Urbach

Erdbeerstand-Brandserie im Remstal ist verheerend für Obsthof Martin Bauer aus Weinstadt

Erdbeerstand
Ende Juni traf es einen Erdbeerstand zwischen Schorndorf und Urbach. © ALEXANDRA PALMIZI

Im April hatte Martin Bauer noch die Hoffnung geäußert, dass er sich in dieser Saison ganz auf den Erdbeerverkauf konzentrieren kann. Hart genug war das letzte Jahr für den Großheppacher, bei dem es gleich dreimal in kurzer Folge brannte. Doch seit vergangenem Sonntag ist diese Hoffnung wieder erloschen. Denn, wie berichtet, brannte wieder einmal einer seiner Erdbeerstände, diesmal der an der Verbindungsstraße zwischen Schorndorf und Urbach. Eine Spur, wer hinter der Brandstiftung stecken könnte, haben indes bislang weder der Obstbauer noch die Polizei.

Dasselbe gilt für die kleine Brandserie im Juni und Juli 2020. Innerhalb von kurzer Zeit gingen damals drei Stände in Flammen auf. Den Stand in Winterbach traf es als ersten, an einem frühen Sonntagmorgen, am 28. Juni, rückte die Feuerwehr aus, konnte den Stand aber nicht mehr retten. Von der Hütte blieben nur noch verkohlte Reste übrig. Gut eine Woche später, am 8. Juli, brannte dann eine seiner Verkaufshütten im Gmünder Stadtteil Großdeinbach, ebenfalls am frühen Morgen. Schließlich ging am 19. Juli noch ein Stand in Welzheim in Flammen auf, wieder in der Nacht auf einen Sonntag.

Polizei geht von Brandstiftung aus, hat aber keine konkrete Spur

Und jetzt, knapp ein Jahr später, am 20. Juni, der Stand zwischen Schorndorf und Urbach. Als die Feuerwehr mitten in der Nacht eintraf, stand dieser bereits in Vollbrand, auch ein Dixi-Klo wurde durch das Feuer beschädigt. Den Schaden schätzt die Polizei auf rund 2500 Euro.

„Wir gehen von einer Brandstiftung aus“, sagt Polizeisprecher Robert Kreidler. Das gelte auch für den Brand an einem anderen Erdbeerstand am Rettichkreisel bei Rudersberg sowie einem nahe gelegenen Gewächshaus, die am selben Abend der Polizei gemeldet wurden. Man gehe aktuell diversen Hinweisen aus der Bevölkerung nach, habe aber noch keine konkrete Spur. „Wir versuchen zu prüfen, ob es einen Zusammenhang gibt“, sagt Kreidler.

Schwierig für die Polizei, Zeugen zu finden

Nach wie vor unklar sei auch, wer für die drei Brände im vergangenen Jahr verantwortlich ist. Die Ermittlungen gestalteten sich „relativ schwierig“, berichtet der Polizeisprecher. Denn die Taten fanden allesamt mitten in der Nacht auf dem freien Feld statt, „da ist es schwierig, Zeugen zu finden“. Erschwerend komme hinzu, dass durch den Brand der oder die Täter ihre Spuren verwischen.

Für Martin Bauer, der laut seiner Website in der weiteren Region an 25 Verkaufsständen Beerenobst verkauft, ist die Zerstörungswut der Täter verheerend. „Jedes Mal entstehen so 2000 bis 3000 Euro Schaden“, sagt er am Telefon. Wegen der wiederholten Brände musste er nun auch seine Versicherung anpassen, die für die Schäden an den Erdbeerverkaufsständen und Toilettenhäuschen in Zukunft nicht mehr aufkommen will. Zu oft ist schon etwas passiert.

Martin Bauer überlegt, was er tun kann, um Stände zu sichern

Dass es jemand auf ihn abgesehen hat, glaubt Martin Bauer eigentlich nicht, gerade weil auch andere Häuschen in der Schorndorfer Umgebung in Brand standen. Als er mitbekommen hat, dass in der Nacht, in der es seinen Stand zwischen Urbach und Schorndorf traf, auch ein anderer Erdbeerstand und ein Gewächshaus brannten, fragte er sich aber schon, ob da nicht ein Zusammenhang besteht. Er überlegt sich nun, ob es Sinn macht, Kameras aufzustellen oder die Stände zu kontrollieren, sagt aber: „Nachts vorbeifahren bringt nichts, ich kann die Stände ja nicht stundenlang bewachen.“

Wer Hinweise zu den Bränden hat, soll sich an die Kriminalpolizei in Waiblingen melden unter Tel. 0 71 51/95 00.

Im April hatte Martin Bauer noch die Hoffnung geäußert, dass er sich in dieser Saison ganz auf den Erdbeerverkauf konzentrieren kann. Hart genug war das letzte Jahr für den Großheppacher, bei dem es gleich dreimal in kurzer Folge brannte. Doch seit vergangenem Sonntag ist diese Hoffnung wieder erloschen. Denn, wie berichtet, brannte wieder einmal einer seiner Erdbeerstände, diesmal der an der Verbindungsstraße zwischen Schorndorf und Urbach. Eine Spur, wer hinter der Brandstiftung stecken

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