Urbach

Die Skulptur „Dialog“ von Martin Schöneich folgt auf den Urbacher Hirsch

hirschplatz
Die Skulptur „Dialog“ ruft offenbar kontroverse Reaktionen hervor. © Privat

Sie war eine von acht Skulpturen bei der Ausstellung „Urbacher Skulpturenachse“, die die Gemeinde Urbach gemeinsam mit einem Kreis ehrenamtlicher Kunstinteressierter und -freunde für die Remstal-Gartenschau 2019 initiiert und durchgeführt hat. Nun ist die Skulptur „Dialog“ - mit einem kleinen Zwischenstopp auf dem Bauhof - von der „Urbacher Mitte“ zum „Hirschplatz“ gewandert.

Im vergangenen Jahr stand dort der allseits beliebte „Hirsch“, den die Gruppe „Hahna-Cumpana“ in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aufstellte. Ursprünglich als Maischerz gedacht, wurde er zum Objekt für so manche Linse einer Kamera von Gartenschaugästen in Urbach und fand auch bei den „Einheimischen“ großen Gefallen.

Die moderne Skulptur des renommierten Bildhauers Martin Schöneich aus Cortenstahl verleiht dem Hirschplatz nun einen ganz anderen Stil. Der Titel der Skulptur „Dialog“ sagt schon aus, welche Bedeutung dieses Kunstwerk hat: dass die Menschen in einen „Dialog“, in ein Zwiegespräch, treten sollen.

Kontroverse Diskussion in den sozialen Medien

Nachdem einige Kommentare in den sozialen Medien das Bild vermittelten, dass die Skulptur bei den Urbacherinnen und Urbachern nicht ganz so beliebt ist, wie der Hirsch einst, ruft die Gemeindeverwaltung ganz im Motto der Skulptur dazu auf: „Nicht übereinander, sondern miteinander reden, auch wenn man sich mit dieser Form von Kunst auseinandersetzt.“

Man ist sich auf dem Rathaus sicher: „Es gibt auch viele Menschen, denen dieses Kunstwerk gerade an diesem Ort sehr gut gefällt, und dass der ein oder andere Kunstfreund auch extra deswegen nach Urbach kommen wird.“ Martin Schöneich sei schließlich kein Unbekannter in der Kunstszene. Unter anderem hat er das Denkmal zum Amoklauf in Winnenden erschaffen.

Corona verhindert Feier

Die Leihgebühren für das Kunstwerk betragen rund 2000 Euro pro Jahr, dazu kommen die Versicherung der Skulptur und die Kosten für ihr Versetzen. Insgesamt kommen so rund 3100 Euro zusammen, hieß es bei der Diskussion darüber im Gemeinderat. Allerdings hat der Arbeitskreis Skulpturenachse bei der Organisation der Ausstellung während der Gartenschau wirtschaftlich gearbeitet und hatte am Ende der Ausstellung noch Restmittel übrig. Der Gemeinderat beschloss, die übrigen Mittel für die leihweise Verlängerung des Skulpturengastspiels zur Verfügung zu stellen.

Es ist derzeit aufgrund von Corona (noch) nicht möglich, die Aufstellung der Skulptur an ihrem neuen Standort gebührend zu feiern. Dies soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden, wenn die Abstandsgebote weiter gelockert werden. Dann wird auch Martin Schöneich, der „Erschaffer“ der Skulptur, persönlich anwesend sein, um mit den Gästen in einen Dialog zu treten.