Urbach

Schranke gegen Gedränge an der Urbacher Kugelbahn soll kommen: Hagsteige-Parkplatz ständig überfüllt

Hagsteige
Auch an diesem Wochenende kamen mehr Kugelbahnfreunde mit dem Auto, als es Parkplätze an der Hagsteige gibt. © ALEXANDRA PALMIZI

Immer wieder kommt es an der Urbacher Hagsteige zu Parkplatz-Problemen. Die Attraktionen, die im Rahmen der Remstal-Gartenschau im Urbacher Wald geschaffen wurden, sind nach wie vor beliebt - in Corona-Zeiten umso mehr, fallen doch zurzeit viele andere Aktivitäten weg.

Der Technische Ausschuss der Gemeinde hat wegen der angespannten Parksituation im März beschlossen, eine Schranke aufzustellen, die Besucher davon abhalten soll, am oberen Parkplatz ihr Auto abzustellen. Momentan steht sie aber noch nicht, für das Pfingstwochenende erwarteten die Gemeinderätinnen und -räte deshalb wieder viele Besucher und Parkplatz-Probleme. Und so kam es auch. Bürgermeisterin Martina Fehrlen berichtete am Pfingstmontag, dass es erneut zu einem großen Andrang auf den Parkplätzen gekommen war. Und auch sonst war viel los auf dem Pfad. Dagegen sei der Spielplatz, der etwas oberhalb der Hagsteige liegt, stets spärlicher besucht. Ihr Tipp: die Kugelbahn am Vormittag besuchen und das Auto im Bärenbachtal am Buxparkplatz abstellen. „Dann kann man mit frischen Kindern den Berg hochlaufen, und wenn die Kleinen müde werden, geht’s nur noch bergab.“

Auslöser für die erneute Diskussion war ein kritischer Leserbrief

Der Auslöser für eine erneute Diskussion über die Parkplatz-Situation im Urbacher Wald war in der jüngsten Gemeinderatssitzung ein Leserbrief, den wir veröffentlichten. Der Herr, der ihn einsendete, wollte am Ostermontag mit seinem zweijährigen Enkel die Murmelbahn besuchen. Auch an diesem Feiertag waren allerdings schon viele Gäste unterwegs. Er parkte deshalb unerlaubt und regte sich im Nachhinein darüber auf, dass er dafür gleich ein Knöllchen bekam. „Ein rechtzeitiger Hinweis in Urbach auf die belegten Parkplätze wäre hilfreich“, schrieb er. „Oder ein Shuttle könnte Familien mit Kindern den Zugang erleichtern.“

„Ich möchte nicht, dass die Menschen verärgert werden, die Freizeit suchen“, sagte Siegrun Burkhardt zu dem Thema. Sie griff die Idee mit den Shuttle-Bussen auf, die auch schon während der Gartenschau angeboten wurden. „Knöllchen verteilen ist die schlechteste aller Lösungen.“

Zwei Mitarbeiter kontollieren die Zufahrt

Bürgermeisterin Martina Fehrlen sah die Situation anders. An den Wochenenden seien zwei Mitarbeiter der Gemeinde, die während der Freibad-Saison im Urbacher Bad arbeiten, im Einsatz. Am besagten Wochenende sei einer aber krank gewesen, weshalb nicht wie normalerweise ein Mitarbeiter unten beim Freibad-Parkplatz und ein anderer am oberen Parkplatz stand. Der unten stehende Mitarbeiter könne Besucherinnen und Besucher in der Regel abfangen, da er via Walkie Talkie mit dem Mitarbeiter am oberen Parkplatz in Kontakt stehe.

„Wenn dann Schwangere oder Familien mit ganz kleinen Kindern, die noch nicht hochlaufen können, im Wagen sind, werden die Autos auch hochgelassen“, versicherte die Verwaltungschefin. Die Mitarbeiter seien angewiesen, am oberen Parkplatz Durchfahrtsbreiten auszumessen, um bei angespannter Parksituation zu sehen, ob Rettungsfahrzeuge im Notfall noch durchkommen würden. „Und nur wenn das nicht der Fall ist, kriegen Personen zu Recht einen Strafzettel“, sagte Martina Fehrlen.

