Schorndorf

Zur Not auch ohne Frau und Kinder: Barrierefreie Wohnung in Schorndorf dringend gesucht

Kai Käfer
Kai Käfer ist wegen einer fortschreitenden Nervenerkrankung auf den Rollstuhl angewiesen und sucht jetzt dringend eine barrierefreie Wohnung für seine vierköpfige Familie – oder, wenn’s gar nicht anders geht, auch für sich allein. © Benjamin Büttner

Ein halbes Jahr vielleicht, schätzt Kai Käfer, wird er die Treppen zu der Wohnung im zweiten Stock noch hoch- und runterkommen. Doch dann weiß er nicht, wie es weitergehen soll. Obwohl der 35-Jährige mit seiner Frau und den beiden fünf- und zwölfjährigen Söhnen schon seit bestimmt zwei Jahren auf Wohnungssuche ist, lebt die Familie noch immer in einem Gebäude ohne Aufzug und in drei Zimmern, die so vollgestellt sind, dass er sich kaum mit dem Rollstuhl bewegen kann. Einen Rückzugsort gibt es für ihn und seine Frau nicht: Ihr Schlafzimmer ist zugleich das Wohnzimmer – und obendrein ein Durchgangszimmer. Das ist für Kai Käfer vor allem deshalb schlimm, weil er dauerhaft Schmerzen und wegen seiner Erkrankung ein großes Ruhebedürfnis hat.

Die kleine Rente wird vom Jobcenter aufgestockt

Bis zu seinem 18. Lebensjahr, erzählt Käfer, sei er Marathon gelaufen. Dann bekam er eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung. Er leidet unter einer voranschreitenden Nervenerkrankung und einer seltenen Form von Diabetes, Typ 3. 2017 wurde ihm die Bauchspeicheldrüse entfernt. Bei Muskelanstrengung – etwa beim Anschieben des Rollstuhls – bekommt er immer wieder eine Spastik in den Armen. Drei Berufsausbildungen hat er abgeschlossen – als Koch, Friseur und Sanitäter. 16 Jahre lang war er bei der Freiwilligen Feuerwehr in seiner saarländischen Heimat aktiv. Heute lebt er von einer kleinen Rente, die vom Jobcenter aufgestockt wird.

Und genau das erschwert die Wohnungssuche noch weiter: Weil er jenseits der für den Rems-Murr-Kreis geltenden Mietobergrenzen keine klare Auskunft bekommt, wie hoch die bezuschusste Wohnungsmiete sein darf, kann er nicht einfach einen Mietvertrag unterschreiben, sondern muss sich diesen zunächst genehmigen lassen. Bis zu vier Wochen, wurde Käfer mitgeteilt, könne das dauern. Dass ein potenzieller Vermieter so viel Geduld aufbringt – eher unwahrscheinlich. Auch die Agentur für Arbeit in Waiblingen hat einen höheren Anspruch an die Bearbeitungsdauer: „In der Regel wird der Vermieter seinem zukünftigen Mieter nur eine kurze Zeit des Überlegens zugestehen, so dass die Zusicherung zeitnah erfolgen muss. Aus diesem Grund wird das Jobcenter Rems-Murr über die Zusicherung nicht erst in einem Zeitraum von bis zu vier Wochen entscheiden“, antwortet die Pressestelle auf Anfrage. Ganz grundsätzlich wünscht sich Kai Käfer endlich eine bundesweit einheitliche Regelung, dass Menschen mit Behinderung einen konkreten Mietpreisrahmen bekommen. Bei der Wohnungsgröße gibt es das bereits: Wegen seiner Einschränkungen hat er Anspruch auf eine 15 Quadratmeter größere Wohnung.

Die Familie sucht schon seit zwei Jahren eine Vierzimmerwohnung

Vier Zimmer und bis zu 105 Quadratmeter groß sollte die gesuchte Wohnung für die Familie sein. Außerdem natürlich barrierefrei und mit einem behindertengerechten Bad ausgestattet. Die Wohnung sollte entweder ebenerdig sein oder gut mit dem Aufzug erreichbar. Und was Kai Käfer außerdem noch wichtig ist: Sie sollte in Kernstadtnähe sein. Ein Auto hat die Familie nicht. Der 35-Jährige hat auch gar keinen Führerschein und ist mit seinem Rollstuhl nur eingeschränkt mobil: Viel zu oft ist der Antrieb kaputt, wegen der Spastik kann er die Räder vor allem bei Steigungen selbst kaum bewegen.

Da die Wohnungssuche bisher trotz intensiver Bemühungen auf allen Kanälen ohne Erfolg geblieben ist, hat sich Kai Käfer jetzt entschieden, für sich alleine weiterzusuchen. „Das ist nicht einfach“, sagt er, „aber einfach die bessere Idee“. Also sucht er eine kleinere, barrierefreie Wohnung. Wenn es im Haus einen Aufzug gäbe, ein behindertengerechtes Bad könnte auch nachträglich von der Pflegekasse eingebaut werden, stellt Käfer in Aussicht: „Das ist auch wertsteigernd für das Objekt.“ Besonders wichtig ist ihm aber, dass die Wohnung in Schorndorf ist: „Sonst kann ich meine Familie nicht besuchen.“

Info

Wer für Kai Käfer eine kleine Wohnung hat oder für die ganze Familie eine Vierzimmerwohnung – jeweils barrierefrei, im Erdgeschoss oder mit Aufzug im Haus – kann sich gerne per E-Mail melden: kainicky@outlook.de.

Ein halbes Jahr vielleicht, schätzt Kai Käfer, wird er die Treppen zu der Wohnung im zweiten Stock noch hoch- und runterkommen. Doch dann weiß er nicht, wie es weitergehen soll. Obwohl der 35-Jährige mit seiner Frau und den beiden fünf- und zwölfjährigen Söhnen schon seit bestimmt zwei Jahren auf Wohnungssuche ist, lebt die Familie noch immer in einem Gebäude ohne Aufzug und in drei Zimmern, die so vollgestellt sind, dass er sich kaum mit dem Rollstuhl bewegen kann. Einen

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