Schwaikheim

Das Schwaikheimer Jugendzentrum hat nach zweieinhalb Monaten Schließung wegen Corona wieder geöffnet, ein "offener Treff"  ist es aber vorerst nicht

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Tischtennisplatte außer Betrieb. © Gaby Schneider
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Die Sozialarbeiter Micha Schuster und Eleni Tzima mit gebotenem Abstand im Gespräch mit Marina (l.), Antje und Tijana (r.). Fotos Schneider © Gaby Schneider

Rund zweieinhalb Monate ist das Jugendzentrum geschlossen gewesen, aus dem gleichen Grund wie vieles andere: Corona. Die Räume waren also zwar zu, der Betrieb dort ruhte, aber die beiden Jugendsozialarbeiter Micha Schuster und Eleni Tzima haben den Kontakt zu ihrer Klientel nicht abreißen lassen. Für was gibt es schließlich heutzutage die sozialen Netzwerke. Whatsappnachrichten und -videos gingen hin her, die beiden waren jeweils von 16 bis 20 Uhr auf dem Diensthandy erreichbar und selbst „auf Sendung“. Auch Facebook und Instagram wurden genutzt. Wobei Instagram bei den Jugendlichen Facebook längst den Rang abgelaufen hat und der jüngere Nachwuchs mit diesem schon gar nicht mehr beginnt.

Sie hätten „ihre Leute“ aber zwischendurch durchaus auch mal getroffen, natürlich einzeln und mit Abstand, berichtet Schuster. Wie muss man sich das vorstellen? Na ja, so als Spaziergang zu zweit eben, konkretisiert Eleni Tzima. Auf der anderen Seite sei es allerdings in der Zeit zu keinen neuen Kontakten gekommen, man sei also während der Schließung ausschließlich auf „Bekannte“ getroffen, ergänzt Schuster. Vor allem die, die einen „schweren Rucksack tragen“, hätten das Angebot dankbar angenommen, betont seine Kollegin. Dieser symbolische Ausdruck von ihr meint Jugendliche, die von Haus aus ein Problem haben und es ins Juze sozusagen mitbringen. Diejenigen dagegen, die die Einrichtung eher nur zum „Abhängen“ brauchen, was aber auch in Ordnung sei, hätten das Begegnungsangebot außerhalb eher nicht genutzt.

Unsicherheit wegen des Jobs oder des Ausbildungsplatzes

Noch mal zurück zu den „Problemfällen“, was bedeutet für die das Juze auch in der Coronazeit? „Na ja, die sind, sagen wir mal, in einem brisanten Alter, was das Verhältnis zu ihren Eltern angeht. Für die ist es wichtig, dass sie weiterhin die Chance hatten, sich mit anderen auszutauschen“, erklärt Schuster. Es gebe ja auch Jugendliche bei ihnen, die unsicher seien, weil wegen der Coronakrise möglicherweise der Ausbildungsplatz auf der Kippe steht, ergänzt Eleni Tzima. Und es gebe welche, die tatsächlich ihren Job verloren haben, wobei vor allem die bei Zeitarbeitsfirmen gefährdet sind oder die, die noch in der Probezeit sind, da würden die Verträge halt eben nicht verlängert, betont Schuster: „Das ist schade, wenn man sich für die Jugendlichen bei den Bewerbungen drum bemüht hatte.“

In der Gesprächsrunde im Juze sind auch drei Mädchen, Marina, 14, Antje, 15, und Tijana, 15. Sie sind eine Clique, waren vor Corona jeden Tag, an dem offen war, im Juze und sind es natürlich, seitdem es wieder offen ist, auch wieder. Wobei Tijana einschränkt, sie sei „öfters“ dort. Haben sie den Treff im Juze vermisst? „Ging eigentlich“, meint Marina, der Kontakt mit den anderen sei ja trotzdem da gewesen und klar habe man sich auch getroffen, etwa zum Picknicken im Garten, aber unter erschwerten Bedingungen, das sei schon anders als gewohnt gewesen. Und klar, sich mit den Freundinnen und den beiden Juzeleitern austauschen, das sei wichtig: „Das geht mit den Eltern nicht so.“

Zum Geburtstag per Videoanruf gratuliert

Antje kommt nicht nur immer, sie ist auch stets die Erste, sobald das Juze aufmacht. Also für sie sei es schon langweilig gewesen, als das zu war, weil man nicht so recht gewusst habe, was man machen soll, mal abgesehen von Skypen und Netflix schauen. Für sie sei es sehr wichtig gewesen, den Kontakt zum Treff hier zu halten. Keine aus dem Trio ist in einem Verein, eigentlich, wobei Marina und Antje es gerade noch rechtzeitig einfällt, dass sie ja bei der Feuerwehr sind, Marina ist sogar auch noch im Spielmannszug. Sie hat während der Schließung Geburtstag gehabt. Per Videoanruf haben ihr die anderen gratuliert und ein Lied dazu gesungen. Sie erzählt das auch im Nachhinein immer noch sichtlich gerührt. Manchmal sind die „sozialen Medien“ ja tatsächlich sozial.

Rund zweieinhalb Monate ist das Jugendzentrum geschlossen gewesen, aus dem gleichen Grund wie vieles andere: Corona. Die Räume waren also zwar zu, der Betrieb dort ruhte, aber die beiden Jugendsozialarbeiter Micha Schuster und Eleni Tzima haben den Kontakt zu ihrer Klientel nicht abreißen lassen. Für was gibt es schließlich heutzutage die sozialen Netzwerke. Whatsappnachrichten und -videos gingen hin her, die beiden waren jeweils von 16 bis 20 Uhr auf dem Diensthandy erreichbar und selbst

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