Urbach

Das wünschen sich die Sportvereine von den Kandidaten

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© Gabriel Habermann
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Martina Fehrlen. © Benjamin Büttner
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Dieter Schienmann.

Urbach. Die Infrastruktur in Urbach ist alles andere als schlecht. Das belegen unter anderem die zwei Sportanlagen, die herausstechen: das Stadion samt Wittumhalle, die vor nicht allzu langer Zeit mit großem finanziellen Aufwand auf Vordermann gebracht wurde, und die Tennisanlage mit ihrer erst jüngst gebauten zweiten Halle. Alles top also beim Sport in Urbach? Fast alles, sagen Thomas Artmann und Harald Lutz.

Artmann und Lutz sind die Vorsitzenden der beiden größten Urbacher Vereine. Ersterer steht dem SC Urbach vor, der etwa 15 Mitglieder hat, Zweiterer dem Tennisclub mit seinen knapp 500 Mitgliedern. Lutz sagt, der TC habe eigentlich überhaupt keinen Grund zum Klagen, hat er doch vor nicht allzu langer Zeit die neue (und größere) Tennishalle auf seiner Anlage im landschaftlich höchst sensiblen Gebiet im Bärenbachtal genehmigt bekommen. Und auch gebaut. Und dafür einen Zuschuss von der Gemeinde bekommen.

Harald Lutz: Gemeinde soll für die Kredite der Vereine bürgen

Alles in Butter also? Nicht ganz. Lutz spricht ein Thema an, das alle Vereine beschäftigt, die Investitionen tätigen. „Die Mitglieder machen alles im Ehrenamt“, sagt er. Und weil dem so ist, sind die Vereine bei den Banken nur bedingt kreditwürdig. Das wiederum bedeutet, dass sie „relativ hohe“ Zinsen zahlen müssen, wenn sie einen Kredit benötigen. Zum Beispiel für den Bau einer Tennishalle. Harald Lutz würde sich wünschen, dass die Gemeinde für diese Kredite bürgt, „schließlich nehmen wir ihr ja auch Aufgaben ab“, indem Kinder und Jugendliche – zumindest während des Trainingsbetriebs – betreut würden.

Klage: Wer gut und viel bewirtet, muss auch viel Steuer zahlen

Einen zweiten Schmerz hat Lutz auch. Auf der Anlage des Tennisclubs erfolgt die Bewirtung ebenfalls ehrenamtlich. Das Clubheim läuft ziemlich gut, also kommt recht viel Geld zusammen, wenn nach den Matches das eine oder andere Weizen beziehungsweise Viertele getrunken wird. Das böse Erwachen kommt aber: Denn aus den Bewirtungserlösen muss Gewerbe- und Körperschaftssteuer gezahlt werden. Da beißt nun mal keine Maus einen Faden ab. „Dabei würde uns das Geld sehr guttun bei der Kinder- und Jugendausbildung.“ Deshalb würde es Harald Lutz – und ganz sicher spricht er hier für alle Vereine, denen es ähnlich geht – gern sehen, wenn die Gemeinde den Betrag, der als Steuer fällig wird, den Vereinen in Form eines Zuschusses wieder zurückgeben würde.

Thomas Artmann hat einen anderen Schmerz, nachdem das Espachsportgelände samt Halle jetzt weggefallen ist. Seiner Meinung nach – und da spricht er wohl ganz im Sinne der Mitglieder – braucht der SC einen weiteren Trainingsplatz, vielleicht sogar eine Kalthalle in der Nähe der Wittumhalle. Für ihn stellt sich dann in diesem Zusammenhang die Frage, ob die Gemeinde ihn baut oder ob der Verein das tun muss. Entscheiden wird darüber der Gemeinderat zusammen mit der neuen Bürgermeisterin/dem neuen Bürgermeister.

Artmann: Vereinsförderung der Gemeinde gut

Ansonsten geht Artmann, losgelöst von der Frage, welche Person Jörg Hetzinger nachfolgt, „prinzipiell von Kontinuität aus“. In der Gemeinde Urbach sei die Vereinsförderung sehr gut in einer entsprechenden Richtlinie geregelt. So würden zum Beispiel Investitionsmaßnahmen mit zehn Prozent bezuschusst. Darüber hinaus seien weitere Unterstützungen zum Beispiel in Form von zinsgünstigen Krediten denkbar – sieht Artmann das also etwas anders als Harald Lutz.

Eine tolle Sache ist nach Ansicht des SC-Vorsitzenden auch, dass die Ausbildung von Trainern finanziell unterstützt wird. Dadurch würden die ehrenamtlichen Trainer in die Lage versetzt, ein attraktives Training zu gestalten, so dass Kinder und Jugendliche gerne kommen, um ihren Sport auszuüben. Der Verein bleibe attraktiv, Kinder und Jugendliche verbrächten ihre freie Zeit sinnvoll.

