Urbach

Freiwillige Feuerwehr aus Urbach und die Bürgermeisterin bringen Kinderaugen zum Leuchten

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Da staunten die Kleinen, als Tom und Gabriel von der Jugendfeuerwehr abwechselnd oder zusammen Geschenke überreichten. © Ralph Steinemann Pressefoto

Was war da denn los? Überall Blaulicht. Den ganzen Freitagabend zwischen 17 und 19.30 Uhr fuhren insgesamt fünf Einsatzwagen der Freiwilligen Feuerwehr Urbach durch fast alle Straßen und Gassen der Gemeinde. Aber keine Alarmsirenen waren zu hören, und nirgends war ein Feuer zu sehen. Galt der Einsatz etwa einer anderen Katastrophe, womöglich einer neuartigen Pandemie?

Ja. Allerdings. Denn eine überwältigende Glücks-Epidemie war dabei, sich an diesem Abend rasend schnell zu verbreiten. Und viele, viele Feuer gab es dann doch. Nämlich vor allem in den Herzen und leuchtenden Augen von über 450 Urbacher Kindern. Und natürlich auch in den selbst gebastelten Laternen, die sie vor sich hertrugen, um damit die Feuerwehrleute zu begrüßen.

Denn aus den Lautsprechern der Einsatzwagen kamen diesmal keine Alarm- oder Warnmeldungen, sondern es wurde ein fröhliches Sankt-Martins-Lied abgespielt. Insgesamt gut 160-mal, denn so viele Anmeldungen hatte es zu dieser großartigen Feuerwehr-Aktion gegeben, bei der sechs Aktive und zwölf Mitglieder der Jugendfeuerwehr beteiligt waren.

„Super Aktion!“ Überall Dankbarkeit und Freude bei den Eltern

Anlass war, dass der geplante, von den Kindern wie jedes Jahr sehnsüchtig erwartete Laternenumzug coronabedingt leider ausfallen musste. Das brachte Urbachs Bürgermeisterin Martina Fehrlen, selbst Mutter eines kleinen Kindes, auf die Idee dieser dann wundervollen Martini-Gänschen-Keks-Geschenk-, oder feuerwehrnäher: Corona-Folgen-Lösch-Aktion.

Eltern, deren Kinder, so die Bedingung, eine Laterne gebastelt hatten, konnten sich über Kitas, Kindergärten und andere Einrichtungen anmelden, so dass sie anstatt eines Umzugs an diesem Freitagabend von der Feuerwehr direkt vor ihrer Wohnung angefahren wurden und jedes Kind ein persönliches Geschenk überreicht bekam. Nämlich eine kleine Martini-Gans in Keksform. Die Freiwillige Feuerwehr musste dazu nicht groß überredet werden.

Kommandant Michael Hurlebaus schrieb dazu unserer Zeitung: „Wir sagten hier gleich spontan zu, da ich dies persönlich eine sehr gute Aktion finde. Und da dies bei der momentanen Situation bestimmt sehr gut ankommt bei den Kindern und Eltern.“

Und genauso war es denn auch! Wir fuhren im Wagen des Jugendleiters der Jugendfeuerwehr Sven Diederichs mit. Hinten saßen Tom und Gabriel, die seit einem Jahr dabei sind, und hüteten die zwei großen Kisten mit den Gänse-Keksen. Mindestens alle 50 Meter machte Sven Diederichs das Blaulicht an und hielt dazu das Lautsprechermikro an sein Handy, worauf die St.-Martins-Lieder gespeichert waren. Und überall wurden sie von staunenden Kindern und ihren Eltern schon erwartet.

Flink sprangen Tom und Gabriel aus dem Einsatzwagen und überreichten die Geschenke. Auch wenn sich mal jemand nicht angemeldet hatte, kein Kind sollte leer ausgehen.

Und was für Szenen der ungläubigen Überraschung und des Glücks waren da auf den leuchtenden Gesichtern der Kleinen zu sehen; und überall eine dankbare Freude auch bei den Eltern: „Vielen Dank für die tolle Aktion!“ oder „Super Idee!“, war da zu hören. Dabei wurden Aufnahmen gemacht, die dann schon kurze Zeit später im Netz kursierten.

Um 18 Uhr gab’s einen Abstecher zur Auerbachhalle, wo soeben die Gemeinderatssitzung zu Ende gegangen war. Auch die Rätinnen und Räte kamen so zu ihrer gebackenen Martini-Gans und lobten anerkennend den Einsatz ihrer Feuerwehr.

Bürgermeisterin Fehrlen ließ es sich nicht nehmen, ein paar Stationen mitzufahren. „Bei meiner Tochter waren sie auch schon“, freute sich Fehrlen, „ich habe gerade eine App von meinem Mann bekommen.“ Sie erzählt, wie schade sie es fand, dass alle Umzüge abgesagt werden mussten. „Das Laternelaufen gehört doch zur Jahreszeit dazu!“

Umso mehr nun die Freude über diese von ihr angeregte Aktion, „wo einem ein Licht angeht“, wie sie sagte. „Alle sind hochbegeistert!“, teilte sie dem stellvertretenden Kommandanten Roland Christ zum Abschied am Feuerwehrgerätehaus mit.

Und der meinte: „Das tut auch uns ganz wohl, ein paar gute Worte zu hören.“ Glückwunsch also für eine in vielen Familien Freude spendende Aktion, an der man sah, wie Kommandant Hurlebaus erklärte, „wie spontan wir hier sind und wie gut die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Feuerwehr ist“.

Was war da denn los? Überall Blaulicht. Den ganzen Freitagabend zwischen 17 und 19.30 Uhr fuhren insgesamt fünf Einsatzwagen der Freiwilligen Feuerwehr Urbach durch fast alle Straßen und Gassen der Gemeinde. Aber keine Alarmsirenen waren zu hören, und nirgends war ein Feuer zu sehen. Galt der Einsatz etwa einer anderen Katastrophe, womöglich einer neuartigen Pandemie?

Ja. Allerdings. Denn eine überwältigende Glücks-Epidemie war dabei, sich an diesem Abend rasend schnell zu verbreiten.

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