Urbach

Corona-Blutspende mit Stromausfall

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Die Maskenpflicht ist nur eine von wenigen neuen Schutzmaßnahmen beim Blutspenden. © Büttner
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Die Blutkonserven müssen gekühlt werden. © Büttner

Wie systemrelevant Ärzte, Krankenhaus-Mitarbeiter und Pflegefachkräfte sind, ist uns allen bewusst. Damit Schwerkranke und Unfallopfer weiterhin versorgt werden können, fallen auch Blutspende-Termine selbstverständlich nicht unter das Versammlungsgebot. Sie laufen allerdings etwas anders ab als gewohnt. Dass es am Montagnachmittag in der Auerbachhalle kurz stressig wurde, hing aber nicht mit den neuen Schutzmaßnahmen zusammen.

Um 15.22 Uhr fiel in Teilen von Urbach das Mittelspannungsnetz aus, weil ein Bagger bei Bauarbeiten an der Ecke Bachstraße und Neumühleweg ein Kabel durchtrennte. Das war der Grund, dass auch in naher Entfernung in der Auerbachhalle, wo diese Woche eine große Blutspendeaktion des Deutschen Roten Kreuzes stattfindet, der Strom wegblieb. „Das war besonders dramatisch, weil Blutkonserven gekühlt werden müssen“, sagt Bürgermeisterin Martina Fehrlen. Es musste also schnell eine Lösung gefunden werden.

„Ungefähr eine Stunde hält sich das Blut ohne Kühlung“, sagt Renate Rapp, die beim DRK die Terminleitung innehat. „Wir sind von der Halle ins DRK-Gerätehaus losgezogen und haben drei kleine Notstromaggregate geholt“, berichtet Harry Hasert, stellvertretender Bereitschaftsleiter beim Urbacher DRK-Ortsverein. Damit war die Notversorgung in der Halle erst einmal gesichert. Weil aber nicht bekannt war, wie lange der Strom noch wegbleiben würde, mussten die Helfer weiterdenken.

Das Blut hält sich ohne Kühlung etwa eine Stunde lang

Die Gemeinde Urbach besitzt momentan kein großes Stromaggregat. Unverzagt machten sich zwei Helfer deshalb auf den Weg nach Winterbach, um von der dortigen Feuerwehr ein größeres Notstromaggregat auszuleihen. Zwar funktionierte die reguläre Stromversorgung später am Nachmittag wieder, aber: „Das Aggregat haben wir zur Sicherheit noch in Urbach stehen lassen“, so Hasert. Laut Bürgermeisterin Martina Fehrlen wurde die Anschaffung eines großen Aggregats schon im aktuellen Haushalt der Gemeinde berücksichtigt. „Beim nächsten Mal haben wir eines“, verspricht sie.

Die Veranstalter der Blutspende hoffen, dass es gar nicht wieder so weit kommt. Von der Aufregung am Montagnachmittag abgesehen, läuft die Blutspende in der Auerbachhalle entspannt ab. Seit dem Anfang der Coronakrise dürfen Blutspender nur noch mit Termin vorbeikommen. „Das mit der Terminreservierung wollen wir vielleicht beibehalten“, sagt Renate Rapp. Normalerweise komme es öfters zu „Ballungszeiten“, die dazu führen, dass Menschen sich auf längere Wartezeiten einstellen müssen. Das ist nun nicht mehr der Fall. Statt in vielen Orten an einzelnen Tagen finden die Blutspendeaktionen im Moment zentralisierter, aber dafür an mehreren Tagen statt. In der Auerbachhalle kann noch bis Freitag Blut gespendet werden, am Dienstagnachmittag waren aber schon alle Termine für diese Woche ausgebucht.

Die Menschen spenden trotz Corona

„Die Resonanz ist sehr gut“, sagt Harry Hasert. Von den neuen Schutzmaßnahmen wie der Maskenpflicht, Temperaturmessung am Eingang und einem fehlenden Ruheraum ließen sich wohl nicht viele abhalten. Stand Dienstagnachmittag hatten schon 170 Menschen gespendet. Seit der ersten Blutspende-Aktion in Urbach 1959 haben insgesamt 29 796 Menschen Blut gespendet. „Diese Woche knacken wir auf jeden Fall die 30 000“, freut sich Hasert.

Zu Engpässen in der Blutversorgung ist es laut Renate Rapp seit Beginn der Coronakrise nicht gekommen. Die Krankenhäuser hatten in den vergangenen Wochen einen niedrigeren Bedarf an Blut, weil so viele Operationen verschoben wurden. Wenn die Kliniken wieder auf den Normalbetrieb umstellen, wird sich das schnell ändern.

Wer mit Covid-19 infiziert war, muss zwei Monate warten, bis er wieder Blut spenden darf. Fragen zu Covid-19 stellen die Spender laut Rapp nur selten. „Manche wollen wissen, ob das Blut auf Corona getestet wird“, sagt sie. Diese Frage muss sie verneinen. „Die meisten haben sich aber im Vorfeld gut informiert.“

Wie systemrelevant Ärzte, Krankenhaus-Mitarbeiter und Pflegefachkräfte sind, ist uns allen bewusst. Damit Schwerkranke und Unfallopfer weiterhin versorgt werden können, fallen auch Blutspende-Termine selbstverständlich nicht unter das Versammlungsgebot. Sie laufen allerdings etwas anders ab als gewohnt. Dass es am Montagnachmittag in der Auerbachhalle kurz stressig wurde, hing aber nicht mit den neuen Schutzmaßnahmen zusammen.

Um 15.22 Uhr fiel in Teilen von Urbach das

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