Schwaikheim

Fleckenfest Schwaikheim 2022: Beginn bereits am Freitag, 1. Juli

fleckenfest
2019, auf dem Pausenhof der Eichendorffschule. © Benjamin Büttner

Eigentlich hätte das 22. Schwaikheimer Fleckenfest bereits im vergangenen Jahr stattgefunden. Weil es aber in diesem Jahr besser zur Jahreszahl passt, ließ man es ausfallen, beziehungsweise verschob es aufs Jahr 2022. Nein, Spaß, ist natürlich Quatsch, wer in Schwaikheim würde es wagen, dem Fleckenfest und den Schwaikheimern wegen solcher Zahlenakrobatik so etwas anzutun? Natürlich war die Absage 2021 zwangsläufig der Pandemie geschuldet, also „alternativlos“, wie das heute ja heißt.

Fleckenfest dieses Jahr von Freitag bis Sonntag

Dafür findet es in diesem Jahr außerhalb der Reihe statt, wird der Zwei-Jahre-Takt unterbrochen. Das Schwaikheimer Großevent geht vom 1. bis 3. Juli über die Bühne. Halt, wird da manche(r) beim Blick auf den Kalender sagen, da stimmt doch was nicht. Das ist ja gar nicht wie gewohnt von Samstag bis Montag. Stimmt aber trotzdem.

Dass das Fleckenfest ausnahmsweise in einem „geraden“ Jahr stattfindet, geht laut Bürgermeisterin Dr. Astrid Loff vor allem auf die Vereine zurück. Dieser Wunsch von ihnen sei früh gegenüber der Gemeinde erkennbar gewesen und wurde auch so bei der Vorständebesprechung Ende 2021 beschlossen. „Die Aufgabe der Gemeinde hat vor allem darin bestanden, das zu ermöglichen. Aber die Frage stand ja eh im Raum. Der Wille dazu war also durchaus wechselseitig“, so Astrid Loff. Anfangs sei man allerdings davon ausgegangen, dass Corona nach wie vor für Einschränkungen sorgen wird, Vorsichtsmaßnahmen erforderlich sein werden, damit die Sause nicht zum Infektionshotspot wird. Das werde zum Glück jetzt also doch nicht nötig sein, freut sich die Bürgermeisterin.

Schwaikheimer Vereine haben auf ein Nachholen gedrängt

Warum die Vereine auf ein Nachholen so bald wie möglich drängten, ist auch klar. Das Fest ist eine, wenn nicht die Haupteinnahmequelle für sie, zusammen mit den Mitgliedsbeiträgen. Fast alle, die bisher schon mitgemacht haben, sind wieder dabei, insgesamt 13 Vereine und Organisationen, darunter zum ersten Mal „Bermuda Schwoiga“, der Schwaikheimer VfB-Fanclub. Er wird beim Standort mit den Blumen- und Gartenfreunden kooperieren. Nicht teilnehmen wird beziehungsweise kann leider der Verein INa.

Von den Vereinen sei übrigens auch die Anregung gekommen, das Fest bereits im kommenden Jahr wieder zu veranstalten, damit es, klarer Fall, wieder vom Jahresrhythmus in der Reihe ist. Die Bürgermeisterin will sich in der Frage allerdings noch nicht festlegen, möglicherweise voreilig etwas versprechen, sondern meint diplomatisch: „Darüber reden wir noch mal.“ Sie erinnert daran, dass das Fest auch schon vorher nicht immer im Zweijahrestakt stattfand.

Nicht mehr Abschluss am Montag, dafür Beginn bereits am Freitag

Aber jetzt zu „der“ Neuerung. Ja, der Montag ist „weg“. Das, die Verschiebung nach vorne überhaupt, sei schon länger im Gespräch gewesen, so Astrid Loff. Der Montag bedeute immer mehr Personalaufwand für die Vereine, deren Helfer dafür extra einen Urlaubstag (ver)brauchten. Keine Frage, früher war der Montag der „Hauptkampftag“, war da am meisten los, auch tagsüber bereits. Das ist aber längst nicht mehr so. Auch die Zeiten, als der Sonntag „tot“ war, weil sich alle erschöpft vom Samstag erholen, Kräfte sammeln mussten für den Montag, sind Vergangenheit. Mit dem veränderten Zeitrahmen geht noch eine weitere Veränderung einher, auch das ein Wunsch der Vereine, der erfüllt wird: nämlich längere Ausschank- und Betriebszeiten. Am Freitag geht es von 17 bis 1.30 Uhr, am Samstag von 15 bis ebenfalls 1.30 Uhr, am Sonntag von 11 bis Mitternacht. Die Musik endet (soll) am Freitag und Samstag um jeweils 24 Uhr, am Sonntag um 23 Uhr.

