Schorndorf

Zwei Schorndorfer Aktivisten erklären: Wie German Zero auf lokaler Ebene für Klimaentscheide sorgen will

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Dörte Schnitzer und Wilhelm Pesch fordern einen lokalen Klimaentscheid. © Gaby Schneider

Dörte Schnitzer und Wilhelm Pesch fordern vom Gemeinderat in Schorndorf einen Klimaentscheid. Dabei agieren sie als lokale Aktivisten der bundesweiten Organisation German Zero, die sich zum Ziel gesetzt hat, Deutschland bis 2035 klimaneutral zu machen. Die konkreten Maßnahmen für die verschiedenen Städte und Gemeinden sollen dabei von einem Generator kommen. Konkrete Ideen der Organisation für Schorndorf liegen noch nicht vor, allerdings stellt Ortschaftsrat Pesch von der Grüne Liste schon mal vorab ein paar Vorschläge zur Diskussion.

Die beiden Klimaaktivisten sind in der Klima-Szene keine Unbekannten

Schnitzer und Pesch sind keine Unbekannten in der lokalen Klimaschutz-Szene. Schnitzer engagiert sich auch bei Parents for Future und Pesch unter anderem in der Lokalen Agenda. Auch wenn es schon diverse Gruppen gibt, wollten die beiden Schorndorfer die neue Kampagne unterstützen.

Über die Organisation German Zero

Die Organisation German Zero, die in Berlin sitzt, versucht, auf den unterschiedlichsten politischen Ebenen Einfluss auf die Klimapolitik zu nehmen. Unter anderem leitet sie lokale Gruppen dabei an, einen Klimaentscheid auf kommunaler Ebene herbeizuführen. Mit Hilfe eines Generators könne ermittelt werden, was eine Kommune tun muss, um das 1,5-Grad-Ziel einhalten zu können. Experten hätten das System entwickelt, schreibt die Organisation auf ihrer Internetseite.

Die Gruppe will unabhängig von Parteien arbeiten

Auch die notwendigen Stellen und laufenden Kosten rechne der Generator aus. In den nächsten Wochen will die lokale Gruppe, die mit acht Personen startete, einen Workshop veranstalten und sich eine passende Herangehensweise an das Thema überlegen. Ziel sei es derzeit, vor allem auch mit den Gemeinderätinnen und -räten vor Ort ins Gespräch zu kommen. „Das ist die logische Weiterführung des Themas“, sagt Dörte Schnitzer. Nach dem jüngsten Klima-Protest gehe es nun darum, konkrete Maßnahmen folgen zu lassen. „Es geht nicht darum, den Gemeinderat oder die Verwaltung für ihre Arbeit zu kritisieren, wir wollen deutlich machen, dass auch aus der Gesellschaft heraus solche Vorschläge kommen“, sagt Schnitzer. Die Gruppe wolle überparteilich arbeiten, jeder könne mitmachen.

Der Gemeinderat beschäftige sich zu wenig mit dem Thema, so Pesch

Pesch äußert sich etwas kritischer: „Der Gemeinderat beschäftigt sich zu wenig mit dem Thema Klimaschutz.“ Die Coronakrise habe gezeigt, dass politische Veränderung möglich ist. „Viele sind bereit zu verzichten, wenn sie wissen wofür“, sagt Pesch. Die beiden betonten, wie wichtig es sei, heute zu agieren und nicht länger abzuwarten, schließlich seien viele Klimafolgen schon heute sichtbar. „Deutschland muss Vorreiter werden“, findet Pesch.

Auf Anfrage lässt der Oberbürgermeister Matthias Klopfer über seine persönliche Referentin Claudia Ingelmann mitteilen, dass er die Initiative generell interessant findet und für unterstützenswert erachtet. Er freue sich über jeden bürgerschaftlichen Impuls und sei gespannt, was sich daraus entwickle. Auch lokale Vertreterinnen und Vertreter von Fridays for Future forderten in der Vergangenheit schon einen Klimanotstand, wie ihn etwa die Stadt Konstanz beschlossen hat. Doch während es bei solchen Beschlüssen eher um die Anerkennung des Problems überhaupt gehe, sollten aus einem Entscheid auch eindeutige Maßnahmen folgen, so Pesch.

Pesch macht Vorschläge, was die Stadt fürs Klima tun könnte

Ansätze seien viele denkbar, erklärt der Ortschaftsrat. Die Stadt könnte sich beispielsweise stärker für die Errichtung von Solarpaneelen auf Gebäuden engagieren oder Wohnungsbauprojekte fördern, mit denen Energie eingespart werden könnte.

Aber auch in Sachen Verkehr sei vieles möglich. Etwa ein kostenloses Busticket an Samstagen, um den Verkehr zu entlasten. Außerdem fordert Pesch, dass die Bürgermeister Schorndorfs ihre Dienstwagen in den Gesamtpool der Stadt geben sollten, um deren Gesamtzahl insgesamt reduzieren zu können.

Dörte Schnitzer und Wilhelm Pesch fordern vom Gemeinderat in Schorndorf einen Klimaentscheid. Dabei agieren sie als lokale Aktivisten der bundesweiten Organisation German Zero, die sich zum Ziel gesetzt hat, Deutschland bis 2035 klimaneutral zu machen. Die konkreten Maßnahmen für die verschiedenen Städte und Gemeinden sollen dabei von einem Generator kommen. Konkrete Ideen der Organisation für Schorndorf liegen noch nicht vor, allerdings stellt Ortschaftsrat Pesch von der Grüne Liste schon

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