Schwaikheim

Schwaikheimer Britin will deutsche Staatsbürgerschaft

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Vanessa Edwins lebt seit 2011 in Schwaikheim und hat nun die Einbürgerung beantragt. © Alexander Roth
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Vanessa Edwins aus Schwaikheim mit ihren Hunden. © Ralph Steinemann Pressefoto

Schwaikheim. Der Brexit, der Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union, wirkt sich bis an den Zipfelbach aus. Dort, genauer gesagt in Schwaikheim, beschäftigt er die Britin Vanessa Edwins. Die Rentnerin kandidiert bei den Grünen für den Gemeinderat – und hat vor ein paar Wochen ihre Einbürgerung beantragt.

Frau Edwins, welche Gefühle löst der nahe Brexit bei Ihnen aus?

Es trifft mich im Herzen. Und es ist das absolute Chaos, das Land ist in dieser Frage geteilt. Finden die Politiker keine Lösung, gibt es eine hard border (Grenze) in Irland, und das macht mir Sorgen, ich habe dort Freunde und Verwandte. Aber von der Sache her bin ich mittlerweile absolut dafür, dass Großbritannien die EU verlassen soll. Bei der Abstimmung vor drei Jahren war ich noch dagegen! Seitdem habe ich viel gelesen und britisches Fernsehen geschaut, mich mit der EU-Politik und der Meinung unserer Politiker befasst.

Können Sie mit Deutschen über den Brexit reden?

Mit manchen kann ich das, bei anderen muss ich Beleidigungen schlucken nach dem Motto „euer blödes Land kriegt es nicht auf die Reihe“. Mit allen kann ich nicht darüber diskutieren. Weil die Deutschen durch einen Drei-Minuten-Beitrag in der Tagesschau natürlich nicht umfassend informiert sind. Das ist aber auch ein Kommunikationsproblem, zwischen uns, unseren Wünschen, und den EU-Ländern. Und so ist ja auch der angebotene Deal anders, als er hätte aussehen sollen vor drei Jahren. Wir Briten dürfen uns von der EU-Kommission nicht alles gefallen lassen. Wer Stress und Druck macht, ist jetzt wieder die EU, die bis zum 12. April eine Entscheidung will.

Warum? Sie bekommt wegen der Verlängerung doch viel Geld. Die Europawahl am 26. Mai macht eine weitere Verlängerung des Austrittsverfahrens schwierig, meiner Meinung nach aber nicht unmöglich. Immerhin hat Theresa May kürzlich zum ersten Mal eine sehr gute Rede gehalten, wie es sein muss, um das Land wieder zusammenzuführen. Es hätte aber vor Wochen passieren müssen. Wenn Großbritannien ausgestiegen ist, wird es hart für das Land, vor allem für die Menschen, die jetzt schon drei, vier Jobs machen müssen. Aber das Land wird nicht untergehen. Es wird am Ende gesünder sein als mit der EU.

Sie leben seit 1979 mit Pausen in Deutschland, seit 2011 sind Sie fest hier, in Schwaikheim. Wieso beantragen Sie erst jetzt, als Rentnerin, zusätzlich den deutschen Pass?

Ich habe mich dafür entschieden, weil es für mich sonst nach dem Brexit ein Riesen-Heckmeck werden würde, wenn ich bei jeder Fahrt nach Frankreich ein Visum beantragen müsste. Dieses Jahr war ich schon fünfmal dort bei Freunden, außerdem fahre ich oft zu Hundeausstellungen. Von einer Freundin habe ich von dem Angebot eines Schnellverfahrens erfahren, bei dem man den deutschen Pass bekommt und den britischen Pass behalten kann. Das ist aber nicht so, das Verfahren ist genauso wie immer. Das Ausfüllen der Formulare hat sechs Stunden gedauert, das war irre.

Schwaikheim. Der Brexit, der Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union, wirkt sich bis an den Zipfelbach aus. Dort, genauer gesagt in Schwaikheim, beschäftigt er die Britin Vanessa Edwins. Die Rentnerin kandidiert bei den Grünen für den Gemeinderat – und hat vor ein paar Wochen ihre Einbürgerung beantragt.

Frau Edwins, welche Gefühle löst der nahe Brexit bei Ihnen aus?

Es trifft mich im Herzen. Und es ist das

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