Urbach

Urbach: Neue Chance für Metzgerei Walz in der Beckengasse? Davon hängt es ab

Metzgerei Walz
Metzger Dieter Kempter (links) bei der Produktion seiner Waren. © Gabriel Habermann

Für viele Menschen in Urbach-Nord war es eine traurige Nachricht: Die Metzgerei Walz in der Beckengasse schloss vor den Sommerferien wegen Personalproblemen „bis auf weiteres“. Seine Produkte verkauft Metzger Dieter Kempter mit seinem Team zwar nach wie vor an der Theke in der Rewe-Filiale, vielen Kundinnen und Kunden fehlten aber wohl die kurzen Wege und das Mittagessen in der Beckengasse. Wir haben mit dem Metzger darüber gesprochen, wie sich die Lage in den vergangenen Monaten entwickelt hat – und ob er plant, in der Zukunft auch in der Beckengasse wieder seine Waren zu verkaufen.

„Im Großen und Ganzen hat sich nicht viel verändert“, sagt Dieter Kempter gleich zu Beginn des Gesprächs. Außer dass „Hali’s Lädle“, das etwas Belebung in die Nachbarschaft gebracht hatte, nun auch noch geschlossen habe. Das Personal sei nach wie vor knapp, wenn nun auch noch das Umfeld wegbreche, dann hätte der Metzger noch mehr zu kämpfen, würde er nun in der Beckengasse wieder aufmachen. Allerdings: Mittagessen wird dort von Dienstag bis Donnerstag zwischen 11 und 12.30 Uhr schon seit dem Sommer wieder verkauft.

Mittagessen-Ausgabe hat sich bewährt

Eine Mitarbeiterin, die zuvor am Wochenende arbeitete, kommt dafür nun eineinhalb Stunden in den Laden und gibt das Essen aus. „Wir haben gesagt, wir versuchen das und es hat sich bewährt“, sagt Dieter Kempter. Außerdem hätte er sonst Küchenpersonal entlassen müssen. Besteht nun aber überhaupt noch eine Chance darauf, dass er seinen Laden in der Beckengasse wieder für den Thekenverkauf öffnet?

Momentan werde er zwar nicht aufmachen, eine Chance für die Zukunft bestehe aber durchaus noch, antwortet Dieter Kempter. Die Entscheidung hänge auch davon ab, wie sich das Umfeld in der Beckengasse entwickle. Er sei mit den Interessenten der Räume von „Hali’s Lädle“ im Gespräch.

„Wenn sich hier wieder etwas entwickelt, werde ich der letzte sein, der dem im Weg steht“, so Kempter. Wenn allgemein wieder mehr Leuten vor Ort einkaufen würden, würde sich das Geschäft vielleicht auch wieder lohnen. Davon, wieder zu den vorherigen Öffnungszeiten aufzumachen, wolle er momentan nicht sprechen, vielleicht sei bei einer positiven Entwicklung in der Beckengasse dann aber wieder ein tageweiser Thekenverkauf möglich. Die Personallage, wegen der Kempter im Sommer dort geschlossen hatte, gestalte sich aber weiter kritisch.

„Ich muss jeden einstellen, der mich fragt“, sagt Dieter Kempter und erklärt: In seinem Bereich gebe es so wenig Personal, dass er zwar Angestellte bekommen könnte, dann aber auch jeden Gehaltswunsch erfüllen müsste. „Entweder ich kann es bezahlen oder er geht wieder und hat morgen einen anderen Job.“ Die Angestellten müssten sich dann natürlich insgesamt lohnen, damit das Geschäft rentabel bleibt. „Das ist schon extrem gerade“, findet Kempter.

Energiepreise gestiegen

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt der Metzger trotzdem auf die Frage, wie er ins neue Jahr blickt. Das Weihnachtsgeschäft sei im Großen und Ganzen zufriedenstellend gelaufen, wenn auch nicht ganz so gut wie schon in vergangenen Jahren, und die Inflation mache sich zwar bei seinen Energiekosten bemerkbar, aber noch nicht am Einkaufswillen seiner Kundschaft. „Ich hoffe natürlich immer, dass es besser wird, auch wenn sich die Rahmenbedingungen verschlechtern“, sagt er deshalb.

Neben der Personallage belasten Dieter Kempter zum Beispiel auch die vielen rechtlichen Vorlagen, die er erfüllen muss. „Für uns kleine Handwerker ist das enorm schwierig.“ Gesetzliche Regelungen seien oft auf größere Betriebe ausgelegt. „Wenn ich als örtlicher Handwerker schlechte Qualität liefere, dann kommen die Kunden nicht mehr“, sagt er und findet deshalb: So viele Kontrollen und Gesetze, wie er derzeit erfüllen muss, bräuchte es eigentlich nicht.

Kürzerer Thekenverkauf im Rewe

Seine Metzgertheke im Rewe, die sonst von 7 bis 20 Uhr offen hat, wird ab Januar erst einmal nur noch bis 19 Uhr geöffnet haben. Das liegt aber nicht am Personalmangel und ist auch nur temporär, denn: Im Winter verkauft der Metzger in der Zeit am Abend nicht genug, dass sich die Öffnungszeiten bis 20 Uhr lohnen. Sobald es wieder wärmer wird und länger hell bleibt, komme aber auch später am Abend noch Kundschaft vorbei, zum Beispiel, weil abends gegrillt werde. Dann wird auch die Theke wieder bis 20 Uhr geöffnet haben, verspricht Dieter Kempter.

Für viele Menschen in Urbach-Nord war es eine traurige Nachricht: Die Metzgerei Walz in der Beckengasse schloss vor den Sommerferien wegen Personalproblemen „bis auf weiteres“. Seine Produkte verkauft Metzger Dieter Kempter mit seinem Team zwar nach wie vor an der Theke in der Rewe-Filiale, vielen Kundinnen und Kunden fehlten aber wohl die kurzen Wege und das Mittagessen in der Beckengasse. Wir haben mit dem Metzger darüber gesprochen, wie sich die Lage in den vergangenen Monaten entwickelt

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