Urbach

Der ehemalige Urbacher Pfarrer Hans-Georg Karle ist verstorben

Pfarrer Hans-Georg Karle Urbach
Hans-Georg Karle 2005. © Pavlovic

Der in Urbach bekannte und geschätzte Pfarrer im Ruhestand Hans-Georg Karle ist am 30. April im Alter von 72 Jahren verstorben. Er war von 1991 bis 2013 als Pfarrer der Afrakirche im Amt und hielt auch nach seinem Abschied aus dem Ort den Kontakt mit vielen Urbacherinnen und Urbachern.

„Er war lange Zeit in Urbach“, sagt sein Nachfolger, Pfarrer Klaus Dieterle. „Da verwächst man schon stark mit der Gemeinde.“ Auch nach seinem Abschied in den Ruhestand, den er laut Pfarramtssekretärin Dorothee Kaiser in Giengen an der Brenz verbrachte, habe er großen Wert darauf gelegt, mit seiner ehemaligen Gemeinde in Verbindung zu bleiben.

Klaus Dieterle hat seinen Vorgänger immer als grundfreundlichen, behutsamen Menschen erlebt. „Auch sein persönliches Leben war ganz stark mit dem Amt verbunden“, sagt Dieterle. Pfarrer Karles Frau Eva-Maria Karle und seine vier Kinder engagierten sich alle sehr für die Gemeinde.

"Urbach ist traurig."

„Urbach ist traurig“, sagt die stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Jud zu Karles Tod. Sie war als Gemeinderätin schon bei der Einsetzung des Pfarrers dabei. „Bei der Feier hat der damalige Bürgermeister Johannes Fuchs ihm einen Schirm überreicht“, erinnert sie sich. Symbolisch, weil Karle ab da schützend über seiner Gemeinde stehen sollte. Zur Begrüßung sangen die Anwesenden dann das alte schwäbische Lied „Karle, trag du dr Schirm“.

„Er war ein guter Zuhörer und Seelsorger, aber er hatte auch einen knitzen Humor“, erinnert sich Ursula Jud. „Deshalb hat das gut gepasst.“ Eben diesen Humor bewies der Pfarrer, dessen größtes Projekt während seiner Zeit in Urbach die Renovierung der Afrakirche von 2006 bis 2009 war, als er sich bei einem anderen Fest revanchierte. „Da haben wir dann „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ gesungen und der Bürgermeister bekam eine lebende Gans“, erzählt Ursula Jud. Nicht nur für seinen Humor schätze sie den Pfarrer, sondern vor allem auch für seine mitfühlende Art, seine gute Arbeit als Notfallseelsorger der Feuerwehr und die vielen guten Gespräche mit ihm. „Der Karle hat den Schirm getragen“, sagt sie 29 Jahre nach seinem Amtsantritt.

Hans-Georg Karle wuchs als Sohn eines Pfarrers in Chile auf

Geboren wurde Hans-Georg Karle 1948 in Santiago de Chile, wo er an einer deutschen Schule sein Abitur machte. Sein Vater war württembergischer Pfarrer und seit Mitte der 1930er Jahre Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Chile. Hans-Georg Karle kam 1966 nach Deutschland und studierte Theologie in Tübingen. Seine erste - und außer Urbach einzige - Pfarrstelle hatte er in Undingen inne, einem Ortsteil von Sonnenbühl bei Reutlingen.

Diesen Sonntag, am 10. Mai, finden drei Gottesdienste zum Gedenken an Hans-Georg Karle statt. Jeweils um 14, 15 und 16 Uhr können Menschen in der Afrakirche Abschied von dem ehemaligen Urbacher Pfarrer nehmen. Die Besucherzahl ist pro Gottesdienst auf 60 Menschen beschränkt.