Schwaikheim

Gaststätte Wiesental bekommt einen neuen Wirt

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Wolfgang Krämer (r.) freut sich, dass der TSV für das Wiesental-Lokal Gianluca Manta als Wirt gewinnen konnte. © Habermann / ZVW

Schwaikheim. Im Wiesental wird künftig italienisch gegessen und teilweise auch gesprochen. Die TSV-Gaststätte heißt fortan „Casa“. Gianluca Manta ist der neue Wirt. Er wechselt von seiner Trattoria in Bad Cannstatt nach Schwaikheim.

Das Lokal, in Schwaikheim über lange Jahre eine Institution mit ausgezeichnetem Ruf der Küche, gastronomische Anlaufadresse, wenn es um Konfirmationen, Kommunionsfeiern, Hochzeiten, runde Geburtstage und sonstige Familienfeste ging, hatte seit Jahresanfang geschlossen, nachdem der vorherige Pächter gekündigt hatte. Sein Nachfolger hätte Anfang März loslegen sollen. Doch Mario L. sitzt derzeit in Italien wegen Mafia-Verdachts im Gefängnis.

Der TSV hat die Schließzeit genutzt, um das Lokal, die Sanitäreinrichtungen, die Küche, die Wohnung oben für die Pächterfamilie zu renovieren. Der Gastraum bekommt, nach 30 Jahren, neue Stühle. Die Situation sei, nachdem Mario L. aus heiterem Himmel ausfiel, seltsam gewesen, meint der TSV-Vorsitzende Wolfgang Krämer. Der Verein sei sich zwar der Vorgeschichte von Mario L. durchaus bewusst gewesen, habe auch jüngere Informationen zu ihm eingeholt, sei von der aktuellen Entwicklung aber überrascht worden. Mario L. habe schließlich als Gastronom weithin und unbestritten einen ausgezeichneten Ruf. „Jeder, der von seiner Verpflichtung erfuhr, hat uns auf die Schultern geklopft und gesagt, einen Besseren findet ihr nicht.“

Ein Trost: „Noch nie so viele Bewerber wie dieses Mal“

Krämer kann dem Unheil aber auch etwas Gutes abgewinnen. Die neuerlichen Schlagzeilen um Mario L. und die unfreiwillige Publicity hätten insofern dem Verein nicht geschadet, „als wir noch nie so viele Bewerber hatten wie dieses Mal“. Unter diesen sei übrigens kein einziger Deutscher gewesen. Mehrere Italiener, Griechen, ein Inder und auch ein Caterer hatten Interesse.

Das Problem sei eben gewesen, dass man auf dem falschen Fuß erwischt worden sei, alles sehr kurzfristig habe bewältigen müssen, um die Zeit, in der das Lokal geschlossen ist, nicht noch weiter zu verlängern. Familien, die im Wiesental die Kommunion oder Konfirmation ihrer Sprösslinge feiern wollten, seien im Vorfeld, der Zeit der Reservierungen, verunsichert gewesen, ob und wie es mit der Gaststätte weitergeht. Die eine oder andere Feier dürfte ihr deshalb wohl verlorengegangen sein. „Ich bin ständig im Ort angesprochen worden. Das Telefon bei mir stand überhaupt nicht mehr still. Ich bin froh, dass wir das so schnell hinbekommen haben“, so Krämer, der für die Arbeiten seine Kontakte im Ort genutzt hat und voll des Lobes ist, wie die heimischen Handwerksbetriebe mitgezogen haben.

Ausschuss war in Mantas Trattoria, und er war begeistert

Nach einer Bewerbung am Telefon auf die Ausschreibung hin gab es ein Gespräch mit Manta, und der Ausschuss stattete ihm auf seine Einladung hin in seiner Trattoria mitten in der Altstadt von Cannstatt einen Besuch ab. Der Eindruck sei durchschlagend gewesen, so Krämer. Für Mantas Essen könne es nur die Note 1 geben.

Manta stammt aus der süditalienischen Region Apulien, aus der Nähe der Barockstadt Lecce. Er kam als Zwölfjähriger mit seiner Familie nach Stuttgart. Die Eltern waren ebenfalls Gastronomen, er machte zunächst einen Feinkostladen auf, auch mit Kleinigkeiten zum Mittagessen. Irgendwann gab er nach, als die Kunden, die es sich bei ihm schmecken ließen, immer wieder fragten, wann er denn endlich mittags auch warme Speisen anbiete. Die Trattoria ist Manta aber mittlerweile zu klein geworden, zumal dort keine Außenbewirtschaftung möglich ist.

Das Kochteam bringt er mit, alle drei sind aus Neapel

Zeitdruck für ihn gab es vor allem wegen des erforderlichen Umbaus der Küche. Manta berichtet, dass, nachdem feststand, dass er der neue Wirt wird und das Lokal bald wiedereröffnet, gleich viele Anfragen für Feiern kamen. Die Einbußen durch die Schließung würden sich deshalb wohl in Grenzen halten. Er wird das Wiesental mit seiner Lebensgefährtin betreiben. Selbst am Herd stehen wird er nur im Ausnahmefall, er bringt sein Kochteam aus der Trattoria mit, das im Übrigen komplett aus Neapel stammt. „Wir werden unser Bestes geben und bei den Lebensmitteln, die wir einkaufen, lege ich Wert auf Qualität“, verspricht Manta, „ich verwende zum Beispiel nur echten Mozzarella und Originalnudeln aus Italien.“


Schwaikheim. Im Wiesental wird künftig italienisch gegessen und teilweise auch gesprochen. Die TSV-Gaststätte heißt fortan „Casa“. Gianluca Manta ist der neue Wirt. Er wechselt von seiner Trattoria in Bad Cannstatt nach Schwaikheim.

Das Lokal, in Schwaikheim über lange Jahre eine Institution mit ausgezeichnetem Ruf der Küche, gastronomische Anlaufadresse, wenn es um Konfirmationen, Kommunionsfeiern, Hochzeiten, runde Geburtstage und sonstige

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