Urbach

Barrierefreie Bushaltestellen in Urbach: Welche zuerst umgebaut werden sollen

Bushaltestellen
Die Haltestelle Quellenweg soll nach dem derzeitigen Plan noch in diesem Jahr angegangen werden. © Alexandra Palmizi

Von einer gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderungen im alltäglichen Leben ist die Gesellschaft in vielen Bereichen noch weit entfernt. Zumindest im öffentlichen Nahverkehr sollten aber bald Fortschritte gemacht werden. Auch in Urbach, das stellt die Gemeinde jedoch vor Herausforderungen.

Im Personenbeförderungsgesetz ist bundesweit festgelegt, dass die Barrierefreiheit in den Nahverkehrsplänen zu berücksichtigen ist und bis zum Januar 2022 umgesetzt werden sollte. Ausnahmen von dieser Frist gelten, sofern im Nahverkehrsplan Ausnahmen konkret benannt und begründet werden. Davon dürften viele Kommunen Gebrauch machen, denn wer auf barrierefreie Haltestellen angewiesen ist, findet diese sicherlich noch nicht überall vor.

Bis 2028 will die Gemeinde Urbach alle Haltestellen barrierefrei umbauen

In Urbach bestehen derzeit teilweise zum Beispiel noch große Höhenunterschiede zwischen dem Wartebereich und der Einstiegsmöglichkeit in einen Bus. Die Gemeinde strebt an, bis zum Jahr 2028 alle Bushaltestellen barrierefrei umzugestalten. Dabei muss sie verschiedene Faktoren berücksichtigen, zum Beispiel die Ausbauform und die Länge der Haltestelle, die Bordsteinhöhe, ein optisch taktiles Leitsystem, Bewegungsflächen und Sitzgelegenheiten.

Der Technische Ausschuss der Gemeinde beriet in seinen vergangenen zwei Sitzungen insgesamt mehrere Stunden darüber, wie der Umbau in der Kommune gestaltet werden könnte und welche Bushaltestellen dabei priorisiert werden sollten.

Das Problem: Einige der Bushaltestellen können an ihrem jetzigen Standort nicht komplett barrierefrei umgebaut werden, weil die Mindestlängen, Breiten und Tiefen dafür nicht erfüllt sind oder andere Anforderungen nicht erfüllt werden. Zudem könnten bei manchen Haltestellen Umbaumaßnahmen im Umfeld anfallen, die zu hohen Kosten führen würden.

Manche Bushaltestellen müssen verlegt werden oder könnten wegfallen

Teilweise müssen also Bushaltestellen verlegt werden oder drohen, ganz wegzufallen. Die Haltestelle Kapfstraße in Fahrtrichtung Süd muss zum Beispiel weiter vom dortigen Zebrastreifen verlegt werden, um bessere Sichtverhältnisse zu schaffen, genauso die Haltestelle Feuerwehr, ebenso in südlicher Fahrtrichtung.

Bei der Haltestelle Hölderlinweg und der Haltestelle am Beginn der Konrad-Hornschuch-Straße stellte sich bei den Diskussionen im Technischen Ausschuss gar die Frage, ob sich ein Erhalt überhaupt lohnt, da der barrierefreie Umbau mit großem Aufwand verbunden wäre und weitere Bushaltestellen in der Nähe bestehen.

Diskussionen müssen weitergeführt werden

Finale Entscheidungen traf der Technische Ausschuss allerdings noch nicht, Ziel der Diskussionen war es lediglich, die Entwürfe zum Umbau der Bushaltestellen freizugeben, damit ein Antrag auf Fördermittel als Gesamtpaket gestellt werden kann. Bürgermeisterin Martina Fehrlen merkte bei der Diskussion an, dass sich die Rahmenbedingungen an manchen Haltestellen in den nächsten Jahren auch noch ändern könnten. Auf den Rat komme in Zukunft also noch viel Diskussionsarbeit zu.

Die Verwaltung hat eine Prioritätenliste erstellt, die regeln soll, welche Bushaltestellen zuerst umgebaut werden sollen - allerdings unter Vorbehalt, da Haltestellen bei unvorhergesehenen Straßenarbeiten gleich mitumgebaut werden könnten oder andere Maßnahmen sich verzögern könnten. Zuerst angegangen werden sollen demnach voraussichtlich noch in diesem Jahr die Bushaltestellen Quellenweg und dann 2023 im Zuge der ohnehin anstehenden Arbeiten in der Wasenstraße die Bushaltestellen Benzstraße und Wasenstraße.

Insgesamt 1 625 000 Euro

Im Haushalt der Gemeinde soll für den Umbau der Bushaltestellen jährlich etwa eine Viertelmillion Euro eingeplant werden, nicht berücksichtigt sind dabei die Fördermittel von etwa 180 000 Euro im Jahr, mit denen die Kommune rechnet. Insgesamt ist für den barrierefreien Umbau der Bushaltestellen eine Gesamtsumme von etwa 1 625 000 Euro errechnet worden.

Von einer gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderungen im alltäglichen Leben ist die Gesellschaft in vielen Bereichen noch weit entfernt. Zumindest im öffentlichen Nahverkehr sollten aber bald Fortschritte gemacht werden. Auch in Urbach, das stellt die Gemeinde jedoch vor Herausforderungen.

Im Personenbeförderungsgesetz ist bundesweit festgelegt, dass die Barrierefreiheit in den Nahverkehrsplänen zu berücksichtigen ist und bis zum Januar 2022 umgesetzt werden sollte.

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