"Froh, dass wir mit Frau Fehrlen oder Herrn Schienmann nun zwei ernsthafte Bewerber haben"

Artmann sagt, er selbst sei vor rund zehn Jahren noch als aktiver Fußball-Jugendtrainer ebenfalls unterstützt worden, als er beispielsweise einen einwöchigen Lehrgang an der Sportschule Ruit besucht habe. Der SC-Vorsitzende hält das „für vorbildliche Regelungen und würde erwarten, dass dies, unabhängig davon, ob das Wählervotum nun zugunsten von Frau Fehrlen oder Herrn Schienmann ausfällt, so bleibt“. Die Gemeinderäte sprächen bei der Ausgestaltung solcher Regelungen ja auch noch ein Wörtchen mit.

Unter dem Strich ist Thomas Artmann „erst einmal froh, dass wir mit Frau Fehrlen oder Herrn Schienmann nun zwei ernsthafte Bewerber haben, so dass der wahlberechtigte Bürger die Wahl hat“.



Wie beurteilen Sie die Situation in den Vereinen und bei den Sportstätten in Urbach, sehen Sie Verbesserungsmöglichkeiten? Wenn ja, welche?*

Vereine und Verbände sind das Rückgrat einer Gemeinde. Sie ermöglichen Zugehörigkeit und Identifikation. Sie führen Menschen unterschiedlichen Alters sowie unterschiedlicher Nationalität zusammen. Durch die Arbeit von Ehrenamtlichen in Vereinen und Verbänden wird das kulturelle und sportliche Leben in einer Gemeinde gestaltet.

Mein Vater war über 30 Jahre lang Vorsitzender des MTV Ludwigsburg. Mein Schwiegervater ist langjähriger Vorsitzender der Turnerschaft Esslingen. Mein Mann und ich sind im Verein aufgewachsen. Wir wissen, wie wichtig die Vereinsarbeit ist, und wissen aus eigenem ehrenamtlichem Engagement, wie viel Freude die Gemeinschaft im Verein bieten kann.

Um gute ehrenamtliche Arbeit leisten zu können, bedarf es der Unterstützung durch die Gemeinde. Die Analyse zum Bedarf an Sportstätten vom Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (IKPS) aus dem Jahr 2014 sollte aktualisiert und fortgeschrieben werden. Handlungsempfehlungen der Kooperativen Planungsgruppe wurden bisher nicht umgesetzt. Dies gilt es unter den geänderten Rahmenbedingungen (Neue Mitte) mit dem Gemeinderat und den Vereinen zu diskutieren. Der Wegfall des Espachsportgeländes muss kompensiert werden. Am Wittumstadion könnte das Sportzentrum ausgebaut und um andere frei zugängliche Sport-, Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten ergänzt werden. Der Bau einer Kalthalle (mit absenkbaren Seitenteilen zur Durchlüftung im Sommer) wurde empfohlen. Die Notwendigkeit eines weiteren Kleinspielfeldes gehört geprüft. Die Schaffung eines richtigen Bolzplatzes wäre sicherlich sinnvoll. Der Bolzplatz an der Atriumhalle muss saniert und um einen Ballfangzaun ergänzt werden. Das Lehrschwimmbecken soll erhalten bleiben. Die Hallennutzung in den Ferien sollte geprüft werden. Fördermittel des Württembergischen Landesportbundes (WLSB) und anderer Anbieter gilt es zu nutzen.

Urbach ist gesegnet mit einer Vielzahl an aktiven Vereinen. Ihnen müssen gute Rahmenbedingungen geboten werden. Insbesondere die Jugendarbeit spielt eine große Rolle. Die Kooperation zwischen den Schulen und den Vereinen sollte weiter ausgebaut werden. Eine stärkere Verzahnung der Vereinsarbeit mit der Ganztagsschule wäre wünschenswert. In großen und kleinen Vereinen leisten motivierte Ehrenamtliche sehr gute Vereinsarbeit. Ihnen gilt meine Wertschätzung und Anerkennung.
 


Wie beurteilen Sie die Situation in den Vereinen und bei den Sportstätten in Urbach, sehen Sie Verbesserungsmöglichkeiten? Wenn ja, welche?

In den Sportvereinen SC Urbach, TC Urbach, Judoverein Urbach und Schützen Urbach ist rund ein Viertel der Urbacher Bevölkerung als Mitglied organisiert. Sportvereine spielen eine herausragende Rolle bei der Gesundheitserziehung von Kindern und Jugendlichen, bei der Gesundheitsvorsorge und bei der Integration von Neubürgern mit und ohne Migrationshintergrund. Eine bedarfsgerechte Ausstattung mit Sportstätten und Trainern liegt somit im Interesse aller. Der SC Urbach ist mit rund 1500 Mitgliedern der mitgliederstärkste Verein in Urbach und bietet ein vielseitiges, auf Breiten- und Gesundheitssport ausgelegtes Angebot für alle Urbacher jeden Alters.

