Urbach

Brand auf dem Wellingshof: Die Urbacher Verwaltung hat eine Lösung für Spendewillige gefunden

Grossbrand, Wellingshof, Urbach, 25.05.2020.
Das Haus brannte komplett nieder. Archivfoto. © Benjamin Beytekin

Zweieinhalb Wochen ist es her, dass ein altes Bauernhaus auf dem Wellingshof komplett abbrannte. Nur knapp konnte die Urbacher Feuerwehr mit Unterstützung der Wehren aus Plüderhausen, Schorndorf, Welzheim und Fellbach die Nachbarhäuser davor retten, das gleiche Schicksal zu teilen. Die Bewohnerin des alten Bauernhauses konnte sich glücklicherweise retten, verlor in dem Feuer aber ihre gesamten Besitztümer. Sie kam zunächst bei ihrer Familie und im Anschluss bei Nachbarn auf dem Wellingshof unter.

Wohin mit den Spenden?

In der Folge des Vorfalls wollten einige Menschen dem Brandopfer mit Geldspenden helfen. Das gestaltet sich aber gar nicht so einfach. Ein Mann aus Haubersbronn, der sich an unsere Zeitung wandte, erzählte uns von seinen Schwierigkeiten, als Privatperson ein Spendenkonto einzurichten. Ohne weiteres war das nicht möglich, extra einen Verein dafür zu gründen wäre mit viel Aufwand verbunden gewesen. Wohin also mit den Spenden? Schließlich plante die Gemeinde Urbach zunächst nicht, ein Spendenkonto einzurichten.

„Wir dürfen nicht“, erklärt Achim Grockenberger vom Ordnungs- und Kulturamt der Gemeindeverwaltung auf Nachfrage. Weil es sich „nur“ um eine geschädigte Person handle, sei es nicht möglich, Spenden über die Gemeindekasse abzurechnen. Deshalb plante die Verwaltung ursprünglich eine ebenso pragmatische wie unkomplizierte Lösung: Die Kontonummer der Betroffenen sollte - mit ihrem Einverständnis - im Urbacher Mitteilungsblatt veröffentlicht werden. Dann hätten Menschen direkt an die Frau spenden können.

Die Spenden gehen an den Verein "Die Schatzkiste"

„Das geht aber auch nicht“, weiß Achim Grockenberger inzwischen, nachdem er mit der Hausbank der Geschädigten telefoniert hat. „Aus steuerrechtlichen Grünen.“ Außerdem könnte die Frau in diesem Fall keine Spendenbescheinigung ausstellen. Für kleinere Beträge von Privatpersonen wäre das vermutlich kein Hindernis. Würde sich aber zum Beispiel eine Firma entschließen, einen größeren Betrag beizusteuern, wäre es eventuell ein Nachteil.

„Es muss dringend eine Lösung gefunden werden“, sagte Achim Grockenberger bei einem Gespräch mit unserer Zeitung Mitte der Woche. „Sonst gerät das in Vergessenheit“, befürchtete er. Inzwischen ist diese Lösung gefunden: Wer an die Frau, die bei dem Brand ihr Haus verlor, spenden möchte, kann nun einen Betrag auf das Konto des Urbacher Vereins „Die Schatzkiste“ überweisen.

Die Frau benötigt auch Sachspenden

Auf diese Weise fließen keine direkten Gelder an die Betroffene und es können Spendenbescheinigungen ausgestellt werden. Zudem veröffentlichte die Gemeinde in ihrem jüngsten Mitteilungsblatt eine Liste mit Sachspenden, die die Betroffene benötigt. Diese können im Gegensatz zu Geldspenden auch direkt an die Frau geleistet werden. Benötigt werden unter anderem ein Kühlschrank, ein Herd samt Backofen und ein Wäschetrockner sowie diverse kleinere Geräte und Küchenutensilien.

Spendemöglichkeit

Wer für das Brandopfer spenden möchte, kann unter Angabe des Betreffs „Brand Wellingshof“ mit diesen Eckdaten einen Betrag an die Urbacher Schatzkiste überweisen: IBAN: DE3860 2500 1000 1511 0909, BIC: SOLADES1WBN (Kreissparkasse Waiblingen).