Urbach

Der Urbacher Pfarrer Klaus Dieterle verlässt die Gemeinde - was er jetzt vorhat

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Für Pfarrer Klaus Dieterle ist es an der Zeit für eine neue Herausforderung - in Urbach fühlte er sich aber wohl. © Palmizi

Eine große, lebendige Kirchengemeinde hat Urbach, findet der evangelische Pfarrer Klaus Dieterle. Eine, in der es Spaß macht, Pfarrer zu sein, in der die Kirche noch etwas zu sagen hat, aber nicht von oben herab, sondern im Gespräch mit den Menschen. Obwohl er über die Gemeinde eigentlich nur Gutes zu sagen hat, verlässt er sie nun zum 13. Februar. Für den 60-Jährigen ist es Zeit, noch mal einen Neuanfang zu wagen, einen, der auch für ihn unvorhergesehen kam. Wir haben zum Ende seiner Zeit in Urbach mit ihm über seine Zukunftspläne und seine Erfahrungen gesprochen.

Die Entscheidung für seinen Abgang ist keine Entscheidung gegen Urbach, ist es dem Pfarrer wichtig zu betonen. Er suche noch einmal eine neue Herausforderung, sei aber durchaus gerne in der Gemeinde gewesen. Gefragt nach den Höhepunkten seiner Zeit in der Kommune fallen ihm deshalb auch einige ein.

Kontake in vielen Bereichen

„In Urbach wird Kirche in der Bevölkerung noch wahrgenommen“, sagt Klaus Dieterle. Sie sei Bestandteil der Gesellschaft und werde von vielen verschiedenen Seiten wertgeschätzt. So zum Beispiel an der Wittumschule, wo er sich immer richtig wohlgefühlt habe. „Ich hatte einen guten Kontakt zum Kollegium, zur Schulleitung und den Schülern“, sagt er. „Ich habe es immer sehr genossen, mit den jungen Leuten in Kontakt zu sein und über Glauben zu sprechen.“ Auch die Kindergarten-Arbeit habe ihm Spaß gemacht, zudem habe es Kontakt mit Chören, der Feuerwehr und vielen Vereinen gegeben. „Das war eine Besonderheit“, findet der Pfarrer. „Kirche mitten im Ort.“

Die Verbundenheit der Urbacher zu ihrer Gemeinde zeigte sich laut Dieterle zudem in anständig besuchten Gottesdiensten und vielen Taufen. Auch große Konfirmandengruppen habe es gegeben und tolle Kinder- und Jugendangebote. Besonders gerne erinnert sich Klaus Dieterle an die wandernde Kirchenbank während der Remstal-Gartenschau, bei der sich viele Menschen eingebracht hätten.

Kaffee und Kuchen nach dem Gottesdienst

In Erinnerung bleiben wird dem Pfarrer zudem die besondere Flüchtlingsarbeit, zum Beispiel die schöne Atmosphäre im Häusle des Arbeitskreises Flüchtlinge, wo nach Gottesdiensten Kaffee und Kuchen angeboten wurde, oder an seine Gespräche mit den Engagierten in der Fahrradwerkstatt be einer Brezel.

„Relativ kurz“ war er in Urbach, findet Klaus Dieterle, etwas mehr als achteinhalb Jahre. „Das war nicht ganz mein Plan“, verrät er. Für seine neue Stelle sei er von der Kirchenleitung angefragt worden und habe es sich dann durch den Kopf gehen lassen und sich letztendlich dafür entschieden. Ab dem 1. April wird er nun also eine Sonderpfarrstelle für Altenpflegeheimseelsorge bei der Württembergischen Landeskirche innehaben.

