Urbach

Trotz Corona: „Es war ein gutes Jahr“

Waldpädagogen
Bärbel Baumgärtner und Katharina Schönemann achten darauf, dass bei den Veranstaltungen der Urbacher Waldpädagogik alles coronakonform abläuft. Selbst der Leitvogel beim Waldwagen, einst Vorbote der Gartenschau, muss Maske tragen. © ALEXANDRA PALMIZI

Die Urbacher Waldpädagogen hatten sich für 2020 viel vorgenommen: ein großes Waldfest und zwei Aktionstage im Wald, ein buntes Wochenendprogramm und viele Veranstaltungen. Dann kam die Pandemie und durchkreuzte die Pläne des jungen Vereins, der sich im Nachgang der Gartenschau gründete. Bärbel Baumgärtner und Katharina Schönemann sind im Vorstand des Vereins und blicken trotzdem auf ein erfolgreiches Jahr zurück.

„Wir hatten gerade den ersten Tag unserer Pflanzaktion geschafft“, erinnert sich Bärbel Baumgärtner an das Frühjahr. Zusammen mit Kindern und Jugendlichen wollten die Waldpädagogen eine Woche nach dem ersten Aktionstag noch einmal im Urbacher Wald Bäume pflanzen. Die Veranstaltung musste dann aber abgeblasen werden, weil zu diesem Zeitpunkt der Lockdown ausgerufen wurde. „Das war schade, aber wenigstens haben wir die Hälfte geschafft“, sagt Bärbel Baumgärtner. Die restlichen Bäumchen wurden natürlich trotzdem im Wald gepflanzt, versichert sie, nur eben dann von Fachleuten statt des Urbacher Nachwuchses.

Größere Aktionen fielen der Corona-Pandemie zum Opfer

Auch danach mussten die Waldpädagogen einige Enttäuschungen einstecken. „Es war relativ schnell klar, dass der erste Aktionstag nicht stattfinden konnte“, sagt Katharina Schönemann. Auch das geplante Waldfest fiel Corona zum Opfer. „Wir haben uns das zuerst etwas offengehalten, aber es ging nicht“, so Katharina Schönemann. „Unseren Förderantrag mussten wir zurückziehen.“

Den Kopf in den Sand gesteckt und 2020 abgehakt haben die Vereinsmitglieder aber mitnichten. Stattdessen haben sie sich aktiv daran beteiligt, den Lockdown in der Gemeinde erträglicher zu machen. „Am Anfang haben wir im Wochenblatt und auf unserer Website viele Ideen geliefert, was Menschen eigenverantwortlich im Freien machen können“, sagt Bärbel Baumgärtner. Tipps zum Kräutersammeln veröffentlichten sie beispielsweise genauso wie den Aufruf, Steine zu bemalen und sie in Form einer „Alles wird gut“-Schlange aneinanderzureihen. „Für unsere Osterhasen-Rallye haben wir in Urbach an verschiedenen bekannten Plätzen Hasen aus Holz versteckt“, erzählt Bärbel Baumgärtner. Die jungen Teilnehmer durften dann mit Hilfe der Buchstaben auf den Holzhasen ein Lösungswort erraten und bei den Waldpädagogen einreichen.

Alte Hütte in der Ortsmitte reaktiviert

„Das ist so gut angekommen, dass wir dann gleich noch mal eine Rallye gemacht haben“, sagt Katharina Schönemann. Dafür haben die Waldpädagogen die Hütte in der Urbacher Mitte reaktiviert, die während der Gartenschau dazu diente, über die Aktionen abseits der Ortsmitte zu informieren, und sie als Ausgangspunkt für einen Rundweg mit verschiedenen Stationen verwendet. An jeder Station ging es um ein einheimisches Tier, die Teilnehmer mussten wiederum ein Lösungswort erraten. „Das kam sehr gut an“, sagt Katharina Schönemann. In zwei Wochen haben etwa 100 Kinder ein Lösungswort abgegeben. Sie habe aber auch beobachtet, dass ältere Menschen den Weg abgelaufen seien.

Eine willkommene Ablenkung in Zeiten, in denen sonst nichts los war

„Wir haben viele positive Rückmeldungen von Familien bekommen“, bestätigt Bärbel Baumgärtner. „Das war ein Anreiz rauszugehen, als sonst nicht viel los war.“ Laut der Waldpädagogen haben selbst über die Ortsgrenze hinaus Menschen an ihren verschiedenen Aktionen teilgenommen. So kamen vereinzelt Teilnehmer aus Korb, Remshalden und sogar Schwäbisch Gmünd. „Man hat schon gemerkt, dass die Waldpädagogik bekannt wurde und sich herumgesprochen hat“, sagt Bärbel Baumgärtner.

Dennoch meldeten sich kaum Menschen für die Kurse an, die der Verein wieder anbot, als die Corona-Regeln im Sommer etwas gelockert wurden. „Das lief schleppend, wir mussten viel absagen“, so Katharina Schönemann. Inzwischen trudeln aber wieder mehr Anmeldungen bei den Waldpädagogen ein. „Vielleicht auch, weil die Menschen bei unserem Waldaktionstag gemerkt haben, dass wir die Hygiene- und Abstandsregeln ernst nehmen und uns nicht einfach darauf verlassen, dass wir im Freien sind“, vermutet Katharina Schönemann.

Beim Waldaktionstag alle Regeln eingehalten

Der dritte Waldaktionstag konnte mit Unterstützung der Gemeindeverwaltung kurzfristig in kleinerem Rahmen als ursprünglich geplant stattfinden. „Das hat gut funktioniert und wir konnten alle Regeln einhalten“, sagt Bärbel Baumgärtner. „Es kamen um die 250 Besucher, das war genau richtig.“

Obwohl viele Aktionen abgesagt werden mussten, findet sie bezogen auf den Verein: „Es war ein gutes Jahr.“ Durch die Ruhe im Lockdown haben die Mitglieder Zeit gehabt, sich neue Konzepte einfallen zu lassen und die kleineren Aktionen, die zurzeit möglich sind, seien umso intensiver. „Wir haben gemerkt, dass es nicht immer das große Programm sein muss“, sagt Bärbel Baumgärtner. Nach einem erfolgreichen ersten Jahr plant der Verein also auch für die kommende Zeit Aktionen, die die Menschen ins Freie locken sollen.

Die Urbacher Waldpädagogen hatten sich für 2020 viel vorgenommen: ein großes Waldfest und zwei Aktionstage im Wald, ein buntes Wochenendprogramm und viele Veranstaltungen. Dann kam die Pandemie und durchkreuzte die Pläne des jungen Vereins, der sich im Nachgang der Gartenschau gründete. Bärbel Baumgärtner und Katharina Schönemann sind im Vorstand des Vereins und blicken trotzdem auf ein erfolgreiches Jahr zurück.

„Wir hatten gerade den ersten Tag unserer Pflanzaktion geschafft“,

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper