Urbach

Impfquote, Schnelltests und CO2-Ampeln: So lief der Start ins Kindergartenjahr in Urbach

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Symbolfoto. © Gaby Schneider

Quarantänefälle, Gruppenschließungen, verringerte Öffnungszeiten - wie die Schulen hatten auch die Kindergärten seit Beginn der Corona-Pandemie immer wieder mit zuvor ungeahnten Herausforderungen zu kämpfen. Nun hat das Land die Quarantäne-Regeln gelockert, dafür müssen ungeimpfte Erzieherinnen und Erzieher sich jeden Tag vor der Arbeit auf Corona testen. Wie ist das neue Kindergartenjahr unter diesen Bedingungen angelaufen?

„Man kommt nicht mehr so ganz hinterher, was jetzt eigentlich die Regelungen sind“, sagt Miriam Rizanaj, Leiterin der Kita Wiese. „Man hat das Gefühl, dass sie sich wöchentlich ändern.“ Trotzdem: Der Start in der Kita sei gut gelaufen, das mit dem Testen der Ungeimpften im Team funktioniere ohne Probleme. „Wenn ich um sieben anfange, muss ich mich um halb sieben testen, vor einer Kollegin als Zeugin“, erklärt Miriam Rizanaj das Prozedere. Sollte einmal ein positiver Fall auftreten, sei somit gesichert, dass noch kein Kontakt mit den Kindern bestand.

Kita-Leiterin: „Testpflicht für Kinder wäre wünschenswert gewesen“

„Der Mehraufwand hält sich im Rahmen“, sagt Rizanaj, findet aber: „Eine Testpflicht für Kinder wäre wünschenswert gewesen.“ Momentan können Eltern kostenlos zwei Tests pro Woche abholen, um ihre Kinder zu Hause zu testen, das ist aber freiwillig. Es mache wenig Sinn, dass das Personal sich jeden Tag testen müsse, wenn die Tests bei den Kindern, die sich auch privat untereinander treffen und ihre Körperflüssigkeiten nicht immer unter Kontrolle haben, freiwillig seien. Wirkliche Probleme hat sie mit dem Testen jeden Tag allerdings nicht. „Klar, das ist nicht lustig, aber an sich nicht so schlimm.“ Sorgen hatten die Teammitglieder eher aus anderen Gründen.

„Es stand im Raum, inwieweit auf die Erzieher Druck ausgeübt wird, sich impfen zu lassen, und ob es irgendwann eine Impfpflicht gibt“, berichtet Miriam Rizanaj. „Da haben ein paar Bedenken.“ Auch davor, dass Ungeimpfte dann zweitklassig behandelt würden. Sie habe aber das Gefühl, dass von der Trägerschaft kein Druck ausgeübt werde, sich impfen zu lassen, auch wenn der Impfstatus der Kita-Mitarbeitenden nun abgefragt wurde. „Mir wurde versichert, dass es da nur um die Personalplanung geht.“ Die Kita habe die Daten an die Gemeinde weitergegeben, aktuell seien etwa 60 Prozent im Team geimpft.

Hälte des Teams geimpft

In der Kita Kunterbunt ist laut deren Leiterin Michaela Schuler die Hälfte des Teams geimpft. „Das mit dem Testen klappt gut“, sagt auch sie über die Zusammenarbeit der Mitarbeitenden. Auch die Geimpften testeten sich jeden Montag nach dem Wochenende. „Bei uns in der Einrichtung gehen wir recht offen damit um“, sagt Michaela Schuler. „Die, die geimpft sind, stehen dazu, und die, die nicht geimpft sind, stehen auch dazu. Man muss sich gegenseitig akzeptieren.“ Die Thematik „aufzubauschen“ wäre nicht gut fürs Betriebsklima.

Zum Start des Kindergartenjahrs hätten die Eltern weniger kostenlose Schnelltests für ihre Kinder abgeholt als noch im vergangenen Jahr. „Bis jetzt war alles gut, aber jetzt muss man das wieder ein bisschen in Erinnerung rufen“, so Schuler. Schließlich fange nun die Erkältungszeit an. Inzwischen würden aber schon wieder mehr Eltern von dem Angebot Gebrauch machen.

Viele wollten ihre Impfdaten ungern öffentlich machen

„Wir haben die Eltern, als wir sie vor den Sommerferien verabschiedet haben, noch auf die Regelungen für Reiserückkehrer hingewiesen“, sagt Heike Bieg, Sachgebietsleiterin für Bildung und Erziehung bei der Gemeinde. Auch das kostenlose Testangebot der Gemeinde sei beworben und gut angenommen worden, zudem wurden die Kindergärten mit CO2-Ampeln ausgestattet, die anzeigen, wenn dringend gelüftet werden sollte. Und auch die Impfquote der Kita-Mitarbeitenden sei abgefragt worden.

„Viele haben ein Problem damit, das öffentlich zu machen“, ist der Eindruck von Heike Bieg. „Ich denke, dass zwischen 70 und 80 Prozent geimpft sind.“ Jüngere Mitarbeitende, so ihre Empfindung, sind beim Impfen etwas zurückhaltender.

Der Start an den Kindergärten lief laut der Verwaltungsmitarbeiterin gut, die Gemeinde habe zum Glück genug Tests vorrätig gehabt, um die ungeimpften Erzieher und Erzieherinnen mit ihnen auszustatten. Fürs neue Kindergartenjahr wünscht sie sich, dass die Pädagogik wieder mehr im Vordergrund stehen kann. Bis jetzt scheint das zu funktionieren: In Urbach gab es in den vergangenen Wochen keine Corona-Fälle in den gemeindeeigenen Kindergärten.

Quarantänefälle, Gruppenschließungen, verringerte Öffnungszeiten - wie die Schulen hatten auch die Kindergärten seit Beginn der Corona-Pandemie immer wieder mit zuvor ungeahnten Herausforderungen zu kämpfen. Nun hat das Land die Quarantäne-Regeln gelockert, dafür müssen ungeimpfte Erzieherinnen und Erzieher sich jeden Tag vor der Arbeit auf Corona testen. Wie ist das neue Kindergartenjahr unter diesen Bedingungen angelaufen?

„Man kommt nicht mehr so ganz hinterher, was jetzt

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