach neuer Arbeit gewesen sei. Alles habe bestens zusammengepasst. Als dann auch noch die Wagen des Zirkus Barelli zu kaufen waren, sei es losgegangen. Schnell sei je ein Buchstabe auf den Gefährten ersetzt worden und aus dem Barelli-Zirkus, ein Carelli-Zirkus gemacht worden. Und so ziehen die Spindlers sowie die übrigen angestellten Artisten, Musiker und Tierpfleger mit Bürochef Menzel durch die Lande.

Der gelernte Konditor und Hubschrauberpilot war früher auch selbst in der Manege unterwegs. Eine Raubtier- und Elefantennummer hatte er, erzählt er. Im Zirkus Krone und Althoff konnte man ihn bewundern. Dann eines Tages gab's beim Verladen ein Unglück. So berichet er's. Ein Elefant stürzte auf ihn, den Dompteur. Er verbrachte Monate im Krankenhaus, konnte wieder hergestellt werden. Dass es zurück in den Zirkus gehen sollte, war für ihn klar. Allerdings in der Manege zeigt er nun keine Kunststücke mehr. Stattdessen ist er für Büroarbeiten zuständig, bucht Plätze für den Zirkus, hängt Plakate auf.

Bis die Zirkusvorführungen beginnen, steht sein Handy nicht still. Ist es aber soweit, sind es seine Kollegen, die schwitzen: Ramona Spindler am Vertikalseil, Salima Spindler an den Vertikaltüchern. Franz Spindler begeistert mit seiner Pferde- und Kameldressur. Timmy Spindler ist als Clown unterwegs, um Jung und Alt zum Lachen zu bringen. Immer mit dabei ist Esel Manolito. Betritt er die Manege, ist nie ganz klar, wer hier wen vorführt: Sein Lehrer ihn oder er seinen Lehrer. In jedem Fall macht er dem Klischee des eigensinnigen Esels alle Ehre. Einen Hengst in niedlichem Miniaturformat gibt es ebenso wie einen schwarzen Riesen mit reichlich Selbstbewusstsein im Nacken. Jonlagekünstler Edi Laforte zaubert mit Ringen, Bällen und Keulen. Francesco Spindler präsentiert sechs feurige Araberhengste. Dazu gibt's eine Pferdedressur der Hohen Schule.

Am Samstag, 13.August gibt es Vorführungen um 15 und 20 Uhr.

Am Sonntag, 14.August öffnet der Zirkus um 11 und 15 Uhr seine Pforten. Um 15 Uhr ist Mutti-Tag. Alle Muttis haben freien Eintritt.

Am Montag, 15.August,  gibt’s um 15 Uhr eine Familienvorführung. Alle Plätze kosten dann zehn Euro.

Und der Zirkus kommt wieder: Von Freitag, 26., bis Montag 29. August.