Urbach

FFP2-Masken-Pflicht: So wird sie in den Gemeinden rund um Schorndorf kontrolliert

FFP2 Maske
Symbolfoto. © ZVW/Gabriel Habermann

Seit diesem Mittwoch gilt in Baden-Württemberg eine FFP2-Masken-Pflicht in Innenräumen in vielen öffentlichen Bereichen. Betroffen sind zum Beispiel die Gastronomie, Einkaufsläden und Museen, nicht aber der Arbeitsplatz oder die öffentlichen Verkehrsmittel. Doch wie kontrollieren die Gemeinden rund um Schorndorf diese Pflicht? Wir haben nachgefragt.

„Wir setzen die Pflicht im Rathaus und in unseren gemeindeeigenen Räumlichkeiten um“, sagt Achim Grockenberger, Leiter des Ordnungs- und Kulturamts bei der Urbacher Verwaltung. Und wenn die Vollzugsbediensteten in der Kommune abends unterwegs sind, könne es durchaus sein, dass sie auch mal in die eine oder andere Wirtschaft gehen, um zu überprüfen, ob sich dort an die FFP2-Masken-Pflicht gehalten werde. Andere Gemeinden handhaben das ähnlich.

Für flächendeckende Kontrollen haben die Kommunen nicht genug Personal

„Wie bisher üblich, werden wir die aktuell gültigen Corona-Regelungen stichprobenartig kontrollieren“, heißt es dazu auf Nachfrage aus dem Remshaldener Rathaus. Darunter falle nun auch die erweiterte FFP2-Masken-Pflicht im öffentlichen Bereich. Stichprobenartig wird auch in Winterbach kontrolliert. „Für flächendeckende Kontrollen fehlt schlichtweg das Personal in den Ortspolizeibehörden“, sagt dazu der Hauptamtsleiter Matthias Kolb.

In Rudersberg wird die Einhaltung der Corona-Regeln nach Aussagen der Verwaltung nach personellen Möglichkeiten kontrolliert, im Fokus stehe zunächst aber sicherlich die Aufklärung über die aktuell gültigen Regeln.

So wird das auch in Plüderhausen gehandhabt. Sabrina Hollmann vom Ordnungsamt sagt, dass Verstöße nur dann geahndet werden, „wenn sie schwerwiegend sind oder offensichtlich bewusst oder wiederholt begangen werden“. Der überwiegende Teil der Verstöße würde „nicht bewusst, sondern eher aus Unkenntnis begangen, insbesondere dann, wenn Regeln kurzfristig neu eingeführt wurden.

Überhaupt sind die Verwaltungsmitarbeiter oft gefragt, wenn es darum geht, die sich immer wieder kurzfristig verändernde Corona-Verordnung des Landes zu interpretieren. „Wir stellen fest, dass das Informationsbedürfnis unserer Bürgerinnen und Bürger zu den Corona-Regeln sehr hoch ist“, heißt es dazu zum Beispiel aus Rudersberg. „Fragen beziehen sich insbesondere auf die Regeln zu den Kontaktbeschränkungen, Durchführung von Veranstaltungen, privaten Treffen, Vereinsarbeit und dergleichen.“ Daneben verzeichne die Verwaltung natürlich sehr viele Anfragen bezüglich der Quarantäneregelungen für infizierte Personen und deren Kontaktpersonen.

Anzahl der Telefonate massiv gestiegen

Auch an die Winterbacher Ortspolizeibehörde wenden sich viele Einwohner. „Die Anzahl der eingehenden Telefonate ist seit Corona massiv angestiegen“, sagt Matthias Kolb. „Die Fragen beziehen sich insbesondere auf Inhalte der sich häufig ändernden Corona-Verordnungen und auf die von uns angeordneten Quarantänemaßnahmen und ihre Dauer.“ Oft gingen aber auch Fragen zur Erstellung von Hygienekonzepten für Veranstaltungen und Versammlungen ein. „Vereine, Firmen, der Einzelhandel und die Gastronomie erkundigen sich ebenfalls zu entsprechenden aktuellen Corona-Regelungen beziehungsweise benötigen hier eine umfassende rechtliche Beratung, wie diese im entsprechenden Geschäfts- und Vereinsbetrieb umgesetzt werden können“, so Kolb. Genauso gebe es Fragen zu Absonderungsregeln, im Vorfeld einer Reise und zu lokalen Impfaktionen.

„Wir stellen fest, dass die Remshaldener Vereine allesamt sehr umsichtig und pflichtbewusst mit dem Thema umgehen“, sagt der Remshaldener Verwaltungssprecher Gardijan Wenger. Die Vereine meldeten sich oft mit Fragen zur Zulässigkeit des Übungs- und Spielbetriebs und anderweitigen Vereinsveranstaltungen.