In den Sportvereinen SC Urbach, TC Urbach, Judoverein Urbach und Schützen Urbach ist rund ein Viertel der Urbacher Bevölkerung als Mitglied organisiert. Sportvereine spielen eine herausragende Rolle bei der Gesundheitserziehung von Kindern und Jugendlichen, bei der Gesundheitsvorsorge und bei der Integration von Neubürgern mit und ohne Migrationshintergrund. Eine bedarfsgerechte Ausstattung mit Sportstätten und Trainern liegt somit im Interesse aller. Der SC Urbach ist mit rund 1500 Mitgliedern der mitgliederstärkste Verein in Urbach und bietet ein vielseitiges, auf Breiten- und Gesundheitssport ausgelegtes Angebot für alle Urbacher jeden Alters.

Die Sportstättenbedarfsplanung aus dem Jahr 2014 gibt verschiedene Empfehlungen, wie zum Beispiel den Bau einer sogenannten Kalthalle im Bereich des Wittumstadions für den Fußball- und Leichtathletiktrainingsbetrieb. Zum einen, um ausreichend Trainingsflächen für die Fußballabteilung zu haben, zum Zweiten, um der Leichtathletikabteilung gute Wintertrainingsbedingungen zu schaffen, aber auch um die bestehenden Hallen zu entlasten und dadurch den Hallensportarten mehr Kapazitäten zukommen zu lassen.

Das Erfordernis der zielgerichteten Erweiterung des Sportstättenangebots rund um das Wittumstadion ist für mich offensichtlich. Zunächst sollte jedoch vereinsintern abgeklärt werden, ob der Bau einer Halle tatsächlich als Ziel weiter verfolgt werden soll oder ob auch Alternativen wie zum Beispiel der Bau eines Trainingsplatzes mit Kunstrasenbelag infrage kämen. Wenn das Ziel definiert ist, würde ich gerne zum Gespräch zwischen Verwaltung und Verein einladen, um die bestmöglichen Fördermöglichkeiten für die Baumaßnahme auszuloten. In Abhängigkeit davon ist dann auch die Frage der Bauherrschaft für das Projekt und die anteilige Kostentragung für den Bau und die langfristige Unterhaltung der Anlage zu klären.

*Die Kandidaten Miller und Hornauer haben die Frage nicht beantwortet.

Podiumsdiskussion im Livestream

Der Bürgermeisterwahlkampf in Urbach geht in seine letzte, vielleicht entscheidende Woche. Die Zeitung veranstaltet dazu am kommenden Mittwoch, 18. April, eine Podiumsdiskussion, zu der sie die vier Kandidaten Martina Fehrlen, Fridi Miller, Dieter Schienmann und Thomas Hornauer eingeladen hat. Und natürlich die Urbacher Bevölkerung. Beginn ist um 19 Uhr in der Auerbachhalle. Im Gegensatz zur Veranstaltung der Gemeinde Urbach sind die vier Kandidaten gemeinsam auf der Bühne.

Moderiert wird die Veranstaltung von Hans Pöschko, Redaktionsleiter der „Schorndorfer Nachrichten“. Er gibt den Kandidaten kurz die Gelegenheit, sich vorzustellen, und stellt dann Fragen. Die Möglichkeit dazu haben auch die Besucher (der Eintritt ist selbstredend frei).

Um die Veranstaltung etwas aufzulockern, sorgt die Gruppe „Two Voices, one Love and Friends“ in zwei Blöcken für Musik.

Es gibt eine Live-Übertragung, die unter www.zvw.de/urbachlive oder facebook.com/zvwonline verfolgt werden kann.


Wahlstudio live

Der Wahlabend am Sonntag, 22. April, in Urbach wird spannend. Schließlich geht es nicht nur um eine neue Bürgermeisterin/einen neuen Bürgermeister, sondern auch um die Entscheidung zum Waldhaus. Darum berichtet unsere Redaktion am Sonntagabend live in Bild und Ton aus der Urbacher Auerbachhalle. Dort haben wir ein Wahlstudio eingerichtet, das Chefredakteur Frank Nipkau und Redakteurin Liviana Jansen moderieren.

Alle Entwicklungen und Ergebnisse des Wahlabends kann man im Live-Stream ab 18.15 Uhr mitverfolgen unter www.zvw.de/wahlstudio und auf Facebook unter facebook.de/zvwonline. Außerdem gibt es ab 18 Uhr einen Wahlblog unter www.zvw.de/wahl-urbach.