Urbach

Kellerbrand und defekte Gasleitung: Urbacher Feuerwehr trainiert für den Ernstfall

Brandübunganslage
In der Übungsanlage flammt zeitweise echtes Feuer über den Köpfen der Einsatzkräfte. © Alexandra Palmizi

Was die Feuerwehr macht, das weiß eigentlich schon jedes Kind. Wirklich bewusst, wie gefährlich manche Einsätze sein können, wird einem aber erst, wenn man in der Brandübungsanlage steht, mit der die Urbacher Wehr gerade für den Ernstfall trainiert. Am Sonntag durfte die Urbacher Öffentlichkeit sie begutachten, ohne Schutzkleidung und Vorbereitung wird aber noch gar nicht ersichtlich, was die Anlage alles kann.

Ganz schön warm ist es in ihr schon bei der Vorführung. Wenn sie auf Hochtouren läuft, dann herrschen aber Extrembedingungen. Der Boden der Anlage kann bis zu 250 Grad heiß werden, im Deckenbereich sind es bis zu 650 Grad. „Wir gehen damit schon ein bisschen an die obere Grenze, weil ich die Leute auch fordern will“, sagt der Urbacher Kommandant Michael Hurlebaus dazu. „Das ist gerade eine optimale Übung.“

In der Anlage können verschiedene Unfälle und Notsituationen geübt werden

Mit der Anlage können mehrere Szenarien simuliert werden. Schon der Eintritt wird erschwert, wenn die Tür sich aufheizt. Im Innern befindet sich ein Bett mit einem Wandregal. Wegen des Regals können die Ehrenamtlichen das Feuer nicht einfach von der Türe aus löschen, sondern müssen sich dafür ins Innere begeben. Auch ein „Flashover“, also ein Feuerschwall, der über den Kopf der Einsatzkräfte zieht, kann in der Anlage dargestellt werden, genauso wie ein Kellerbrand. Selbst Übungen am Stromverteiler oder mit einer defekten Gasleitung können stattfinden.

„Bei einem ist schon eine Jacke in Mitleidenschaft gezogen worden“, erzählt Michael Hurlebaus. Auch der Helm des Mannes sei „ein bisschen versengt“ worden. Das zeigt: Die Anlage erfüllt ihren Nutzen, ist ein wichtiges Mittel, um sich für den Ernstfall vorzubereiten. „Da sieht man, dass Schutzkleidung das Wichtigste ist“, kommentiert Hurlebaus.

Auch erfahrene Aktive sollen für den Notfall üben

Ziel ist es laut dem Kommandanten, dass nicht nur die jungen Aktiven der Feuerwehr in der Anlage üben, die viele der Szenarien vielleicht noch gar nicht erlebt haben, sondern dass auch die erfahreneren Einsatzkräfte die Anlage benutzen, um ihre Fähigkeiten zu erhalten und auszubauen. Dafür hat die Netze BW die Übungsanlage kostenlos zur Verfügung gestellt, die Gemeinde muss lediglich für das Gas aufkommen, und die Feuerwehr hat die Organisation übernommen.

Damit alles glattgeht, dürfen nur Kameradinnen und Kameraden, die auch in die Technik eingewiesen wurden, die Übungsanlage bedienen. Dafür befinden sie sich während der Übungszeit in einem kleinen Raum, in dem sie via mehrerer Kameras beobachten können, was im Inneren vor sich geht. Über ein Bedienfeld steuern sie die Übung.

Zum Schausonntag kamen viele Urbacherinnen und Urbacher

Am vergangenen Sonntag durfte auch die interessierte Urbacher Öffentlichkeit die Anlage begutachten. „Der Schausonntag war ein voller Erfolg“, freut sich Michael Hurlebaus. Die Veranstaltung, bei der die Gäste unter anderem auch Feuerwehrautos inspizieren konnten, sei wichtige Öffentlichkeitsarbeit für die Feuerwehr gewesen. Gerade auch, weil sie nicht nur ein Fest mit Essen und Trinken war, sondern weil sie dazu diente, der Bevölkerung die ganz konkrete Arbeit der Ehrenamtlichen nahezubringen. „Die Gäste waren alle etwas erstaunt“, berichtet Kommandant Hurlebaus von den Reaktionen auf die Übungsanlage. Besonders die Flammen beeindruckten sicher.

Auch unabhängig von der Anlage der Netze BW, die der Urbacher Wehr eine Woche lang zur Verfügung steht, üben die Feuerwehrleute in Urbach wieder regelmäßig. Das war während der Corona-Pandemie lange Zeit nicht möglich. „Wir machen jedes Mal vorher einen Schnelltest“, sagt Michael Hurlebaus. Zudem finden die Übungen in kleineren Gruppen und öfters im Freien statt. Bisher seien die Kameradinnen und Kameraden gut davongekommen, was Corona betreffe. „Toi, toi, toi, dass es so bleibt“, hofft Hurlebaus.

Feuerwehr ist gut aufgestellt

„Man muss sagen, man hat etwas an Übung verloren“, so der Kommandant über die Aussetzung der Übungen während Corona. „Aber das versuchen wir auch wieder aufzuholen.“

Deswegen treffen sich die Ehrenamtlichen aktuell auch etwas öfter. Große Übungsdefizite gibt es, so der Eindruck des Kommandanten, aber nicht. Auch beim Thema Nachwuchs könne er sich nicht beklagen. „Wir haben eine starke Jugendwehr.“ Selbst die Tagesverfügbarkeit der aktiven Feuerwehrkräfte, die tagsüber arbeitsbedingt ja oft auch in anderen Gemeinden unterwegs sind, sei kein Problem.

Was die Feuerwehr macht, das weiß eigentlich schon jedes Kind. Wirklich bewusst, wie gefährlich manche Einsätze sein können, wird einem aber erst, wenn man in der Brandübungsanlage steht, mit der die Urbacher Wehr gerade für den Ernstfall trainiert. Am Sonntag durfte die Urbacher Öffentlichkeit sie begutachten, ohne Schutzkleidung und Vorbereitung wird aber noch gar nicht ersichtlich, was die Anlage alles kann.

Ganz schön warm ist es in ihr schon bei der Vorführung. Wenn sie auf

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