Schwaikheim

Weshalb die Schwaikheimer Mauritiuskirche in ein Gerüst gehüllt ist

Mauritiuskirche
Max Müller (Vorsitzender der Kirchengemeinde), der zuständige Architekt Stefan Bregler und die Gipser Ludwig und Nicolaj Meßmer (von links). © ALEXANDRA PALMIZI

Dass sich an der Maurituskirche derzeit etwas tut, kann jeder erkennen, der durch den Ort kommt. Die spätgotische Turmchorkirche ist Anfang Oktober eingerüstet worden. Eine „Schönheitsmaßnahme“ und ein paar Reparaturen stehen an. Auch die Taubenabwehr steht auf der Agenda der Renovierungsarbeiten. Manche Schäden haben die Arbeiter erst erkannt, als das Gerüst schon stand.

Aktuell werden Schiff und Turm außen renoviert. Eine „Schönheitsreparatur“, in deren Zentrum der in die Jahre gekommene Altputz steht, wie Max Müller, Erster Vorsitzender der Kirchengemeinde, sagt. Vor fast 20 Jahren sei die Mauritiuskirche zum letzten Mal gestrichen worden. Im Jahr 1991 war die von bemoosten und verwitterten Stellen befallene Fassade kein schöner Anblick mehr, erinnert sich Müller. Neben einer denkmalschutzgemäßen Renovierung einiger Sandsteine im Außenbereich sei damals auch das Turmdach neu gedeckt worden, dabei sei man auf einige morsche Stellen im Turmgebälk gestoßen, auch diese seien ausgebessert worden.

Ein weiteres Mal tat sich im Jahr 2004 etwas an der Kirche: Im Rahmen einer Außensanierung wurden Risse in der Wand beseitigt. „Man hat die Hauptbalken im Kirchenschiff durch neue ersetzt, um die Stabilität zu wahren.“

Nässe und Algenbefall im Sandsteinsockel

Nun ist es an der Zeit für eine turnusgemäße „Unterhaltungsmaßnahme zur Erhaltung des Bauwerks“, wie der vom Baudezernat der Landeskirche beauftragte Schwaikheimer Architekt Stefan Bregler sagt. Auch sei im Sandsteinsockel ein Nässe- und Algenbefall festgestellt worden, was dazu führe, dass auch am Natursteinmauerwerk nachgebessert wird. Dabei werden schadhafte Sandsteine durch neue ersetzt, das schütze das Fundament langfristig vor abfließender Feuchtigkeit und Schaden. Sichtbarer von weitem ist die Erneuerung der Außenfassade, die ein Kleid aus Kalk und Silikatfarbe erhält. Die gesamte Altputzfassade wird abgedampft und anschließend mit neuem Kalkputz aufgehübscht. Als Haftbrücke kommt ein Spritzbewurf drauf, auf die vorbereitete Fläche dann Kalk-Renovierputz, der das bestehende Farbkonzept der Mauritiuskirche mitsamt der Begleitstriche nicht verändere.

Bröseliger Putz an der Westseite

An der Westseite ist es mit einem Anstrich nicht getan: Dort zeigte sich erst, nachdem das Gerüst stand, dass der alte Zementputz bröselig geworden war. Zudem müssen pilzbefallene Flächen an den Wetterseiten im Westen entfernt werden. Weiteres Ziel der Unterhaltungsmaßnahme ist es, nach der Taubenabwehr zu schauen. Einige Zeit, so ist von Stefan Bregler zu erfahren, habe ein Falke die Tauben abgewehrt - er sei inzwischen aber weitergezogen. Künftig halten schwarz beschichtete Edelstahlnetze die Tauben fern und verhindern ein Nisten der Vögel. In der Maßnahmenbeschreibung heißt es: „Das Regenwasser der Dachfläche und des Turmhelms schwappt bei Starkregen über die Regenrinne und läuft an der Ostwand hinunter.“ In der Rinne hatte sich Vogelkot gesammelt. Um künftige Verschmutzungen entlang der Fassade zu verhindern, wurden die Netze bis zu deren Vorderkante eingebaut. Überarbeitet werden nach Breglers Information auch die Apsis an der Ostseite und die Schallläden, auch sie sollen Netze erhalten.

350 000 Euro kostet die Sanierung

Eigentlich wäre das Gerüst schon im Mai gestanden. Die Verzögerung der Genehmigung sei wohl nur zum Teil coronabedingt. „Nachdem der lockere Putz entdeckt wurde, musste nochmals das Denkmalamt eingeschaltet werden, um es freizugeben“, erklärt Max Müller. Die denkmalschutzliche Genehmigung habe sich um drei Monate verzögert. Erst im Juli konnten die Verträge mit den Handwerkern abgeschlossen werden.

Die Trocknungszeit des neuen Putzes eingerechnet werde der Zeitplan bis zum ersten Advent nicht zu schaffen sein. „Aber es brennt uns nicht unter den Nägeln“, so Müller. Mehrkosten seien durch die spätere Fertigstellung nicht zu befürchten. Die Kosten in Höhe von 350 000 Euro werden zum größten Teil aus Eigenmitteln der Kirchengemeinde finanziert. 30 Prozent Zuschuss kommen von der Landeskirche, weitere sieben Prozent vom Kirchenbezirk Waiblingen. Als Drittes wird es nach Beendigung der Maßnahmen einen Zuschuss der Gemeinde Schwaikheim in Höhe von 30 000 Euro (maximal 20 Prozent der Sanierungskosten) geben.

2017 hat der Kirchengemeinderat beschlossen, die Maßnahme in Angriff zu nehmen, und den Antrag an den Oberkirchenrat und ans Denkmalamt zur Genehmigung gestellt.

Nun ist alles in der Spur: Lediglich bei niedrigen Temperaturen unter fünf Grad Celsius müssen die Arbeiten witterungsbedingt eingestellt werden. Läuft alles nach Plan, erstrahlt im März 2021 das 483 Jahre alte und damit das älteste Gebäude im Ort wieder in neuem Glanz.

Dass sich an der Maurituskirche derzeit etwas tut, kann jeder erkennen, der durch den Ort kommt. Die spätgotische Turmchorkirche ist Anfang Oktober eingerüstet worden. Eine „Schönheitsmaßnahme“ und ein paar Reparaturen stehen an. Auch die Taubenabwehr steht auf der Agenda der Renovierungsarbeiten. Manche Schäden haben die Arbeiter erst erkannt, als das Gerüst schon stand.

Aktuell werden Schiff und Turm außen renoviert. Eine „Schönheitsreparatur“, in deren Zentrum der in die Jahre

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