Urbach

Zu wenig Räume, zu kleine Mensa, undichtes Dach: Soll die Urbacher Wittumschule erweitert werden?

Wittumschule
Das Dach der Schule muss saniert werden, das ist unstrittig. Eine mögliche Aufstockung in diesem Zuge steht jetzt zur Diskussion. © ALEXANDRA PALMIZI

Das Dach des Mittelbaus an der Urbacher Wittumschule ist nicht mehr dicht und muss dringend saniert werden. Die Gemeinde hat jetzt untersuchen lassen, ob in diesem Zuge nicht auch eine Erweiterung des Schulgeländes möglich wäre. Denn die Mensa platzt aus allen Nähten. Und die Schule steuert auf eine Dreizügigkeit zu, benötigt also weitere Klassenräume.

Eine Machbarkeitsstudie kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass eine Aufstockung des Mittelbaus sowie eine Erweiterung der Mensa grundsätzlich möglich wären. Im Gemeinderat wurde eine mögliche Erweiterung indes mit Skepsis betrachtet – auch aufgrund der voraussichtlichen Kosten von etwa 2,8 Millionen Euro.

Die Raumnot ist groß an der Gemeinschaftsschule

Die Sicht der Schulleitung dazu ist klar: „Die vorhandenen Räume sind komplett ausgenutzt, und es werden bereits Fachräume als Klassenzimmer mit benutzt, was eine große Kreativität im Bereich des Stundenplans erfordert“, teilt Schulleiter Matthias Rieger in einer schriftlichen Stellungnahme an die Gemeinde mit. Sowohl in der Primar- als auch in der Sekundarstufe sei die Schule mittlerweile räumlich am Limit angekommen. Das hänge mit der „großen Akzeptanz des Systems Gemeinschaftsschule und speziell des Systems der Wittumschule in der Sekundarstufe zusammen“.

Momentan Drei-Schicht-Betrieb in der Mensa

Und auch die Mensa werde so stark nachgefragt, dass diese nicht nur im Drei-Schicht-System betrieben werde, sondern bereits der Musiksaal mitbenutzt werden müsse. „Vor allem bei schlechtem Wetter stehen wir hier vor einem massiven Problem“, so Rieger.

Nicht zuletzt sei auch im Bereich der Ganztagsbetreuung der Bedarf groß. „Eine Erweiterung der Räume würde uns die Möglichkeit geben, vier Gruppen komplett versorgen zu können, was der Anzahl der Klassenstufen entspricht und von den Zahlen her immer notwendiger wird.“

Architekt Gebhard Kölz ist in seiner Machbarkeitsstudie jetzt zu dem Schluss gekommen, dass eine Aufstockung des Mittelbaus möglich wäre – und zwar als Holzbau mit Flachdach. Vier Klassenräume könnten dort untergebracht werden sowie zwei weitere kleine Räume, deren Nutzung noch zu klären sei.

Für die Mensa hat der Winterbacher Architekt zwei mögliche Erweiterungen untersucht: eine eingeschossige sowie eine zweigeschossige, bei der zusätzlich noch Räumlichkeiten für die Ganztagsbetreuung entstehen würden. Beides wäre aus Sicht von Kölz, der alle Erweiterungen und Umbaumaßnahmen der Wittumschule in den letzten Jahrzehnten geplant und begleitet hat, möglich.

Werden die Schülerzahlen wieder sinken?

Ursula Jud (Freie Wähler) hielt das alles für „gut nachvollziehbar“, hätte sich aber vorab mehr Informationen zur Raumsituation gewünscht. Auch mit Blick auf das Gemeindeentwicklungskonzept, die hohen Kosten und die perspektivisch sinkenden Schülerzahlen, „möchte ich die Ampel jetzt erst mal auf Gelb schalten, das ist der Auftrag meiner Fraktion. Für die Erweiterung der Mensa sprechen wir uns aber ganz klar aus, und zwar für eine eingeschossige Lösung“.