Schranke soll Gedränge beenden

Zudem seien die Mitarbeiter der Verwaltung ganz allgemein angewiesen, Besucherinnen und Besucher, die gegen die Parkregeln verstoßen, erst einmal darauf anzusprechen, wenn sie sie antreffen würden. Und einen Pfingst-Shuttleservice hätte die Gemeinde in der kurzen Zeit laut Fehrlen überhaupt nicht mehr einrichten können. „Wenn die Schranke kommt, haben wir ja sowieso eine andere Situation.“

„Die Antwort stellt mich in keiner Weise zufrieden“, sagte Siegrun Burkhardt auf das Statement der Bürgermeisterin. „Die Besucher sehen nicht, dass sie ihr Knöllchen wegen der Durchfahrtsbreiten bekommen haben.“ Es sei nicht hinzunehmen, dass die Leute verärgert wieder von dannen ziehen müssten.

Urbacher sollen Sonderberechtigung bekommen

„Nur weil sich ein oder zwei aufregen und 1000 in Ordnung finden, wie es gelöst ist, werden wir es nicht kurzfristig ändern“, entgegnete Martina Fehrlen. „Wir können auch nicht komplett absperren, weil es ja auch berechtigte Zufahrten gibt.“ Dazu gehörten zum Beispiel viele Urbacher, die ein Stückle in der Umgebung haben, sowie mobilitätseingeschränkte Personen.

„Die Situation beschäftigt uns ständig“, sagte Ursula Jud, Freie-Wähler-Fraktionsvorsitzende. „Einerseits ist es erfreulich, dass viele Leute in die Natur strömen, trotzdem bin ich froh, wenn die Schrankenlösung kommt..“ Sie erhoffe sich dadurch eine dauerhafte Verbesserung. Viel schwieriger finde sie, dass die zwei Verwaltungsmitarbeiter, sobald das Freibad öffne, nicht mehr zur Verfügung stehen werden.

Neue Stelle im Ordnungsamt

„Dankenswerterweise haben wir uns ja schon Gedanken gemacht“, sagte Martina Fehrlen dazu. Die neue halbe Stelle, die im Ordnungsamt geschaffen wurde, solle unter anderem dazu dienen, die Attraktionen im Wald zu betreuen.

„Das Parken am Freibad beziehungsweise am Hag-Parkplatz wird uns noch die nächsten Monate oder Jahre beschäftigen“, sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Burkhard Nagel. Er beobachte, dass die Menschen eigentlich keine Probleme damit hätten, die Hagsteige hoch und hinab zu laufen. Das größere Problem sehe er darin, dass der Freibad-Parkplatz überlastet werde, wenn die Hagsteige nicht mehr hochgefahren werden dürfe. „Da müssen wir gucken, wie wir Lösungen finden.“

Parkplatz-Konkurrenz zwischen Freibad- und Waldbesuchern

„Wir werden eine Konkurrenz um die Freibad-Parkplätze haben“, sagte Martina Fehrlen. „So wird es kommen.“

Manfred Wrobel-Adelhelm (Bürgerliste Urbach) wies darauf hin, dass es bald auch ein vermehrtes Parkproblem im umliegenden Wohngebiet geben könnte.

„Was wir schon gemacht haben, ist, die Anzahl hochwertiger Fahrabstellmöglichkeiten beim Freibad zu erhöhen“, so Fehrlen. „Das ist die einzige Möglichkeit, aus dem Dilemma herauszukommen.“

Immer wieder kommt es an der Urbacher Hagsteige zu Parkplatz-Problemen. Die Attraktionen, die im Rahmen der Remstal-Gartenschau im Urbacher Wald geschaffen wurden, sind nach wie vor beliebt - in Corona-Zeiten umso mehr, fallen doch zurzeit viele andere Aktivitäten weg.

Der Technische Ausschuss der Gemeinde hat wegen der angespannten Parksituation im März beschlossen, eine Schranke aufzustellen, die Besucher davon abhalten soll, am oberen Parkplatz ihr Auto abzustellen. Momentan steht

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