Urbach

Umstellung auf LED-Lampen: In Urbach wird die Nacht bald heller

LED Lampe
In Winterbach wurden die neuen LED-Leuchten schon eingebaut. © Gabriel Habermann

Das Remstalwerk will die Straßenlaternen in Urbach auf LED umrüsten. Die Vorteile davon liegen laut Gabriele Laxander, Remstalwerk-Geschäftsführerin, auf der Hand: Die LED-Leuchten verbrauchen weniger Strom, sorgen durch eine bessere Ausleuchtung der Straße für mehr Sicherheit im Straßenverkehr, sind schonender für Insekten und sparen CO2. Deshalb will das Unternehmen die alten Leuchten im Ort nach und nach ersetzen. Bis in fünf Jahren sollen die Leuchtmittel in allen Remstalwerk-Gemeinden ausgetauscht sein.

Bei dem Austausch will das Remstalwerk eng mit der Kommune zusammenarbeiten, betonte Gabriele Laxander, als sie ihre Pläne im Gemeinderat vorstellte. Der Energieversorger hat die Straßenbeleuchtung 2017 von der Kommune übernommen. „Damals hatten wir überhaupt keine großen Unterlagen erhalten, weil sie nicht vorhanden waren“, so Laxander. Daher veranlasste sie erst einmal eine Bestandsaufnahme und ließ einen Lichtmasterplan erstellen.

Andere Gemeinden hatten Vorrang

Vorrang bei der Umstellung auf LED hatten allerdings erst einmal andere Remstalwerk-Gemeinden wie zum Beispiel Winterbach. Der Grund: In Urbach sind zu über 80 Prozent sogenannte NAV-Lampen verbaut, die weniger problematisch sind als die HQL-Leuchten, die in anderen Gemeinden zum Einsatz kamen. „Die HQL-Leuchten mussten umgerüstet werden, weil sie nicht mehr auf dem Markt erhältlich sind.“ Nun soll aber auch Urbach an die Reihe kommen.

„Das wird eine Umgewöhnung, wenn wir umrüsten“, kündigte Gabriele Laxander an. „Die LEDs sind heller.“ Die Erfahrung in Winterbach habe aber gezeigt: „Es gab so gut wie keine Reklamationen.“ Nur bei zwei oder drei Laternen hätten sich Anwohner darüber beschwert, dass sie zu hell waren. „Wir reagieren dann aber sehr schnell und machen eine Blende hin oder tauschen die Stärke aus“, versprach Gabriele Laxander. Allgemein seien die neuen LED-Leuchten in Winterbach aber sehr gut angenommen worden.

Kosten: 710 000 Euro

Insgesamt sollen die neuen Leuchten etwa 710 000 Euro kosten. 30 Prozent davon könnten voraussichtlich vom Bund gefördert werden. Nach der Berechnung des Remstalwerks würden sich diese Kosten allerdings in einem Zeitraum von etwa elfeinhalb Jahren amortisieren. Das Finanzierungskonzept müssen das Remstalwerk und die Gemeinde noch zusammen ausarbeiten.

Im Vergleich zu den momentan noch vorhandenen Leuchten würden die neuen LEDs pro Jahr etwa 60 000 Euro an Kosten und 284 487 Kilowattstunden sparen. Zudem würden laut Gabriele Laxander 134 000 Kilogramm CO2 pro Jahr eingespart werden. „Das ist ein Wort“, findet sie.

Bewegungsmelder: Ja oder nein?

Im Zuge der Umrüstung kam auch die Idee auf, die neuen Leuchten auf dem Weg zum Waldsportplatz mit Bewegungsmeldern auszustatten, es bestehe aber noch Diskussionsbedarf. Gabriele Laxander vermutet, dass die Leuchten mit Bewegungsmeldern anfälliger wären für Unterhaltungsmaßnahmen, und befürchtet, dass es für die Bevölkerung irritierend sein könnte, wenn sie zum Beispiel wegen einer Katze oder einem anderen Tier anspringen würden. „Das muss man im Einzelnen noch besprechen“, sagte sie deshalb zu der Idee.

Die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte nahmen das Vorhaben im Großen und Ganzen positiv zur Kenntnis, es gab aber auch Kritik.

Bei der Umrüstung entsteht Müll

Siegrun Burkhardt, SPD-Fraktionsvorsitzende, war es wichtig, zu betonen, dass die Umrüstung nicht nur Ressourcen spare, sondern dass dabei auch Müll produziert werde. „Von daher sollte erst einmal nur da nachgerüstet werden, wo auch die Ausleuchtung schlecht ist.“ Sie riet zudem von den Bewegungsmeldern ab.

Manfred Wrobel-Adelhelm (Bürgerliste Urbach) beklagte, dass drei Laternen bei der Afrakirche nicht im Plan berücksichtigt wurden, er habe unterschiedliche Auskünfte von der evangelischen Kirchengemeinde und der Verwaltung bekommen, wer zuständig sei. In Zukunft sollten auch die Leuchten dort seiner Meinung nach mit modernerer Technik ausgestattet werden. „Wir machen das, keine Frage“, sagte Gabriele Laxander, wies aber daraufhin, dass das Remstalwerk nicht für die Laternen zuständig sei. „Dafür müssen wir extra beauftragt werden.“

Kommunen müssen mitziehen

„Von uns gibt es Zustimmung“, sagte Burkhard Nagel die Unterstützung der Grünen-Fraktion zu. „Das ist der richtige Weg.“ Die bessere Ausleuchtung, Energieeinsparung und Fördermöglichkeiten der LED-Leuchten überzeugten ihn. „Vielleicht kann man es im Randbereich probieren“, sagte er zu den Bewegungsmeldern.

Auch Ursula Jud, Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, gab das „Go für die Umstellung“. Die Fraktion freue sich zudem darüber, dass der Weg zum Waldsportplatz in Zukunft besser ausgeleuchtet werde.

Detlef Holzwarth, CDU-Fraktionsvorsitzender, sprach sich ebenso für die neue LED-Technik aus. Wenn Bund, Länder und Kreise sich für den Klimaschutz engagierten, dann sollten das auch Kommunen machen. „Wir kommen da gar nicht darum herum“, so Holzwarth. Auch wirtschaftlich sei die Investition tragbar.

Das Remstalwerk will die Straßenlaternen in Urbach auf LED umrüsten. Die Vorteile davon liegen laut Gabriele Laxander, Remstalwerk-Geschäftsführerin, auf der Hand: Die LED-Leuchten verbrauchen weniger Strom, sorgen durch eine bessere Ausleuchtung der Straße für mehr Sicherheit im Straßenverkehr, sind schonender für Insekten und sparen CO2. Deshalb will das Unternehmen die alten Leuchten im Ort nach und nach ersetzen. Bis in fünf Jahren sollen die Leuchtmittel in allen Remstalwerk-Gemeinden

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