Begleitung und Austausch: Was die Zukunft für den Pfarrer bringt

Dabei wird er in verschiedenen Pflegeheimen in Stuttgart Menschen begleiten, die in solchen Einrichtungen untergebracht sind oder dort arbeiten. Gleichzeitig wird er aber auch netzwerkend tätig sein und dieses besondere Arbeitsfeld, das einige tiefgehende Fragen mit sich bringt, weiterentwickeln. „Die Menschen in Alten- und Pflegeeinrichtungen sind Gemeindemitglieder und keine Menschen, die man vergessen kann, sondern an die man besonders denken muss“, sagt Klaus Dieterle dazu. Besonders Menschen, die nicht mehr mobil sind, müssten deshalb aufgesucht werden.

„Es sind wichtige Themen, die in diesem Bereich gerade anstehen, auch gesellschaftspolitisch“, findet der Pfarrer. Es gebe zum Beispiel Diskussionen um die Sterbehilfe, über die spirituelle Begleitung von Menschen mit Demenz und um ganz allgemeine Fragestellungen dazu, wie Menschen in Würde alt werden können – und wie die Kirche sie dabei gut begleiten kann.

Schon früher in Stuttgart gearbeitet

„Das ist ein thematisch spannendes Thema, das mich interessiert und herausfordert“, so Klaus Dieterle. Und eines, an dem kein Mensch vorbeikomme. “Das packe ich jetzt an“, hat er sich vorgenommen. Er freut sich dabei vor allem auf gute Diskussionen, die Arbeit mit Menschen und den fachlichen Austausch mit Kollegen.

Mit Stuttgart ist Klaus Dieterle schon vertraut. Direkt nach dem Studium in Tübingen konnte er dort als Pfarrvikar Stadtluft schnuppern. Danach war er von 1997 bis 2006 Pfarrer in Esslingen, anschließend ging es für ihn bis 2013 in Marbach weiter, bis er das Amt in Urbach übernahm. Nun geht es also beruflich wieder nach Stuttgart, eine Wohnung will Klaus Dieterle mit seiner Frau aber in einer der umliegenden Gemeinden suchen.

Stelle erst einmal vakant

Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin für den Pfarrer muss in Urbach noch gefunden werden. Die Stelle wird ausgeschrieben und soll, so ist laut Klaus Dieterle das Bestreben, bis September wieder besetzt sein. Genau lasse sich das aber noch nicht sagen, da der Zeitplan davon abhänge, wie die Bewerbungen laufen und wie schnell die Kirchengemeinde eine Person findet, die gut zur ihr passt. Urbach habe eine große Kirchengemeinde, in der „man ordentlich was schaffen und tun muss, sich aber auch wirklich wohlfühlen und gerne Pfarrer sein kann“.

Wer sich von dem Pfarrer verabschieden will, kann das bei seinem Abschiedsgottesdienst am Sonntag, 13. Februar, ab 9.30 Uhr machen. An diesem Tag wird Klaus Dieterle von Dekanin Juliane Baur seiner Pflichten in Urbach enthoben. Um Anmeldung telefonisch unter0 71 81 / 8 14 67, schriftlich an die Kirchgasse 4 in Urbach oder per E-Mail an Klaus.Dieterle@elkw.de wird gebeten. Wer keinen Platz mehr bekommt oder es nicht zum Gottesdienst schafft, sich aber dennoch persönlich von dem Pfarrer verabschieden will, der kann ihn zudem am gleichen Tag in der Afrakirche zwischen 14.30 und 16.30 Uhr antreffen. Hierfür ist keine Anmeldung notwendig.

Eine große, lebendige Kirchengemeinde hat Urbach, findet der evangelische Pfarrer Klaus Dieterle. Eine, in der es Spaß macht, Pfarrer zu sein, in der die Kirche noch etwas zu sagen hat, aber nicht von oben herab, sondern im Gespräch mit den Menschen. Obwohl er über die Gemeinde eigentlich nur Gutes zu sagen hat, verlässt er sie nun zum 13. Februar. Für den 60-Jährigen ist es Zeit, noch mal einen Neuanfang zu wagen, einen, der auch für ihn unvorhergesehen kam. Wir haben zum Ende seiner Zeit

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