Urbach

Weihnachtsbaum-Verkauf in Urbach: Menschen kaufen früher Christbäume – warum?

Weihnachtsbaum
Sonja Ziegler berät eine Kundin beim Weihnachtsbaumkauf auf dem Hegnauhof. © Gabriel Habermann

Kein weihnachtliches Wohnzimmer ist komplett ohne ihn, liebevoll geschmückt und charmant beleuchtet: der Christbaum. Während manche Leute in Urbach ihn erst am Tag vor Heiligabend kaufen, wollen viele den schönen Anblick bereits in der Adventszeit genießen und schlagen schon jetzt zu. Eine Möglichkeit für den Erwerb des grünen Hinguckers bietet der traditionelle Christbaumverkauf auf dem Hegnauhof in Urbach. Wir haben mit Matthias Ziegler von der Familie, die die Bäume verkauft, gesprochen, um herauszufinden, wo die Bäume herkommen, was sie kosten und welche Art sich am besten verkauft.

Am trüben Vormittag ist es beim Christbaumverkauf noch relativ ruhig, immer wieder kommen aber doch Menschen vorbei, um einen Baum zu kaufen. Sonja Ziegler berät zum Beispiel gerade eine Kundin, die ihren Weihnachtsbaum nach eigenen Angaben bereits seit 20 Jahren jedes Jahr auf dem Hegnauhof kauft. Sie entscheidet sich relativ schnell für eine große Nordmanntanne.

Verkaufsschlager auf dem Hegnauhof ist die Nordmanntanne

„Meistverkauft ist immer die Nordmanntanne“, sagt auch Matthias Ziegler. Weil sie einfach weniger nadele als andere Baumarten und die vergleichsweise weichen Nadeln beim Baumschmücken angenehmer seien als stupfigere. Beim Christbaumverkauf auf dem Hegnauhof werden neben den Nordmanntannen aber auch Blaufichten, Korea-Tannen, Colorado-Tannen, serbische Fichten und Kiefern angeboten. Je nach Größe und Art des Baumes kosten die Weihnachtsbäume laut Matthias Ziegler zwischen 15 und 60 Euro. Eine kleine Preiserhöhung habe es aufgrund der allgemeinen Inflation und gestiegenen Energiekosten gegeben, „aber das wirklich moderat“, so Matthias Ziegler.

Damit seine Familie jedes Jahr Christbäume auf ihrem Hof verkaufen kann, pflanzt sie rund um den Hof Baumkulturen an. „Die brauchen sechs, acht oder zehn Jahre, bis sie fertig sind“, sagt Matthias Ziegler. Weil dieser Sommer so heiß war, sei es aber schwierig gewesen, neue Bäume anzupflanzen. Der Herbst sei dafür zum Glück deutlich verregneter gewesen. Allgemein zeige sich aber, dass die Sommer immer trockener werden, so dass auch tiefere Erdschichten trocken sind und selbst schon größere Bäume zu kämpfen haben. Sie einfach ab und an zu gießen sei kein Ersatz für ausreichend Niederschlag, erklärt Ziegler.

Aber auch davon abgesehen: Eine Garantie dafür, dass ein Weihnachtsbaum lange hält, bevor er kaputtgeht, gibt es nicht, meint Matthias Ziegler auf die Frage danach, auf was Menschen beim Weihnachtsbaumkauf achten sollen. „Es ist und bleibt ein Naturbaum.“ Einen Baum herrichten könne er Kunden im Voraus eigentlich nicht. Der eine wolle besonders dichte Zweige, der andere habe wieder andere Ansprüche. Um den Wunschbaum zu finden, müssen die weihnachtlich gestimmten Kunden also selbst auf dem Grundstück der Familie Ziegler herumgehen und die geschlagenen Bäume unter die Lupe nehmen.

Menschen kaufen Bäume 2022 früher als in Vorjahren

In diesem Jahr machen das besonders viele Menschen schon früher als in Vorjahren, ist Matthias Ziegler aufgefallen. Er vermutet, dass seine Kundschaft länger etwas vom Baum haben will, manche würden vielleicht auch über Weihnachten wegfahren und wollten vorher noch ihren Baum genießen. Auf dem Hegnauhof werden die Bäume noch bis kurz vor Weihnachten verkauft, „meistens so bis zum 22.“, sagt Matthias Ziegler. „Das Schöne ist, dass man es auslaufen lassen kann, und wenn man Bedarf hat, geht man in die Kultur und holt noch mal ein paar Bäume nach Bedarf.“ Das sei der Vorteil davon, dass die Familie Bäume vor Ort habe, so gingen keine unnötig kaputt.

Die ersten Christbaumkulturen der Familie auf dem Hegnauhof gibt es nach Angaben von Matthias Ziegler bereits seit Anfang der 90er Jahre als Ergänzung zur Landwirtschaft. „Es war ein kleiner Betriebszweig, den man mit aufgenommen hat.“ Inzwischen sei der Markt schwieriger, weil die Kosten inflationsbedingt insgesamt ansteigen, aber „wir machen Landwirtschaft mit Herzblut und hängen daran“, sagt Matthias Ziegler. Die ganze Familie stehe weiterhin dahinter.

Ziegler geht davon aus, dass seine Weihnachtsbaum-Kunden zufrieden sind – sonst würden sie schließlich nicht wiederkommen.

Kein weihnachtliches Wohnzimmer ist komplett ohne ihn, liebevoll geschmückt und charmant beleuchtet: der Christbaum. Während manche Leute in Urbach ihn erst am Tag vor Heiligabend kaufen, wollen viele den schönen Anblick bereits in der Adventszeit genießen und schlagen schon jetzt zu. Eine Möglichkeit für den Erwerb des grünen Hinguckers bietet der traditionelle Christbaumverkauf auf dem Hegnauhof in Urbach. Wir haben mit Matthias Ziegler von der Familie, die die Bäume verkauft, gesprochen,

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