Urbach

Corona-Lockerungen: Restaurants dürfen wieder öffnen - kommen die Gäste auch zurück?

Symbolfotogastrocorona
Eine Pizza wieder im Restaurant statt vor dem Fernseher genießen? Das geht inzwischen wieder - allerdings sind dabei einige Vorgaben zu beachten. Symbolfoto. © Gaby Schneider

Seit einer Woche dürfen die Gastronomen im Rems-Murr-Kreis ihre Speisen wieder im Restaurant anbieten und nicht mehr wie in den vergangenen Monaten nur zum Mitnehmen. Dafür gibt es allerdings einige Auflagen, die Restaurantbesitzer und Gäste beachten müssen. Gäste müssen nachweisen, dass sie entweder geimpft, genesen oder getestet sind, wenn sie vor Ort essen wollen. Zudem gelten in den Restaurants weiterhin Abstands- und Hygieneregeln und sie müssen um 21 Uhr für den Tag schließen. Wie wurde das Angebot in der vergangenen Woche angenommen?

„Wir haben letzten Dienstag wieder aufgemacht“, sagt Michael Pernesch, Inhaber der Gaststätte Altes Rathaus in Plüderhausen. Zusammen mit seinem Geschäftspartner habe er sich überlegt, ob der Schritt Sinn mache. „Normalerweise haben wir über 100 Plätze“, so Pernesch. Das alte Fachwerkhaus, in dem das Restaurant untergebracht ist, sei aber relativ eng und kuschelig, mit den Abstands- und Hygieneregeln könnten also bei schlechtem Wetter nur etwa 30 Menschen im Innenbereich einen Platz finden. Rein wirtschaftlich, so Pernesch, sei das schwierig; die Personalkosten seien fast die gleichen.

Negative Kommentare in sozialen Medien

Finanziell wäre es also vielleicht die bessere Lösung gewesen, die Speisen erst einmal weiterhin nur zum Mitnehmen anzubieten. Um negative Reaktionen zu vermeiden und ihre Gäste wieder im Restaurant begrüßen zu können, haben die Betreiber sich aber relativ schnell dazu entschlossen, das Alte Rathaus auch für den Verzehr vor Ort zu öffnen. „Wir haben eine gute Resonanz bekommen“, sagt Michael Pernesch nach ein paar Tagen Öffnung. Das Angebot sei angenommen worden. Probleme habe es nur in den sozialen Netzwerken gegeben.

Dass das Alte Rathaus wieder öffnet, hatten dessen Besitzer auch in den sozialen Medien verkündet, zusammen mit der Erklärung über die aktuell geltenden Regeln für den Restaurantbesuch. „Da wurde uns vorgeworfen, dass wir gesunde Menschen diskriminieren,“ so Pernesch, der das nicht nachvollziehen kann. „Es ist ja nicht so, dass wir uns die Corona-Verordnung ausgesucht haben und das aus Spaß oder Freude machen. Wir machen das, was wir müssen, um unseren Betrieb wieder aufnehmen zu dürfen.“ Nach den vielen negativen Kommentaren habe er sich gesorgt, dass die Gäste vielleicht gar nicht kommen würden. „Aber das war zum Glück nur eine ganz kleine Minderheit, die ein Problem damit hatte“, so Pernesch. „Die meisten sind einfach froh, dass sie sich mal wieder in einen Biergarten oder in ein Lokal setzen können.“ Und auch den Gastronomen tue es gut, die Gäste wieder bei sich begrüßen zu dürfen.

"Nicht so wie früher"

„Die meisten waren wirklich sehr gut darauf vorbereitet“, sagt Michael Pernesch über die Gäste. Sie seien darüber informiert gewesen, welche Nachweise sie mitbringen müssen. Und wenn doch einmal jemand keinen Test hatte, konnte er Menschen vor Ort selbst testen, weil er eine entsprechende Schulung gemacht hat.

Die Schulung, die nötig ist, um Menschen zu testen, hat auch Kai Heiland von der Winterbacher Gaststätte „Zom Heiland“ gemacht, um Gäste trotzdem bedienen zu können, wenn sie den Nachweis einmal vergessen. „Es lief schon arg schleppend an“, sagt er über die vergangene Woche. Die Gäste fänden es prinzipiell gut, dass wieder offen ist, „aber es ist alles ein bisschen mit Zwang und nicht so wie früher“, so Heiland. Er geht aber davon aus, dass die Regeln bald wieder lockerer werden. „Es wird ja jede Woche besser.“

21 Uhr zu früh zum Schließen

Ein weiterer Faktor, der manche Personen vielleicht davon abhält, die Gaststätte zu besuchen, vermutet Heiland, sei die frühe Schließzeit um 21 Uhr. „Wenn die Leute erst um 18 oder 19 Uhr aus dem Geschäft kommen, lohnt es sich dann vielleicht nicht mehr, den Test zu machen.“ Zudem sei das Wetter bis jetzt eher kalt und verregnet gewesen. „Ich habe schon Verständnis“, sagt Heiland über die Corona-Auflagen. Bei einer so niedrigen Inzidenz wie momentan halte er manches aber auch für etwas übertrieben.

Auch in das Urbacher Lokal „Osteria Pane e Vino“ kehrten die Gäste nur verhalten zurück. „Wir haben gerade noch das Gefühl, das weiß noch keiner oder die Leute wollen wegen der Tests nicht“, sagt Inhaberin Enisa Fusco über die aktuelle Öffnungs-Situation. Der Betrieb zum Mitnehmen laufe den Umständen entsprechend gut, aber von den 35 Plätzen im Innen- und 20 Plätzen im Außenbereich seien täglich nur etwa zehn besetzt gewesen. Enisa Fusco vermutet, dass auch die Pfingstferien mit dazu beitrugen, dass weniger Gäste kamen. Sie hofft, dass sie bald wieder länger und mit weniger Auflagen öffnen darf.

Seit einer Woche dürfen die Gastronomen im Rems-Murr-Kreis ihre Speisen wieder im Restaurant anbieten und nicht mehr wie in den vergangenen Monaten nur zum Mitnehmen. Dafür gibt es allerdings einige Auflagen, die Restaurantbesitzer und Gäste beachten müssen. Gäste müssen nachweisen, dass sie entweder geimpft, genesen oder getestet sind, wenn sie vor Ort essen wollen. Zudem gelten in den Restaurants weiterhin Abstands- und Hygieneregeln und sie müssen um 21 Uhr für den Tag schließen. Wie

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