An die Plüderhäuser Verwaltung wenden sich die Bürger vor allem wegen „Fragen zu den geltenden Zutrittsregelungen in den verschiedenen Lebensbereichen, zu den Vorschriften bei der Planung von Veranstaltungen und zu Quarantäne- und Einreiseregelungen“, so Hollmann.

Beratung zu Absonderungsregelungen findet weiterhin statt

„Natürlich kommen Fragen, das bleibt nicht aus“, sagt auch Achim Grockenberger. In Urbach wollen die Menschen ebenso wissen, wie es sich mit Reisen verhält oder wie lange sie sich absondern müssen, wenn sie positiv getestet wurden. In diesem Bereich berät die Verwaltung ihre Bürger aber ohnehin intensiv.

„Wir bekommen vom Gesundheitsamt täglich mitgeteilt, wer infiziert ist“, sagt Achim Grockenberger. Die Urbacher Mitarbeiter rufen diese Personen dann an, sagen ihnen, wie sie sich verhalten müssen und fragen ab, wer noch im Haushalt lebt. Auch am Wochenende und an Feiertagen sind die Rathaus-Mitarbeiter dafür im Einsatz. Rechtlich gesehen müssten sie das zwar nicht, die Kontaktverfolgung findet Achim Grockenberger aber nach wie vor wichtig.

Einfach, den Überblick zu verlieren

„Die Leute wissen zum großen Teil nicht Bescheid, wie sie sich richtig verhalten müssen“, sagt er. Kein Wunder, findet er, denn: Die Quarantäne-Regeln ändern sich ständig, es ist einfach, den Überblick zu verlieren, wenn man sich nicht tagtäglich damit befasst. Die Nachverfolgung ist aber keine reine Dienstleistung, um die Bürgerschaft zu informieren, der inzwischen von höherer Ebene zugemutet wird, selbst zu recherchieren, wie sie sich im Falle eines positiven Testergebnisses zu verhalten hat. Sie soll auch vorbeugen.

„Man kann zum Beispiel auch viel Schaden abwenden, wenn man mitkriegt, dass ein Kind im Haushalt betroffen ist“, sagt Achim Grockenberger. Manche Familien schickten ihre Sprösslinge auch in die Schule oder in den Kindergarten, wenn es einen Corona-Fall im Haushalt gebe. Das Rathaus-Team sensibilisiert dann und informiert die entsprechenden Einrichtungen, damit diese im Bilde sind. „Es ist schon wichtig, dass wir da einen höheren Aufwand betreiben in der Gemeindeverwaltung“, findet Achim Grockenberger.

Kontaktnachverfolgung wird in den Kommunen unterschiedlich gehandhabt

Ähnlich sieht die Verwaltung das wohl in Remshalden: Auch hier werden die Personen, die das Gesundheitsamt als Infizierte übermittelt, kontaktiert und aufgefordert, sich abzusondern. „Die Infizierten werden über die Dauer der Absonderung informiert und über die Möglichkeit der Freitestung zum entsprechenden Zeitpunkt“, gibt Gardijan Wenger Auskunft. „Ebenso informieren wir, welche Bestimmungen für die Kontaktpersonen der Infizierten gelten.“ Diese Kontaktpersonen dann zu informieren, sei aber Pflicht der Infizierten.

Anders wird die Nachverfolgung in Winterbach gehandhabt. „Wir informieren die Personen nicht mehr aktiv, sondern die Personen müssen sich entsprechend der Vorgaben ja mittlerweile selbstständig isolieren“, sagt Matthias Kolb auf Nachfrage. „Da es aber weiterhin häufig zu Fragen hinsichtlich der Quarantänedauer und dem persönlichen Umgang mit Familienangehörigen/Kontaktpersonen kommt, nimmt die große Mehrheit der erkrankten Personen dann automatisch Kontakt mit uns auf, sobald das positive Ergebnis vorliegt.“ Und in den übrigen Fällen werde stichprobenartig kontrolliert und Kontakt mit den Infizierten aufgenommen.

Seit diesem Mittwoch gilt in Baden-Württemberg eine FFP2-Masken-Pflicht in Innenräumen in vielen öffentlichen Bereichen. Betroffen sind zum Beispiel die Gastronomie, Einkaufsläden und Museen, nicht aber der Arbeitsplatz oder die öffentlichen Verkehrsmittel. Doch wie kontrollieren die Gemeinden rund um Schorndorf diese Pflicht? Wir haben nachgefragt.

„Wir setzen die Pflicht im Rathaus und in unseren gemeindeeigenen Räumlichkeiten um“, sagt Achim Grockenberger, Leiter des Ordnungs- und

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