Urbach

Gina Fritz stellt auf dem Hegnauhof Eis mit regionalen Zutaten her

Fritz Eis
Gina Fritz stellt auf dem Hegnauhof ihr eigenes Eis her. © Gabriel Habermann

Kaum fertig mit dem Bachelorstudium, hat die 22-jährige Gina Fritz schon eine eigene Geschäftsidee entwickelt. Auf dem Urbacher Hegnauhof stellt sie selbst Eis her und verkauft es jetzt auch. Seit etwa einem Jahr arbeitet sie an der Idee, hat viel Eis gemacht, ihre Rezepturen verfeinert und für die Zukunft geplant. Wir haben sie auf dem Hof ihrer Familie besucht und uns ihre Eiswerkstatt angeschaut.

„Ich habe eigentlich immer von einer Käserei geträumt“, erzählt Gina Fritz. „Aber das ist eine teure Sache.“ Bei einem Praxissemester auf einem Betrieb im Ostalbkreis hat die Landwirtschaftsstudentin dann mitgekriegt, wie dort Eis hergestellt wird. „Ich dachte, das kann ich auch gut alleine machen“, sagt sie. „Es macht Spaß und ich habe sowieso gerne Kontakt zu Kunden.“ Auch die Direktvermarktung liege ihr. Also: gesagt, getan. Gina Fritz besorgte sich eine Eismaschine; ein Gästezimmer auf dem Hof der Familie wurde kurzerhand zum Produktionsraum umgebaut.

Standardsorten hat Gina Fritz immer vorrätig, saisonale Sorten wechseln

„Ich hatte vorher noch nie Eis gemacht“, sagt Gina Fritz. Seitdem sie im Frühjahr 2020 ihre Eismaschine angeschafft hat, konnte sie aber viel üben. Inzwischen ist ihre Kühltruhe randvoll gefüllt. Standard-Sorten wie Vanille, Schokolade oder Stracciatella hat sie immer vorrätig, die saisonalen Sorten wechseln.

Den Feinschliff haben ihre Rezepturen bei einem zweitägigen Eisseminar bekommen. „Dabei ging es zunächst um Hygiene und rechtliche Vorschriften, aber am zweiten Tag haben wir bestimmt zwölf Eissorten ausprobiert und Tipps bekommen“, so Gina Fritz. „Der Geschmack kann zum Beispiel noch so gut sein, aber wenn die Konsistenz nicht passt, isst niemand das Eis.“

Keine Konservierungs- oder Farbstoffe

Aber warum eigentlich die ganze Mühe? Eis ist schließlich in jedem Supermarkt erhältlich. „Mir ist es wichtig, dass Landwirtschaft nicht nur auf Masse geht“, sagt Gina Fritz. Sie plädiert dafür, lieber klein zu bleiben und eigene Produkte zu vermarkten. Der Eisverkauf solle auch dazu beitragen, die Wertschöpfung der frischen, hofeigenen Milch zu steigern. „In unserem Eis sind viele regionale Produkte“, sagt sie außerdem. „Und wir verwenden keine Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder künstliche Aromen.“

Auf dem Hof, den Gina Fritz und ihre Familie im Nebenerwerb betreiben, tummeln sich Kühe, Pensionspferde und Hühner. Die junge Frau schwärmt von der Landwirtschaft. „Ich finde die Abwechslung toll“, sagt sie. Vom Milchholen bis zum Schlepperfahren sei alles dabei. Sie träumt vom eigenen Hofladen, will nun aber erst einmal einen Eis-Automaten umsetzen, in dem Kunden ihr Sortiment auf dem Hof erwerben könnten. Auch mit Urbacher Unternehmen hat sie schon Gespräche geführt, um auszusondieren, ob eine Kooperation möglich wäre. Zudem will sie ihr Eis über die Schorndorfer Metzgerei Winter, in der sie arbeitet, anbieten.

Transparenz beim Herstellungsprozess

„Gerade arbeite ich noch mit Plastikpackungen“, sagt sie. Um der Umwelt etwas Gutes zu tun, stellt sie jetzt aber um: Die 180- und 500-Milliliter-Packungen gibt es bald im Pfandglas, die Ein-Kilogramm-Packungen werden in recycelbaren Karton eingepackt. Andere Größen will sie auf Anfrage anbieten.

Wichtig ist ihr außerdem die Transparenz beim Herstellungsprozess. „Ich lasse jeden rein, der sich ansehen will, wie ich das Eis herstelle“, sagt sie. „Ich führe Besucher gerne auch durch den Stall, damit sie sehen, dass es den Tieren gutgeht. Ich habe keine Geheimnisse.“

Vom Gästezimmer zur Produktionsstätte

„Früher war das ein Gästezimmer“, erzählt Gina Fritz, als sie die Türe zu ihrem Produktionszimmer aufmacht. Heute stehen in dem Zimmer Edelstahl-Möbel, ihre Eismaschine, Regale mit Zutaten und eine Kühltruhe, die randvoll mit Eis gefüllt ist. „Ich habe schon 30 Sorten gemacht“, sagt sie. Neben den üblichen Sorten gab es im Winter zum Beispiel Apfel-Zimt- und Spekulatius-Eis. Selbst isst sie am liebsten Kaffee- und Mangoeis, zuletzt hat sie die Geschmacksrichtung Bananasplit ausprobiert. Und bald, merkt Gina Fritz an, ist wieder Erdbeersaison.

Dann wird sie wohl wieder eine Freundin oder ihre Schwester um Hilfe beim Eismachen bitten, denn: „Bis jetzt habe ich das Eis nie wirklich alleine gemacht“, sagt Gina Fritz. „Die Eismaschine ist schnell fertig, da kommt man mit dem Abfüllen kaum hinterher.“

Kaum fertig mit dem Bachelorstudium, hat die 22-jährige Gina Fritz schon eine eigene Geschäftsidee entwickelt. Auf dem Urbacher Hegnauhof stellt sie selbst Eis her und verkauft es jetzt auch. Seit etwa einem Jahr arbeitet sie an der Idee, hat viel Eis gemacht, ihre Rezepturen verfeinert und für die Zukunft geplant. Wir haben sie auf dem Hof ihrer Familie besucht und uns ihre Eiswerkstatt angeschaut.

„Ich habe eigentlich immer von einer Käserei geträumt“, erzählt Gina Fritz. „Aber das

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