Schwaikheim

Paktebote überrollt: Rettungszeiten wurden eingehalten

Paketbote von eigenem Fahrzeug ueberrollt, Schwaikheim, Rems-Murr-Kreis, Ba.-Wue., 01.07.2016.
Augenzeugen kam die Wartezeit elend lang vor. Doch es verlief alles korrekt. © Benjamin Beytekin

Schwaikheim. Der Notruf zu dem schweren Unfall in Schwaikheim am Freitag ging um 9.31 Uhr in der Rettungsleitstelle ein. Der Notarzt war um 9.40 Uhr vor Ort, der Rettungshubschrauber um 9.41 Uhr. Selbst der Krankenwagen hielt die in Baden-Württemberg geltende 15-Minuten-Frist ein. Für Augenzeugen verlief die Rettung des verunglückten Postboten dennoch quälend lange.

„Die neun Minuten, bis der Notarzt da war, müssen den Betreffenden in der Schwaikheimer Unfallsituation schrecklich lang erschienen sein. Das verstehe ich“, sagt Sven Knödler, Geschäftsführer des Kreisverbands des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Wer einen Unfall miterlebt habe, wisse, wie sich das Zeitgefühl intensiviere.

„Schneller ging es aber nicht. Navi oder Routenplaner geben für die Strecke Waiblingen–Schwaikheim zwölf Minuten an, wir haben’s in neun geschafft, und mit neun Minuten die geltenden Fristen von höchstens 15 Minuten deutlich unterschritten.“

Auch der Rettungshubschrauber landete schon zehn Minuten nach dem Notruf, so Knödler.

Möglicherweise habe sich die Aussage eines Augenzeugen, der verunglückte Paketbote sei erst „mehr als 20 Minuten später“ gerettet worden, auf den Zeitpunkt des Abtransports bezogen. Wer jedoch Abtransport mit Rettung gleichsetze, sitze einer Fehldeutung auf, so Knödler.

„Früher hieß es bei der Notfallrettung noch schlichtweg: einladen und ab ins Krankenhaus. Das ist heute längst nicht mehr so. Notarzt und Sanitäter versorgen Verunglückte zunächst vor Ort.“ Gerade bei Schwer- und Mehrfachverletzten sei es notwendig, das Unfallopfer erst einmal zu stabilisieren und transportfähig zu machen. Die Rettungskräfte seien dafür mit den notwendigen medizinischen Gerätschaften ausgerüstet. „Es bringt ja nichts, wenn sie einen nicht stabilisierten Schwerverletzten in einen Hubschrauber laden, der kollabiert im Flug und sie müssten wieder sofort landen.“

Behandlung beginnt vor Ort

Im Schwaikheimer Fall bedeutete dies: Dass der von seinem eigenen Transporter mitgeschleifte Paketbote erst einmal vor Ort belassen worden sei, bedeute nicht, dass er nicht behandelt worden wäre. Das Gegenteil sei der Fall, sagt Knödler.

Wie berichtet, war ein 33 Jahre alter Paketzusteller am Freitagvormittag in Schwaikheim von seinem eigenen Transporter überrollt und dadurch schwer verletzt worden. Der Mann stellte gegen 9.30 Uhr seinen Transporter am Fahrbahnrand der Lindenstraße ab und stieg aus, hatte diesen aber nicht hinreichend gegen Wegrollen gesichert.

Das Fahrzeug fing an der abschüssigen Straße zu rollen an, weshalb der Mann versuchte, am Heck mit seinen Händen das Weiterrollen zu verhindern. Dabei geriet er unter den Transporter, wurde überrollt und etwa 50 Meter mitgeschleift. Das Fahrzeug prallte schließlich gegen einen Zaun sowie einen Citroën, wo es zum Stehen kam.

Da zunächst der Verdacht bestand, dass der Schwerverletzte unter dem Fahrzeug eingeklemmt sein könnte, wurden die Feuerwehren Schwaikheim und Winnenden hinzugerufen. Der Mann konnte jedoch vom Notarzt und weiteren Rettungskräften hervorgezogen und anschließend versorgt werden. Der Sachschaden an den beiden Fahrzeugen sowie dem Zaun wird auf etwa 7500 Euro beziffert.

Schwaikheim. Der Notruf zu dem schweren Unfall in Schwaikheim am Freitag ging um 9.31 Uhr in der Rettungsleitstelle ein. Der Notarzt war um 9.40 Uhr vor Ort, der Rettungshubschrauber um 9.41 Uhr. Selbst der Krankenwagen hielt die in Baden-Württemberg geltende 15-Minuten-Frist ein. Für Augenzeugen verlief die Rettung des verunglückten Postboten dennoch quälend lange.

„Die neun Minuten, bis der Notarzt da war, müssen den Betreffenden in der Schwaikheimer Unfallsituation

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