Auch Siegrun Burkhardt (SPD) sagte, „mir geht es, wie Frau Jud, ein bisschen zu schnell“. Zunächst müsse man generell die Frage diskutieren: „Wo geht die Bildungslandschaft hin?“

Die Schule wird „von ihrem Erfolg überrannt“

Jürgen Hieber (Grüne) sagte, dass die Aufstockung im Mittelbau zwar „sehr attraktiv“ sei, „gleichwohl werden die Schülerzahlen mittelfristig sinken“. Es sei daher noch zu früh, um das Architekturbüro schon mit einer Entwurfsplanung zu beauftragen, wie im Beschlussvorschlag der Verwaltung vorgesehen.

„Die Wittumschule wird von ihrem eigenen Erfolg überrannt“, antwortete Bürgermeisterin Fehrlen. Die Nachfrage sei groß, dabei übernehme die Schule primär Urbacher und Plüderhäuser Schüler – und nur wenn dann noch Plätze frei sind, Schüler von anderen Kommunen. Außerdem wachse der Bereich der Ganztagsschule beständig weiter, ein möglicher Rechtsanspruch werde zudem in absehbarer Zeit wahrscheinlich kommen, „und dann wird es sehr eng“.

Vorerst nur das Dach sanieren?

Manfred Wrobel-Adelhelm sagte, aus seiner Sicht würde einer Aufstockung des Mittelbaus nichts im Wege stehen. Der BLU-Rat wollte jedoch zunächst wissen, was eine reine Dachsanierung kosten würde.

Bei der Dachsanierung sei man unter einem gewissen Zeitdruck, sagte Reiner Wittmann vom Bauamt: „Das ist undicht, es tritt Wasser ein.“ Ein, zwei Jahre könnte man eine Sanierung, für die rund 160 000 Euro veranschlagt sind, mit einfachen Maßnahmen eventuell noch herauszögern. Dringender Handlungsbedarf bestehe zudem bei der Heizungsanlage. „Wir sind froh, wenn wir sie über diesen Winter noch rüberretten können.“

Katrin Foschiatti (CDU) gab zu bedenken, dass ein Umbau im laufenden Schulbetrieb eine große Belastung sei, und bat darum, auch einen möglichen Neubau zu prüfen.

So etwas sei „in fernerer Zukunft im südlichen Bereich möglich“, meinte Architekt Kölz. Allerdings, so Bürgermeisterin Martina Fehrlen, würden bei einer solchen Erweiterung die Wege im Schulgebäude länger.

Jürgen Schlotz (SPD) sagte: „Für mich käme ein Neubau nicht infrage.“ Und zu einer möglichen Erweiterung: „Wenn man’s braucht, sollte man es jetzt machen. Wir müssen den Bedarf aber noch mal diskutieren.“

Thema kommt erneut in den Gemeinderat

Thomas Mihalek (Freie Wähler) gab zu bedenken, dass in die Plüderhäuser Hohbergschule viel Geld investiert wurde – und dann die Schülerzahlen sanken. „Ich will nicht ins Gleiche reinlaufen.“ Die Erweiterung der Mensa stehe aus seiner Sicht außer Frage, „mit dem Aufstocken, das weiß ich nicht, da rückt man den Nachbarn zu sehr auf die Pelle“. Mihalek meinte, „diese Diskussion gehört in den Gemeinderat“, dann auch verbunden mit der Frage, wie es bei der Atriumschule weitergehe.

Bürgermeisterin Martina Fehrlen, die in der Sitzung mehrfach betonte, dass die Machbarkeitsstudie lediglich aufzeige, was denkbar sei, und damit noch kein Baubeschluss anstehe, sah dann von ihrem Beschlussvorschlag ab – und versprach: „Wir kommen wieder mit dem Thema.“

Das Dach des Mittelbaus an der Urbacher Wittumschule ist nicht mehr dicht und muss dringend saniert werden. Die Gemeinde hat jetzt untersuchen lassen, ob in diesem Zuge nicht auch eine Erweiterung des Schulgeländes möglich wäre. Denn die Mensa platzt aus allen Nähten. Und die Schule steuert auf eine Dreizügigkeit zu, benötigt also weitere Klassenräume.

Eine Machbarkeitsstudie kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass eine Aufstockung des Mittelbaus sowie eine Erweiterung der Mensa

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