Schwaikheim

Erweiterungsbau reicht auf Dauer nicht: Die Ludwig-Uhland-Gemeinschaftsschule braucht vor allem für die weiter ansteigende Zahl ihrer Grundschüler zusätzliche Räume

Ludwig-Uhland-Gemeinschaftssschule
Der Erweiterungsbau mit Mensa und weiteren Klassenräumen soll zum nächsten Schuljahr in Betrieb gehen. © ALEXANDRA PALMIZI

Das wird nicht wenige Eltern und Schüler, die im nördlichen Teil von Schwaikheim wohnen, freuen: Die geplante Eingliederung der Eichendorffschule in die Ludwig-Uhland-Schule kommt so bald nicht und damit auch nicht der längere Weg dorthin für sie. Bis zur Aufgabe des Standorts wird es noch etliche Jahren dauern. Der Platz an der Gemeinschaftsschule reicht trotz des dort derzeit entstehenden Erweiterungsbaus nicht, um dort künftig alle Schwaikheimer Schüler aufzunehmen. Grund sind vor allem die weiter ansteigenden Schülerzahlen im Grundschulbereich. Eigentlich war die Gemeinde bislang davon ausgegangen, dass die durch den Neubau freiwerdenden Räume im Bestand (Hauptgebäude plus Pavillons) reichen, um auf die Eichendorffschule verzichten zu können und damit auf erhebliche Investitionen in deren Sanierung und Modernisierung. Doch diese Rechnung geht nicht auf, wie die jüngste Fortschreibung der Schulraumkonzeption zeigt.

Die Sekundarstufe, die viele Jahre, auch nach der Umstellung auf die Gemeinschaftsschule 2013, gefährdet war, hat mit der neuen Leitung einen deutlichen Aufschwung erlebt. Einen erheblichen Anteil daran hat auch die Fusion mit der Robert-Boehringer-Gemeinschaftsschule, deren schrittweises Aufgehen samt Übernahme der Schüler und Lehrer in der Schwaikheimer Schule. Dieser Prozess wird mit der Einweihung und Inbetriebnahme des Neubaus zu Beginn des nächsten Schuljahres abgeschlossen sein. Die verlangte Zweizügigkeit bei der Anmeldung für die fünfte Klasse wird stabil erreicht.

Bei der geforderten Zweizügigkeit der Sekundarstufe, die mindestens 40 Schülern je Klassenstufe entspreche, sei Schwaikheim auf einem „ganz guten Weg“, betonte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Dipl. Geograf Jürgen Mühlbacher von der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung, der die Gemeinde seit Jahren bei der Raumplanung für die Schule berät. Wobei allerdings die Frage noch offen sei, wenn der Standort der Rober-Boehringer-Schule in Winnenden endgültig aufgegeben wird, wohin beziehungsweise wie sich die Winnender Schüler orientieren werden. Es sei durchaus möglich, dass die dann vermehrt an die Realschulen dort gehen. Fakt sei, dass derzeit fast 80 Prozent der Schüler der Sekundarstufe in Schwaikheim aus Winnenden kommen.

Vierzügigkeit in absehbarer Zeit, Fünfzügigkeit nicht ausgeschlossen

Mit der Schulerweiterung werde aber nur das Raumproblem der Sekundarstufe gelöst, so Mühlbacher. In der Primarstufe gebe es mittlerweile ebenfalls stabil Dreizügigkeit, mit sehr großen Klassen, die jeweiligen Schülerzahlen dort seien nahe am Klassenteiler. Was die Grundschule angehe, habe Schwaikheim starke Jahrgänge und das bereits ohne die bereits entstehenden und noch geplanten Neubaugebiete. Die Geburtenzahlen ließen erwarten, dass die Primarstufe in absehbarer Zeit sogar vierzügig werde, die Zahl der Grundschüler von derzeit 320 auf rund 400 anwachse und mit den weiteren Wohngebieten sogar über 450 hinausgehen könnte.

Mühlbacher geht davon aus, dass es bereits in drei Jahren 15 Grundschulklassen (also drei mal vier plus drei Klassen in den Jahrgängen) geben wird und spätestens in zehn Jahren die Grundschule komplett vierzügig sein wird. Selbst Fünfzügigkeit irgendwann sei nicht ausgeschlossen. Wobei er aber der Gemeinde rät, dem entgegenzusteuern wegen der erheblichen Investitions- und Folgekosten für die dann fälligen Erweiterungen. Auf lange Sicht reichten auf jeden Fall die vorhandenen Klassenräume der Grundschule nicht, der von ihm ermittelte zusätzliche Raumbedarf entspreche einem Defizit von etwa zehn Klassenräumen. Aber auch bei der Sekundarstufe werde die Gemeinde eventuell nachsteuern müssen, denn es sei nicht ausgeschlossen, dass auch die zehnte Klassenstufe noch zweizügig werde.

