Waiblingen

Überraschender Abschied vom „Fidels Fritz“

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Weiter geht’s: Michael Sprenger (links) von der Betreibergesellschaft Fidel Gastro und Schwanen-Chef Cornelius Wandersleb. © Büttner / ZVW
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Fidels Fritz
Der ehemalige Wirt verlässt die Schwanen-Kulturbar nach nur einem Jahr. © Benjamin Büttner

Waiblingen. Er hat der Schwanen-Kneipe Leben eingehaucht – doch nach nur einem Jahr verabschiedet sich Wirt Salim Çil schon wieder vom „Fidels Fritz“. Die gute Nachricht für alle Besucher: Ansonsten soll sich möglichst wenig ändern. Nachfolgerin wird Astrid „Assy“ Bieker, bekannt als gute Seele der Urbacher Kult-Kneipe „Zom Täle“.

Für Schwanen-Chef Cornelius Wandersleb kam die Nachricht „aus heiterem Himmel“: Salim Çil hat seinen Vertrag als Wirt der Schwanen-Kneipe nicht verlängert. Nur ein Jahr nach dem Neuanfang ist, zum Bedauern vieler, Schluss. Er suche einen Job, der sich zeitlich in Grenzen halten lässt, so Wandersleb. Die Bar hat an sechs Tagen geöffnet, dazu kümmerte sich Çil mit Herzblut um Kultur.

Nachfolgerin kommt aus Urbach

Die Betreiber von der Firma „Fidel Gastro“ brauchten nun ein Weilchen, um sich zu sortieren und an einer Lösung zu basteln. Aus Urbach kommt sie – und zwar in Person von Astrid „Assy“ Bieker. Sie stand viele Jahre im „Täle“ hinter der Theke, garantiert also für gastronomische Erfahrung und arbeitet im Waiblingen auch schon seit einiger Zeit mit. In der Kult-Kneipe, die ebenfalls von der Fidel Gastro betrieben wurde, war im August nach mehr als 30 Jahren das Licht endgültig ausgeknipst worden.

Einrichtung im Fidels Fritz bleibt

Das bodenständige Holzparkett, der prächtige hellblaue Buffetschrank und das antiquarische Knautschsofa: Die Wohnzimmer-Behaglichkeit wird dem Fidels Fritz erhalten bleiben. Der scheidende Wirt hat die Möbel gemeinsam mit einer guten Freundin, der Schorndorfer Modedesignerin Miriam Lehle, ausgesucht. Stunden und Tage hatten sie dafür auf Flohmärkten verbracht, scheinbar Unpassendes kreativ im Retro-Stil kombiniert. Hinzu kam jüngst ein altes Klavier, das zwar noch der Feinstimmung bedarf, das dennoch schon von Gästen eingeweiht wurde. Wer kann und möchte, darf darauf spielen.

„Der Neustart hat sich absolut gelohnt“

Zur Erinnerung: Im Sommer 2016 war die bis dato schlecht frequentierte Kneipe im Kulturhaus von Grund auf renoviert worden. Die mittlerweile in der Mitte ihrer 40er angekommene Gründergeneration der IG Jung hatte noch vergeblich um den Erhalt der in Eigenarbeit entworfenen und gezimmerten Sputnik-Theke gekämpft, die aber dem Neustart im Wege stand. Der unterkühlte Charme der früheren Luna-Bar sollte der Vergangenheit angehören. Aus heutiger Sicht machen Cornelius Wandersleb und Michael Sprenger von Fidel Gastro klar: „Der Neustart hat sich absolut gelohnt.“ Der Besuch wurde langsam, aber stetig besser. Bestes Zeichen: Für Freitag vergangener Woche gab es zwölf Reservierungen zum Essen. So etwas kam früher nie vor. Geschweige denn, dass die Kneipe vor und nach Veranstaltungen im Schwanensaal voll ist, wie jetzt üblich. Das Fidels Fritz hat sich zudem als Lokal etabliert, in das man „einfach so“ gehen kann, ohne dass Veranstaltungen stattfinden.

Gute Drähte zur jungen Musikerszene

Diese positive Entwicklung wollen Cornelius Wandersleb und Michael Sprenger auf jeden Fall fortsetzen. Das Kultur-Programm wird sich nicht großartig verändern, versichert der Betreiber, der auch den benachbarten Biergarten führt. So wolle man den „musikalische Donnerstag“ im Fidels Fritz hegen und pflegen. Fürs kleine, aber umso feinere Programm zeichnet der Schorndorfer Sänger und Poet Sascha Santorineos verantwortlich. „Er kennt die junge Musikerszene in der Region und hat das nötige Netzwerk“, sagt Cornelius Wandersleb. Ella Raetzer, Servicekraft im Fidels und Sängerin der Band Black Virginia Creeper, unterstützt ihn.

Speisekarte wird überarbeitet

An den beliebten Tanz-Abenden und der offenen Bühne mit Christian Langer von den „Füenf“ wird erst recht nicht gerüttelt. Zur Open Stage werden an lauen Abenden die Türen zur Terrasse geöffnet, so fanden schon mehr als 100 Zuhörer Platz. Die stilvollen Abende mit kulinarischen und kulturellen Schmankerln wurden laut Cornelius Wandersleb eingestellt, weil der Aufwand zu hoch war. Überarbeitet wird derzeit die Speisekarte. Schwäbisch-mediterran bleibt sie, so viel steht fest – und: „Den Wurstsalat gibt’s auch in Zukunft.“


Offene Bühne, Folk und mehr

Offene Bühne, Folk und mehr

Dienstag, 17. Oktober, 20 Uhr: Offene Bühne. Laien, Anfänger und Profis präsentieren an jedem dritten Dienstag des Monats ihre Talente im Fritz im Schwanen – moderiert von Musiker und Entertainer Christian Langer (Die Füenf). Sich anmelden und auftreten kann jeder – ob Kabarettisten, Musiker, Comedians, Poetry Slammer, Pantomimen, Schauspieler, Tänzer, Zauberer oder Jongleure.

Freitag, 27. Oktober, 20 Uhr: Olimpia & The Diners. Die italienische Songwriterin Olimpia singt auf Deutsch und Italienisch und wird bei diesem Konzert vom hochkarätigen Musikertrio „The Diners“ begleitet.

Donnerstag, 2. November, 19.30 Uhr: Musikalischer Donnerstag mit dem Amrhán-Trio. Der Musikstil der Band ist geprägt von Irish Folk, jiddischen Liedern und Folkthemen aus ganz Europa.

Samstag, 18. November: Salsa-Party.