Schwaikheim

Was Jugendlichen in Schwaikheim fehlt

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Symbolbild. © Laura Edenberger
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Bürgermeister Häuser und die Gemeinderäte im Gespräch: Was geht, was ist vielleicht machbar, was eher unwahrscheinlich?

Schwaikheim. Eine Street-Work-out-Anlage, also Fitnessgeräte im Freien, schlägt ein Gymnasiast, der in Winnenden die zwölfte Klasse besucht, vor. Die Idee dürfte noch einer der am ehesten umzusetzenden von all denen sein, die bei einem Jugendhearing in der Gemeindehalle zusammengekommen sind. Einen Vormittag lang durfte, sollte der Nachwuchs hirnen. Das Ergebnis des Jugendhearings ist erstaunlich, ja verblüffend und widerlegt alle Vorurteile über „die Jugend von heute“.

Die Jugendlichen haben ihre Anregungen und Vorschläge, aber auch Kritik, in Gruppen gesammelt, aufgeschrieben, teilweise auch aufgezeichnet, aufgemalt und an die lange Seitenwand der Halle gepinnt. Anschließend haben sie ihre Ergebnisse den Gemeinderäten und Vertretern der Verwaltung erläutert, ehe die, wiederum nichtöffentlich, berieten, welche Erkenntnisse, Lehren oder gar bereits Konsequenzen aus dieser fantasievollen Fleißarbeit für die Gemeinde zu ziehen sind.

„Billiger als ein Fitnessstudio“

Der genannte Zwölftklässler schlug auch gleich einen Standort vor für seinen Fitnesspark, der wirklich einleuchtet: beim Skaterpark im Freizeitzentrum. Seine Begründung für die Anlage liegt ebenfalls auf der Hand: „billiger als ein Fitnessstudio“.

Ein anderer Wunsch der Jugendlichen, der mehrfach vorkommt: „Ein Ort, an dem man chillen kann.“ Betonung auf „ungestört“, was ausdrücklich heißt „ohne Lehrer“. Vor allem ältere Schüler, zumal wenn sie von auswärts kommen, etwa aus Berglen, Winnenden, Weiler zum Stein, wissen offenbar in der Mittagspause der Gemeinschaftsschule nicht so richtig, wohin mit sich. In der Nähe muss es sein, für weiter Entferntes ist die Pause zu kurz. Bürgermeister Gerhard Häuser erfährt, dass der neue Aufenthaltsraum in der Schule offenbar nicht alle Wünsche in der Richtung erfüllt. Er vertröstet etwas auf den Erweiterungsbau, der kommen wird samt Mensa.

Schulhof soll Bolzplatz mit richtigen Toren werden

Einige Jungs aus der siebten und achten Klasse wollen einen Bolzplatz mit richtigen Toren auf dem Schulhof, andere gar ein richtiges Spielfeld (wiederum andere sogar einen Kunstrasen). Manche gehen sogar so weit zu fordern, dass die Torwand, die Tischtennisplatte und wohl auch der Basketballkorb dafür weichen sollten.

Noch ein Wunsch des Nachwuchses, der leicht variiert mehrfach vorkommt: Freies WLAN in ganz Schwaikheim, also die Möglichkeit, überall dort kostenlos im Internet zu surfen. Der Vorschlag eines weiteren Hotspots auch am Bahnhof ist Häuser schon vorher zu Ohren gekommen.

Der Schulbus, fehlende oder zu seltene Verbindungen von oder nach Hause sind Sorgenkinder der auswärtigen Schüler. Die Anbindung, die Abstimmung bei den Ankunfts- und Abfahrtszeiten auf die Unterrichtszeiten sollten besser sein, meint eine Zehntklässlerin, die aus Stetten kommt. Sie hat, bis sie von dort in der Schule ist oder von dort nach Hause kommt, in der Tat jeden Tag eine „halbe Weltreise“ hinter sich. Als sie nach der Grundschule in die Sekundarstufe kam, gab es damals für die Gemeinschaftsschule nur Schwaikheim.

Eine Gruppe fordert „Schwaikheim soll schöner werden“

„Schöner“ oder „besser“ soll auch der Bahnhof oder sogar gleich ganz Schwaikheim sein, lauten die Wünsche von anderen Gruppen, die dazu sogar Pläne mit Verbesserungsvorschlägen gezeichnet haben. Die Liste von Neuntklässlern, die die Albertville-Realschule und das Lessing-Gymnasium in Winnenden besuchen: Nulltarif beim VVS, ein Park mit Free-Key, weniger Verkehr, pünktliche Busse, ein Fitnesscenter (andere sprechen von einem „Gym“ in der Schule für den Sportunterricht), ein Ort „zum Partymachen“ (was ist mit dem Jugendtreff?) , mehr Bäume – und ein Hallenbad. Andere fordern ein solches, „weil der Winter so lang ist und das Freibad zu hat“. Wer mag dem widersprechen?

Eine Schülerin hat sich ganz auf die Weiler Straße und deren Probleme, vor allem den vielen Verkehr, konzentriert. Bei ihrer Forderung nach einer „neuen Durchgangsstraße“ zur Entlastung kann man die Gemeinderäte und Häuser erneut innerlich aufstöhnen hören.

Schwaikheim. Eine Street-Work-out-Anlage, also Fitnessgeräte im Freien, schlägt ein Gymnasiast, der in Winnenden die zwölfte Klasse besucht, vor. Die Idee dürfte noch einer der am ehesten umzusetzenden von all denen sein, die bei einem Jugendhearing in der Gemeindehalle zusammengekommen sind. Einen Vormittag lang durfte, sollte der Nachwuchs hirnen. Das Ergebnis des Jugendhearings ist erstaunlich, ja verblüffend und widerlegt alle Vorurteile über „die Jugend von

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