Erheblicher Sanierungsstau in der Eichendorffschule

Mühlbacher verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass es aber auch bereits bei bestehenden Gebäuden erheblichen Finanzbedarf gebe, wenn diese weitergenutzt werden sollen, in den Pavillons gebe es einen großen Sanierungsbedarf, in die Eichendorffschule sei seit langer Zeit nicht mehr investiert worden. Die Gemeinde brauche deren Räume auf absehbare Zeit weiterhin und komme damit nicht umhin, dafür entsprechend Geld in die Hand zu nehmen. Das Gleiche gelte, wenn das gewollt sei, für die weitere Nutzung der Pavillons oder für die Alternative eines weiteren Neubaus, für den Mühlbauer durchaus noch Platz auf dem Schulgelände sieht. Man müsse dabei auch über das, was bislang dort steht, „nachdenken“. Ein kleiner Anbau werde auf jeden Fall aber nicht reichen. Der Fachmann wurde aber noch deutlicher: „Der zusätzliche Raumbedarf ist in etwa so groß wie der jetzige Neubau.“

In der Aussprache des Gemeinderats ging es vor allem um die bestehende Schulkindbetreuung. Wenn die Eichendorffschule saniert werde, und dazu gebe es ja angesichts des Raumbedarfs keine Alternative, müsse auch an die gedacht werden, forderte CDU-FB-Sprecher Tobias Schneider. Die vorgesehene Verlagerung vom Standort an der Brunnenstraße an die Ludwig-Uhland-Schule könne nur eine „absolute Not-Not-Lösung“ sein. Schüler und Eltern müssen bei dieser für die jeweils nur kurze Zeit der Betreuung einen großen Weg in Kauf nehmen. „Wir sehen es als Aufgabe der Verwaltung an, irgendwie das möglichst zu vermeiden.“

Die Schulkindbetreuung dürfe, solange die Eichendorffschule in Betrieb sei, auf keinen Fall von dort und auch nicht von der Brunnenstraße weg zur Uhland-Schule hin verlegt werden, bekräftigte SPD-Sprecher Alexander Bauer. „Die Schulkindbetreuung muss unten im Ort bleiben“, betonte auch Karl-Heinz Jaworski, Sprecher der Grünen. Bis ein möglicher weiterer Neubau der Uhland-Schule komme, würden ja noch etliche Jahre vergehen. Das bestehende Raumangebot dort sei nicht geeignet. Die Eichendorffschule müsse saniert werden, schließlich gehe es bis zu deren Eingliederung in die Uhland-Schule um eine ganze Schülergeneration.

Das Gremium beschloss schließlich einstimmig, dass der Standort Eichendorffschule „befristet“ weitergeführt wird und dass die beschlossene Eingliederung in die Ludwig-Uhland-Schule „zu einem späteren Zeitpunkt“ erfolgt, und zwar erst, wenn dereinst die entsprechenden Räume dort vorhanden sein werden. Der Bedarf einer Ganztagesgrundschule solle geprüft werden. Die Schulkindbetreuung der Klassenstufen 3 und 4 (bislang an der Brunnenstraße) sei zwar an der Uhland-Schule, im Pavillon 4, möglich. Die Verwaltung wird aber beauftragt, Alternativen im Bereich der Eichendorffschule zu suchen. Infrage kommen dafür das Haus im Pfarrgarten bei der Mauritiuskirche, die Begegnungsstätte, eine Containerlösung auf einem gemeindeeigenen Grundstück am Gorroner Platz oder an einem Standort im Freizeitzentrum. Außerdem soll die Möglichkeit einer Schulbusverbindung zwischen der Eichendorff- und der Uhland-Schule geprüft werden. Was die Sanierung der Eichendorffschule angeht, sollen dort, als unmittelbare Maßnahmen, die Digitalisierung vorangetrieben und die Toiletten saniert werden.

Das wird nicht wenige Eltern und Schüler, die im nördlichen Teil von Schwaikheim wohnen, freuen: Die geplante Eingliederung der Eichendorffschule in die Ludwig-Uhland-Schule kommt so bald nicht und damit auch nicht der längere Weg dorthin für sie. Bis zur Aufgabe des Standorts wird es noch etliche Jahren dauern. Der Platz an der Gemeinschaftsschule reicht trotz des dort derzeit entstehenden Erweiterungsbaus nicht, um dort künftig alle Schwaikheimer Schüler aufzunehmen. Grund sind vor allem

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