Urbach

Das Maierbach-Biotop in Urbach ist in schlechtem Zustand: Warum passiert nichts?

Maierbach
Erst im Herbst dieses Jahres kann das Biotop wieder hergerichtet werden. © Alexandra Palmizi

Der Urbacher Maierbach ist derzeit unschön anzusehen. In dem Biotop hat sich Sediment abgelagert, das eigentlich entfernt werden müsste, das Gewässer wächst zu, staut auf. Hans Exler, direkter Anwohner des Bachs, findet diesen Zustand unhaltbar, der Fluss gleiche aktuell eher einer Kloake als einem Biotop. Zudem will er zunehmend Bisamratten am Fluss und auf seinem Grundstück beobachtet haben. Er hatte sich deswegen auch schon an die Gemeindeverwaltung gewendet, die auf Naturschutz-Vorgaben des Landratsamts verwiesen habe. Wir haben nachgefragt, wann das Biotop wieder hergerichtet werden kann.

„Die Gemeinde Urbach ist wasserrechtlich dazu verpflichtet, den Maierbach regelmäßig zu unterhalten“, sagt die Pressestelle des Landratsamts dazu. „Hierzu gehören auch die aktuell geplanten Maßnahmen wie unter anderem das Ausbaggern des Gewässerbettes oder die Freihaltung der Ufer für den Wasserabfluss.“ Für das Ausbaggern sei allerdings eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung erforderlich, da in ein gesetzlich geschütztes Biotop eingegriffen werde und teilweise streng beziehungsweise besonders geschützte Arten wie die Groppe, der Steinkrebs und das Bachneunauge sowie der Wasserfrosch dort lebten.

Urbacher Verwaltung muss vor dem Eingriff erst einmal ein Konzept vorlegen

Damit das Landratsamt die Eingriffe und angedachten Schutzmaßnahmen für die Tiere bewerten könne, müsse die Urbacher Verwaltung der unteren Naturschutzbehörde ein Konzept vorlegen, das noch nicht eingegangen sei. Aus verschiedenen artenschutzrechtlichen Gründen solle der Eingriff grundsätzlich nicht zwischen dem 1. März und dem 30. September stattfinden, sondern außerhalb der Vegetationsperiode.

Die Gemeindeverwaltung hat dieses Konzept laut Bauamtsleiter Rolf Koch tatsächlich noch nicht vorgelegt, will das aber bald machen, damit die Arbeiten im Herbst dieses Jahres stattfinden können. Nach der Sommerpause 2021 hatte es Mailverkehr zwischen der Verwaltung und dem Landratsamt gegeben. „Wir hatten gehofft, dass die Zeit noch reicht“, so Rolf Koch. Dann sei aber klar geworden: Bis Februar wäre es zu knapp geworden, um umfangreiche Gutachten zu machen und das Konzept vorzulegen, das das Landratsamt fordere. Zudem gab es wohl ein Missverständnis in der Kommunikation der zwei Stellen zum Zeitplan, das nun aber aus dem Weg geräumt ist. Der nächste mögliche Termin, um den Bach von Sediment zu befreien, ist nun aber erst wieder im Herbst. „Deswegen muss es jetzt leider so bleiben, auch wenn das für die Anwohner nicht die erfreulichste Lösung ist“, sagt Rolf Koch. „Wir werden in den nächsten Tagen aber einen Antrag stellen, damit klar ist, dass die Maßnahme kommt.“

Vor-Ort-Termin im Dezember

Mitte Dezember 2021 hatte schon ein Vor-Ort-Termin mit der Urbacher Verwaltung und dem Landratsamt stattgefunden, bei dem laut des Landratsamts auch die Möglichkeit diskutiert wurde, zunächst nur die Durchgänge unterhalb der Brücken über den Maierbach frei zu spülen, da hierfür voraussichtlich keine Trockenlegung des Maierbachs und die entsprechenden naturschutzrechtlichen Verfahren erforderlich wären. „Inwieweit diese Möglichkeit von der Gemeinde weiterverfolgt wurde, ist uns nicht bekannt“, so das Landratsamt.

Nach Auskunft von Rolf Koch ist diese Maßnahme nicht erfolgt, da eine befragte Fachfirma der Verwaltung mitgeteilt habe, dass sie nicht viel Abhilfe geschaffen hätte, um das Wasser dauerhaft zu entstauen.

Fische müssen versetzt werden

Im Herbst 2020 hatte die Urbacher Verwaltung bereits einen Teil des Bachs ausgebaggert, um die Sedimentablagerungen in dem Gewässer zu beseitigen, das, bevor es sich zu einem Biotop entwickelte, laut Rolf Koch als Entwässerungskanal für die Konrad Hornschuch AG diente und noch früher als Mühlkanal. Mit den damaligen Arbeiten war das Landratsamt „nicht so zufrieden“, so der Bauamtsleiter. Die ökologische Begleitung sei nicht ausreichend gewesen.

Bei den anstehenden Maßnahmen muss die Gemeinde also klug vorgehen. „Wir müssen abfischen und die Fische zwischenzeitlich anderweitig unterbringen“, erklärt Rolf Koch. Nach den Baggerarbeiten müssen die Fische dann wieder in ihre ursprüngliche Heimat zurückversetzt werden. Aber warum muss überhaupt gebaggert werden? Geht das nicht auch behutsamer? „Das würde viel länger dauern“, sagt Rolf Koch. Klar sei aber auch beim Baggern im Biotop: „Das muss man schon ein bisschen mit Gefühl machen.“

Der Urbacher Maierbach ist derzeit unschön anzusehen. In dem Biotop hat sich Sediment abgelagert, das eigentlich entfernt werden müsste, das Gewässer wächst zu, staut auf. Hans Exler, direkter Anwohner des Bachs, findet diesen Zustand unhaltbar, der Fluss gleiche aktuell eher einer Kloake als einem Biotop. Zudem will er zunehmend Bisamratten am Fluss und auf seinem Grundstück beobachtet haben. Er hatte sich deswegen auch schon an die Gemeindeverwaltung gewendet, die auf Naturschutz-Vorgaben

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