Schorndorf

Zweiter Wahlgang bei OB-Wahl in Esslingen: Matthias Klopfer sieht sich in einer „extrem guten Position“

klopfer
Auch wenn er gerne bei der OB-Wahl in Esslingen als Sieger aus dem ersten Wahlgang hervorgegangen wäre, mit einem Stimmenanteil von 30,67 Prozent ist Matthias Klopfer erst mal zufrieden. © Habermann

Nach einem gut einstündigen Kopf-an-Kopf-Rennen verkündete Erster Bürgermeister Ingo Rust um 19.17 Uhr das vorläufige, amtliche Endergebnis der Esslinger OB-Wahl: CDU-Kandidat Daniel Töpfer landete mit 9043 Stimmen und 31,79 Prozent auf Platz eins, dicht gefolgt von Matthias Klopfer, der als Kandidat der SPD auf 8725 Stimmen und 30,67 Prozent kam. Vittorio Lazaridis, Kandidat der Grünen, kam auf 6144 Stimmen und 21,6 Prozent – und damit auf Platz drei. Damit ist klar, womit viele in Schorndorf und in Esslingen auch im Vorfeld gerechnet haben: Da keiner der Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte, wird es in zwei Wochen, am Sonntag, 25. Juli, eine Stichwahl geben. Die Wahlbeteiligung lag an diesem Sonntag bei 41,18 Prozent, der Anteil der Briefwähler bei fast einem Viertel.

Als Klopfer um 18.48 Uhr mit seiner Ehefrau Anni Betz und Sohn Simon in Esslingen eintraf, war die Stimmung im Neckarforum ruhig und gespannt. Spätestens morgen soll es, kündigte Klopfer an, zu Gesprächen mit den anderen Kandidaten kommen. Bis Mittwoch, 18 Uhr, haben die Kandidaten Zeit, sich zu entscheiden.

Sollte Grünen-Kandidat Lazaridis zurückziehen, wird es auf eine Entscheidung zwischen Klopfer und Töpfer hinauslaufen. Absprachen, versichert Klopfer, habe es im Vorfeld nicht gegeben. Doch er merkt auch an: Hätte das Land, wie es im Koalitionsvertrag vereinbart ist, das Wahlrecht schon geändert, dann würde die Wahl im zweiten Wahlgang in einer Stichwahl entschieden - der Erstplatzierte gegen die Nummer zwei. Jetzt ist die Situation so, dass sich theoretisch auch noch weitere Kandidaten zur Wahl stellen könnten.

Klopfer sieht sich in einer „extrem guten Position“

Klopfer sieht sich selbst „von einer extrem guten Position in den zweiten Wahlgang“ starten. Gedanklich, sagte er kurz vor Verkündigung des vorläufigen amtlichen Endergebnisses, sei er schon in Vorbereitung – und zeigte sich optimistisch, „dass ich in zwei Wochen hier als Sieger stehen werde.“ Die Ausgangssituation sei im Übrigen ähnlich wie bei seiner Wahl 2006 in Schorndorf: „Ich kann“, versicherte Klopfer, „mit der Situation umgehen“.

Mit dem Wahlkampf, wie er bisher gelaufen ist, zeigte er sich zufrieden. Fast täglich sei er in Esslingen gewesen, war bei vielen Podiumsdiskussionen, hat viele Gespräche geführt – und will in den kommenden zwei Wochen noch mal deutlich zeigen, wofür er steht: Für „das Miteinander“, schließlich sieht er harte Konflikte in der Esslinger Kommunalpolitik, und für „eine bürgerfreundliche Verwaltung“. Inhaltlich sieht er einen Schwerpunkt in der Klimaneutralität, die er für die Industriestadt Esslingen bis zum Jahr 2040 anstrebt – und damit fünf Jahre später als in Schorndorf.

Eine zentrale Aussage im Wahlkampf war bisher auch Klopfers 15 Jahre Erfahrung als Oberbürgermeister in Schorndorf – und auf den Wahlplakaten, an denen niemand in der Stadt vorbeikommt, steht es ausdrücklich: „Achtung, OB-Erfahrung.“

Fünf Männer und eine Frau haben sich um das Amt des Oberbürgermeisters in Esslingen beworben, nachdem Jürgen Zieger im März überraschend angekündigt hat, er werde sich ein Jahr vor Ende seiner vierten Amtsperiode in den Ruhestand verabschieden. Obwohl schon im Vorfeld klar war, dass nur drei eine echte Chance haben, war es nicht einfach, einen echten Favoriten in dem – so hat es die Esslinger Zeitung wenige Tage vor der Wahl eingeordnet – „fair geführten Wahlkampf“ auszumachen. Inhaltliche Differenzen bei den Ideen, wie die fast 100 000 Einwohner zählende Stadt am Neckar in die Zukunft geführt werden kann, gab es kaum. Entscheidend bleiben bei der Persönlichkeitswahl also offenbar die persönlichen Unterschiede, also Qualifikation, Erfahrung und Sympathie.

Daniel Töpfer ist mit 32 Jahren nicht nur der Jüngste der Kandidaten. Die bürgerlichen Parteien in Esslingen, CDU, Freie Wähler und FDP sind überzeugt von den Fähigkeiten des Weissacher Bürgermeisters und sehen in dem Jungpolitiker offenbar einen Gegenentwurf zu Zieger – und eine Chance zum Neuanfang. Vittorio Lazaridis (53), Kandidat der Grünen, ist Ministerialdirigent im Kultusministerium in Stuttgart.

Egal, ob Matthias Klopfer in Esslingen im zweiten Wahlgang gewinnt oder nicht – ein Nachfolger muss für ihn in Schorndorf auf jeden Fall gewählt werden. Schließlich hat er schon mit der Kandidatur in Esslingen angekündigt, dass er in keinem Fall in Schorndorf wieder antreten wird. Verliert er die Wahl, will er bis zum Ende seiner regulären Amtszeit bis September 2022 in Schorndorf bleiben. Gewinnt er, müsste der oder die Nachfolger/in bis spätestens 31. Dezember gewählt sein.

Nach einem gut einstündigen Kopf-an-Kopf-Rennen verkündete Erster Bürgermeister Ingo Rust um 19.17 Uhr das vorläufige, amtliche Endergebnis der Esslinger OB-Wahl: CDU-Kandidat Daniel Töpfer landete mit 9043 Stimmen und 31,79 Prozent auf Platz eins, dicht gefolgt von Matthias Klopfer, der als Kandidat der SPD auf 8725 Stimmen und 30,67 Prozent kam. Vittorio Lazaridis, Kandidat der Grünen, kam auf 6144 Stimmen und 21,6 Prozent – und damit auf Platz drei. Damit ist klar, womit viele in

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