Das Fleckenfest findet nicht „auf der grünen Wiese“ statt, sondern wie der Name eigentlich schon sagt, mitten drin im Ortskern und dort wohnen nun mal Leute. Es gibt also, sagen wir mal, schon von jeher in der Festzeit Beeinträchtigungen für diese. Sie erhalten, auch das wurde beschlossen, als eine Art Ausgleich, Wiedergutmachung Gutscheine für Essen und Getränke. Ansonsten aber bitte sie die Anwohner, doch einfach mitzufeiern, nach dem Motto „Endlich, nach drei Jahren wieder Fleckenfest“, so Astrid Loffs Appell.

Für die Bürgermeisterin ist es ihr erster Fassanstich

Für sie selbst ist es das Erste, sie kennt natürlich die Leutenbacher Hocketse, die allerdings, mit Verlaub und bei allem Respekt, mit dem Schwaikheimer Fleckenfest nicht ganz mithalten kann. Für die Bürgermeisterin wird es allerdings noch eine weitere Premiere geben, ihren ersten Fassanstich. Sie macht sich bereits so ihre Gedanken dazu, vielleicht vor Augen, was ihr Leutenbacher Amtskollege Jürgen Kiesl da schon alles auf der Bühne „angerichtet“ hat. Dessen „Missgeschicke“ sind legendär, geradezu Kult, allerdings auch die unnachahmliche Chuzpe, wie er damit umgeht. Auf jeden Fall, Astrid Loff ist vorgewarnt und sag daher nicht von ungefähr: „Ich brauche ein Übungsfass.“ Nach ihrem „Ziel“ gefragt, nennt sie keine Zahl für die Schläge, die sie höchstens brauchen will, sondern sagt bescheiden: „Das ist mir egal und auch wie ich dann aussehe, Hauptsache das Bier fließt hinterher.“

Mindestpreise sind abgesprochen, es gibt also kein Dumping

Sie freut sich stattdessen über die Kooperationen, etwa vom Musik- und vom Partnerschaftsverein. Das Problem, genügend Helfer zu finden, gebe es ja für alle. Umso schöner sei es, dass man sich gegenseitig unterstütze. Noch etwas ist „ausgemacht“, untereinander abgesprochen: Mindestpreise, keine(r) wird also versuchen mit Dumpingangeboten den anderen Gäste abspenstig zu machen. Außerdem hat der Gemeinderat signalisiert, den Vereinen einen Teil der umzulegenden Gemeinkosten zu erlassen. Die Gemeinde hat sich zudem eine eigene Kehrmaschine zugelegt, ein Fahrzeug mit Doppelsitzerkabine und Allradantrieb, von einer hiesigen, nicht ganz unbekannten Firma, die aufs Reinigen spezialisiert ist, von der hat sie ein gebrauchtes Exemplar zum Vorzugspreis bekommen. Die Typbezeichnung kommt Astrid Loff flott über die Lippen. Ja, sie ist schon Probe gefahren damit und dass das Gefährt multifunktional einsetzbar ist, das sei dem Bauhofleiter sehr wichtig, verrät sie.

Eigentlich hätte das 22. Schwaikheimer Fleckenfest bereits im vergangenen Jahr stattgefunden. Weil es aber in diesem Jahr besser zur Jahreszahl passt, ließ man es ausfallen, beziehungsweise verschob es aufs Jahr 2022. Nein, Spaß, ist natürlich Quatsch, wer in Schwaikheim würde es wagen, dem Fleckenfest und den Schwaikheimern wegen solcher Zahlenakrobatik so etwas anzutun? Natürlich war die Absage 2021 zwangsläufig der Pandemie geschuldet, also „alternativlos“, wie das heute ja

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper