Urbach

Gartenschau-Erfolg führt in Urbach zu Parkplatzproblemen

Enthüllung des "Urbach" Schriftzuges beim Erlebnis-Reich-Rems, Urbach, 13.10.2019.
Die vielen erfolgreichen Gartenschau-Projekte in Urbach haben zu einem höheren Verkehrsaufkommen in der Gemeinde geführt. Archivfoto. © Benjamin Beytekin

Schon im vergangenen Jahr kam es während der Remstal-Gartenschau zu mehr Verkehr in Urbach. Die Besucher sprengten zeitweise die Kapazität des Freibad-Parkplatzes und stellten ihre Autos beim Plüderwiesenhof so ab, dass im Ernstfall weder der Rettungsdienst noch die Feuerwehr durchgekommen wäre. „Der Erfolg der Gartenschau überrollt uns gerade ein bisschen“, fasste Achim Grockenberger vom Ordnungs- und Kulturamt der Verwaltung in der jüngsten Gemeinderatssitzung deshalb eine Problematik zusammen, die seit einer Weile in Urbach besteht.

Es scheint so, als bedeute das Ende der Gartenschau nicht auch automatisch das Ende des Parkplatzproblems. Eigentlich kann sich die Gemeinde freuen, dass Attraktionen wie der Walderlebnispfad und der Flowtrail so nachhaltig begeistern und ein Magnet auch über Urbach hinaus sind. Das sorgt aber eben auch für ein vermehrtes Verkehrsaufkommen – weiterhin. Der Parkplatz an der Hagsteige ist oft überfüllt, ähnliche Probleme gibt es im Bärenbachtal und im Plüderwiesenhof. „Wir müssen uns da etwas überlegen, wie wir den Verkehr steuern“, sagte Achim Grockenberger. „Wohl wissend, dass das nicht einfach werden wird.“ Besonders, wenn die Gemeinde nicht viel Geld in die Hand nehmen will, was in Zeiten der Corona-Krise sicher ein noch dringlicheres Anliegen ist als sonst.

Die Gemeinde kann nicht einfach mehr Parkplätze ausweisen

Das Problem: Aufgrund von landschafts- oder naturschutzrechtlichen Vorgaben kann die Verwaltung an den betroffenen Orten nicht einfach mehr Parkraum schaffen. Momentan können die Freibad-Parkplätze mitbenutzt werden, aber auch hier wird es voraussichtlich an warmen Tagen knapp werden, sobald das Freibad wieder öffnen kann.

Weiterhin wird die Planung erschwert, weil schwer abschätzbar ist, ob die hohe Nachfrage der Attraktionen anhalten wird. „Wir wissen nicht, ob das ein Dauerzustand ist“, sagte Achim Grockenberger. Es könne auch sein, dass die Situation durch Corona mitverursacht werde und die Attraktionen, wenn nun wieder mehr offen hat, bald auch wieder mehr Konkurrenz haben werden. Bei gutem Wetter rechnet Achim Grockenberger aber trotzdem mit einer hohen Nachfrage nach Parkraum.

Eine dauerhafte Lösung muss her

Grund genug, dass die Gemeinde über eine Lösung für das Problem nachdenken muss. Denkbar wäre zum Beispiel, die Schranke für die Straße in Richtung der Hagsteige zumindest an den Wochenenden wieder personell zu besetzen. Das ist natürlich mit Kosten verbunden. Eine Alternative wäre eine technische Lösung für die Schranke. Wenn die Schranke geschlossen bleibt, müssten Besucher sich an anderen Orten auf die Parkplatzsuche machen und dann zur Hagsteige hochlaufen. Die Schranke ohne eine technische oder personelle Kontrollmöglichkeit zu schließen gestaltet sich schwierig, da es unter anderem mobilitätseingeschränkte Personen und Stückles-Besitzer gibt, die ein Recht darauf haben, die steile Straße zur Hagsteige hochzufahren.

„Wir freuen uns, dass der Walderlebnispfad und der Flowtrail so gut angenommen werden“, sagte die Bürgermeisterin Martina Fehrlen zum Thema. Das Besucheraufkommen sei aus der gesamten Region Stuttgart sehr hoch. Es brauche definitiv eine dauerhafte Lösung für das Parkplatzproblem. „Wir setzen uns damit auseinander und holen Angebote ein.“ Mögliche Lösungen sollen Ende Juni im Gemeinderat diskutiert werden.