Urbach

Reittherapie in Urbach: Auf dem Regenbogenhof können Kinder zur Ruhe kommen

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Ingrid Krautschneider mit ihren Pferden Nandi, Locke und im Hintergrund Flic Flac. © Ralph Steinemann Pressefoto
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Flic Flac demonstriert eine gute Dehnungshaltung - wichtig, damit er auch im Alter gesund bleibt. © Ralph Steinemann Pressefoto

Etwas versteckt am Rande von Urbach liegt der Regenbogenhof mit seinen fünf Pferden, um die Besitzerin Ingrid Krautschneider sich gewissenhaft, man möchte sagen liebevoll, kümmert. Ist man erst einmal angekommen, bietet sich einem aber eine Oase der Ruhe. An diesem Morgen, an dem der Nebel einen Schleier auf die Landschaft legt, mutet sie besonders verzaubert an. Genau so einen Ort brauchen die Kinder, die regelmäßig zur Reittherapie auf den Hof kommen.

Im Moment sind aber keine Kinder da, die Pferdeexpertin lässt das Pferdchen Flic Flac also alleine demonstrieren, was es alles kann. Und das ist eine ganze Menge: Tonne rollen, die richtige Haltung bewahren, rückwärts laufen und auch einfach einmal still stehen bleiben. „Es ist wichtig für ein Therapiepferd, dass es gut stehen bleiben und abwarten kann“, erklärt Ingrid Krautschneider. „Alles, was wir machen, können wir von beiden Seiten machen“, fügt sie hinzu. Aufsitzen zum Beispiel. „Für die Kinder ist es immer sehr nett, wenn sie etwas machen können, wie eine Tonne zu rollen“, so die Reittherapeutin. Ihre Haflinger könnten auch apportieren.

Kinder sollen sich wohlfühlen

In die Reittherapie auf den Regenbogenhof kommen Kinder mit Behinderungen und traumatisierte Kinder. „Pferde sind für mich etwas ganz Wichtiges“, sagt Ingrid Krautschneider. „Ich habe schon als Kind erlebt, dass sie guttun.“ Dieses Gefühl gibt sie nun weiter. Einmal die Woche kommen die Jungs und Mädels in der Regel auf ihren Hof, montags sowie mittwochs bis sonntags drei Kinder am Tag im Sommer und zwei Kinder im Winter. Den Rest der Zeit kümmert Ingrid Krautschneider sich um die Pferde. „Ich versuche, es klein und übersichtlich zu halten, damit sich die Kinder und die Pferde wohlfühlen.“ Größtenteils arbeitet Ingrid Krautschneider ehrenamtlich, denn im Gegensatz zu früher reichen die Fördermittel, die der Hof aktuell bekommt, weder für ein Gehalt für die Pferdetherapeutin noch für zusätzliche Mitarbeiter aus.

Zur Reittherapie ist die Pferdeliebhaberin über Umwege gekommen. Früher arbeitete sie auf einer Jugendfarm in Stuttgart. Über ihre Jugendfarm-Kontakte hatte sie damals auch Menschen kennengelernt, die sich intensiv mit dem Thema Reittherapie beschäftigten, die „Dinge anders gesehen und auch einmal etwas ausprobiert haben“, so Krautschneider. „Dafür bin ich wahnsinnig dankbar.“ Die Arbeit auf der Jugendfarm hatte ihr zwar viel Spaß gemacht, irgendwann störte sie aber, dass die Kinder und Jugendlichen dort nicht sehr greifbar waren und oft wieder verschwanden, während ihr Hintergrund unbekannt blieb. „Ich dachte, die Arbeit ist eigentlich eine gute, aber sie muss gezielter ans Kind herangebracht werden und ruhiger sein.“ In der Reittherapie bekommt sie die Entwicklung der jungen Kinder nun nachhaltiger mit.

Kooperation mit dem Waldkindergarten

Bevor der Regenbogenhof auf sein jetziges Gelände zwischen Urbach und Plüderhausen gezogen ist, war er in anderer Form mitten in Urbach beim Schloss untergebracht, damals noch in der Form einer kleinen Jugendfarm. „Das hat uns nachher auch gefehlt“, sagt Ingrid Krautschneider. „Dass wir mit jedem über den Gartenzaun reden konnten.“ Das jetzige Gelände hat der Verein Regenbogen e.V. von der Gemeinde Urbach langfristig gepachtet. Kürzlich ist die Verwaltung auf die Pferdetherapeutin zugekommen, um anzufragen, ob es nicht möglich wäre, mit dem Waldkindergarten der Gemeinde zu kooperieren. Diesem Thema steht Ingrid Krautschneider offen gegenüber – einen Kindergarten gab es schließlich auf dem Regenbogenhof schon früher einmal.

Kurz nach der Jahrtausendwende betrieb Ingrid Krautschneider mehrere Jahre einen Förderkindergarten auf dem Regenbogenhof. „Wir hatten drei Waldtage und zwei Farmtage.“ Die Kinder durften die Tiere - damals gab es noch Ziegen auf dem Hof - versorgen, reiten und zusammen Essen machen. Die Umgebung habe auch verhaltensauffälligen Kindern gutgetan, so Ingrid Krautschneider. Nach zweieinhalb Jahren musste sie das Projekt aufgeben, weil das Fördermodell sich damals radikal veränderte. Sie erinnert sich aber heute noch mit etwas Wehmut an das Projekt, das ihr viel Spaß gemacht hatte. Inwiefern sie in Zukunft mit dem Waldkindergarten kooperieren wird, ist noch offen, Möglichkeiten, so die Reittherapeutin, gibt es aber viele.

Etwas versteckt am Rande von Urbach liegt der Regenbogenhof mit seinen fünf Pferden, um die Besitzerin Ingrid Krautschneider sich gewissenhaft, man möchte sagen liebevoll, kümmert. Ist man erst einmal angekommen, bietet sich einem aber eine Oase der Ruhe. An diesem Morgen, an dem der Nebel einen Schleier auf die Landschaft legt, mutet sie besonders verzaubert an. Genau so einen Ort brauchen die Kinder, die regelmäßig zur Reittherapie auf den Hof kommen.

Im Moment sind aber keine

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