Urbach

Urbach plant in diesem Jahr mehrere Aktionen für mehr Jugendbeteiligung

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Das Projekt soll dabei helfen, Jugendliche für die Mitgestaltung der Gemeinde zu gewinnen. Symbolfoto. © Pixabay

Im vergangenen Jahr haben 4000 Urbacherinnen und Urbacher Fragebögen ausgefüllt, in denen sie angeben konnten, wie zufrieden sie mit ihrem Leben in der Gemeinde sind. Die Ergebnisse sollen der Verwaltung und dem Gemeinderat im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzepts 2035 bei zukünftigen Entscheidungen eine Richtung vorgeben. Dabei soll auch die Stimme der Jugendlichen einfließen. Die sind laut der Verwaltung aber erfahrungsgemäß schwerer zu erreichen.

Um junge Menschen besser einzubinden, startet in Urbach deshalb diesen Monat das Projekt „Jung sein in der Kommune.“ Es hat zwar keine direkte Verbindung zum Gemeindeentwicklungskonzept, soll dieses aber ergänzen. „Es ist wie gemacht für den Zeitraum“, sagt Bürgermeisterin Martina Fehrlen. „Selten hat ein Fördermittelprojekt so gut gepasst.“

Fokusgruppen mit Jugendlichen

Aber was wird konkret mit und für die Jugendlichen gemacht? Zunächst wird eine nichtöffentliche Auftaktveranstaltung stattfinden mit verschiedenen Vertretern aus unter anderem den Schulen, Vereinen, Vertretern des Gemeinderats, der Feuerwehr und dem DRK. „Wir laden sie ein, um zu besprechen, welche Themen aus ihrer Sicht mit den Jugendlichen angegangen werden sollen“, sagt Dominic Eigner, der das Jugendhaus der Gemeinde leitet.

Danach werden voraussichtlich Ende April Fokusgruppen mit den Jugendlichen stattfinden. „Wir setzen uns zum Beispiel mit einer Gruppe aus der Schule zusammen und besprechen, was für sie in Urbach wichtig ist und wie sie sich ein Urbach der Zukunft ausmalen“, so Eigner. „Wir werden darauf achten, dass es sich dabei nur um Schülerinnen und Schüler aus Urbach handelt.“ In einer zweiten Fokusgruppe sollen Jugendliche aus der verbandlichen Jugendarbeit, also zum Beispiel aus den Urbacher Vereinen, zu Wort kommen.

Großer Aktionstag vor den Sommerferien

Schließlich soll vor den Sommerferien ein großer öffentlicher Aktionstag stattfinden. Ein genauer Termin dafür muss noch gefunden werden. „Sinnvollerweise wird er unter der Woche stattfinden“, sagt Martina Fehrlen dazu. Geklärt werden müsse noch, wie auch die Gymnasiasten, die in anderen Gemeinden zur Schule gehen, einbezogen werden können. „Wir wollen möglichst viele Schülerinnen und Schüler erreichen“, so Fehrlen.

Zwischen dem Aktionstag und dem Ablauf des Förderzeitraums im Februar 2022 wird die Gemeinde noch ein Projekt mit den Jugendlichen verwirklichen, das sie sich für den Ort wünschen. Dabei kann es sich um alles Mögliche handeln. „Wir wollen dem nicht vorgreifen“, sagt Martina Fehrlen. „Für die Jugendlichen ist es ja ein großes Aha-Erlebnis, dass sie etwas diskutieren, das dann auch umgesetzt wird.“

15 000 Euro Fördermittel

Das Vorhaben „Jung sein in der Kommune“ wird durch das Ministerium für Soziales und Integration aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg in einer Höhe von bis zu 15 000 Euro gefördert. „10 000 Euro sind für den Diskussionsteil mit den Jugendlichen gedacht“, sagt Martina Fehrlen. „Mit den restlichen 5000 Euro können wir dann das Projekt, das die Jugendlichen sich wünschen, umsetzen.“ Das Büro Reschl Stadtentwicklung, das die Gemeinde auch für das Gemeindeentwicklungskonzept 2035 beauftragt hat, wird die Veranstaltungen moderieren und den Aktionstag im Sommer vorbereiten.

„Ich finde es sehr wichtig, dass die Jugendlichen im Bezug auf die Gemeindeentwicklung zu Wort kommen“, sagt Dominic Eigner. „Wenn den Jugendlichen ihr Ort gefällt, können wir sie auch eher hier halten.“ Denn, so der Jugendhausleiter, Urbach hat viel zu bieten. „Wenn man schon seine Jugend hier verbracht hat, Freundschaften und Kontakte geknüpft hat, dann wäre es schade, später zum Beispiel wegen der Ausbildung wegzuziehen.“ Zudem erhofft sich Dominic Eigner durch das Projekt eine bessere Vernetzung der Jugendarbeit im Ort. „Und dass wir besser herausfinden können, was wir noch für Jugendliche brauchen und wollen in Urbach.“

Mehr mobile Jugendarbeit?

„Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen“, sagt Martina Fehrlen. „Bisher haben wir mit dem Jugendhaus ein offenes Angebot. Die Frage ist, ob das das ist, was sich die Jugendlichen wünschen, oder ob man vielleicht weniger Öffnungszeiten anbietet und die Zeit für die mobile Jugendarbeit nutzt.“ Damit müsse die Gemeinde sich auseinadersetzen.

„Außerdem brauchen die Jugendlichen Orte, an denen sie sich aufhalten und austauschen können, ohne die Aufsicht von Erwachsenen“, so die Bürgermeisterin. Vandalismus wie in der Urbacher Mitte II solle in Zukunft vermieden werden. Die Frage sei also: „Was können wir als Gemeinde tun, um ein gutes Miteinander der Generationen im Ort zu halten?“

Jugendliche, die sich momentan treffen wollen, können zumindest wieder ins Jugendhaus. „Aktuell dürfen wir wieder öffnen“, sagt Dominic Eigner. Allerdings nur mit Voranmeldung. „Ich finde es schon schwierig, wenn die Jugendlichen keine Ansprechperson haben, an die sie sich wenden können“, sagt der Jugendhausleiter über die Arbeit während Corona. Nicht nur Angebote wie seine fielen ja weg, sondern zum Beispiel oft auch der direkte Kontakt mit den Lehrern.

Jugendhaus darf aktuell öffnen

Das Jugendhaus hat aktuell zu verringerten Öffnungszeiten auf: dienstags von 16 bis 20 Uhr, mittwochs von 16 bis 17 Uhr für alle und von 17 bis 20 Uhr für Mädchen, donnerstags von 16 bis 20 Uhr für ein Gruppenangebot und freitags von 16.30 bis 22 Uhr. Jugendliche, die am Projekt „Jung sein in der Kommune“ interessiert sind, können sich jederzeit an Dominic Eigner wenden, um daran mitzuwirken. Er ist telefonisch unter 0 71 81 / 48 80 19 oder per Mail an jugendhaus@urbach.de zu erreichen.

Im vergangenen Jahr haben 4000 Urbacherinnen und Urbacher Fragebögen ausgefüllt, in denen sie angeben konnten, wie zufrieden sie mit ihrem Leben in der Gemeinde sind. Die Ergebnisse sollen der Verwaltung und dem Gemeinderat im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzepts 2035 bei zukünftigen Entscheidungen eine Richtung vorgeben. Dabei soll auch die Stimme der Jugendlichen einfließen. Die sind laut der Verwaltung aber erfahrungsgemäß schwerer zu erreichen.

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Um junge Menschen

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