Waiblingen

100 Jahre Christusbund Endersbach

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Jubilaeum
Der runde Geburtstag wurde mit einem Jubiläumsgottesdienst gefeiert. © Schneider / ZVW
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Engagement ist selbstverständlich: Fast alle Mitglieder des Christusbunds bringen sich ehrenamtlich in ihrer Gemeinde ein. Im Schnitt besuchen 45 Erwachsene und rund 15 Kinder die sonntäglichen Gottesdienste im Gemeinschaftshaus in der Beutelsbacher Straße 16. Auch die regelmäßige Bibel-Lektüre in Hauskreisen wird großgeschrieben. © Christusbund
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Wird es jetzt vom 31. März bis 3. April wieder geben: Die Legostadt-Aktion. © Christusbund
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1987: Radeltour der Jungschar. © Christusbund
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Die 1923 erbaute Baracke des Christusbunds in der Beutelsbacher Straße 16 wurde 1970 abgerissen. © Christusbund
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1970 wurde das neue Gemeinschaftshaus gebaut. © Christusbund

Weinstadt-Endersbach. Sie sind Teil der Evangelischen Kirche – aber müssen sich selbst finanzieren: Der Christusbund, einst von pietistischen Brüdern nach Endersbach gebracht, feiert mittlerweile seinen 100. Geburtstag. Die wöchentlichen Bibelkreise spielen in der kleinen Gemeinde eine zentrale Rolle – und fast jeder bringt sich ehrenamtlich ein.

Wenn die Zahl der Mitglieder prozentual so schrumpfen würde wie bei der Evangelischen oder der Katholischen Kirche, dann hätte der Württembergische Christusbund Endersbach ein echtes Problem. Er hat nicht mal 100 Mitglieder, muss sich allein finanzieren – und ohne Eigenleistung läuft sowieso nichts. Sei es beim Herrichten der Parkplätze im vergangenen Jahr oder jüngst beim Bau des Gartenhäuschens, das als zusätzlicher Jugendraum dienen wird. „Es gibt bei uns fast niemanden, der nichts gemacht hat“, sagt Gemeinschaftsleiter Achim Friedrich. Der Bauingenieur ist so was wie der Vorsitzende, auch er stemmt alles ehrenamtlich. Sorgen um den Fortbestand des Christusbunds in Endersbach muss er sich laut eigenen Angaben nicht machen. Wenn er auf die vergangenen zehn Jahre zurückblickt, stellt er fest, dass die Gemeinschaft sogar um wenige Leute gewachsen ist. Das freut Achim Friedrich – insbesondere mit Blick auf die heranwachsende Generation, deren Glauben er festigen will. „Wir wollen den jüngeren Menschen Gottes Wort nahebringen – in einer guten Art und Weise, bei der sie es in ihrer Sprache verstehen können.“

Die Rolle der Laien ist dabei sehr ausgeprägt. Klar gibt es auch Pastoren – aber im Bezirk Remstal, einer von sechs rund um Stuttgart, teilen sich die 14 Christusbundgemeinden lediglich zwei Geistliche und zwei Jugendreferenten. Was aber laut Achim Friedrich keinen Nachteil bei der Gestaltung von Gottesdiensten hat. „Wir praktizieren das Priestertum für alle – wie es in der Bibel beschrieben ist.“ Das wöchentliche Studium der Bibel spielt eine zentrale Rolle im Christusbund, wie einst zu den Zeiten der Wengerterbrüder Munder aus Cannstatt, die 1915 beseelt von ihrem eigenen Erweckungserlebnis im Remstal um weitere Anhänger warben. Und eine Veranstaltung im örtlichen Gasthaus Lamm zeigte ihre Wirkung: Bereits 1916 wurde die Mundersche Gemeinschaft gegründet. Anfangs trafen sich ihre Anhänger zur Bibelarbeit in verschiedenen Stuben – bis sie von einer großzügigen Grundstückspende profitierten und 1923 an der Beutelsbacher Straße 16 eine Baracke errichten konnten. Und da sind sie immer noch.

„Wir haben das nicht auf Pump finanziert“

Natürlich hat sich der Endersbacher Christusbund längst ein modernes Gebäude geleistet. Seit 1970 steht es, wurde natürlich zwischenzeitlich auch renoviert. Möglich war das aber nur, weil praktisch alle Mitglieder mitanpackten, so dass nur für wenige Arbeiten Handwerker bezahlt werden mussten. Nicht zu vergessen die großzügigen Einzelspenden. „Wir haben das nicht auf Pump finanziert“, stellt Achim Friedrich klar. Ein großes Glück ist für den Endersbacher Christbund auch der Umstand, dass er für viele Freizeiten auf Heime der gesamten Gemeinschaft zurückgreifen kann – sei es in Kroatien, an der Nordsee oder in Schmalenberg im Welzheimer Wald. Einen richtig dicken Reiseprospekt gibt es da jedes Jahr, der sich „Leuchtfeuer“ nennt. Und da wird natürlich, wie es im Programm heißt, viel Wert auf die tägliche Verkündigung von Gottes Wort gelegt.

Allerdings versuchen die Leute vom Christusbund auch, sich im öffentlichen Leben vor Ort einzubringen. Mit der Feuerwehr organisierten sie einst das Indiacaturnier, machten beim Sommerferienprogramm der Stadt mit – und auch beim Endersbacher Weihnachtsmarkt waren sie viele Jahre mit einem Stand präsent, an dem es echte Schafe gab. Seit der Weihnachtsmarkt aber von Freitagabend bis Sonntagabend andauert, ist der Christusbund nicht mehr dabei. „Das ist zu schwierig zu stemmen vom Personal“, sagt Achim Friedrich. Den Namen Christusbund gibt es übrigens noch nicht so lang. Früher hieß die Glaubensgemeinschaft Brüderbund, aber den Namen hat die Gemeinschaft in der heutigen Zeit als nicht mehr ganz so gelungen wahrgenommen. Denn der klingt natürlich nach einem Männermönchsorden – und das sind die Endersbacher nun wirklich nicht. „Wir haben selbstverständlich auch Schwestern hier.

Lego-Stadt mit biblischen Baustellen

Nach einigen Jahren Pause hat der Württembergische Christusbund Endersbach wieder die Lego-Stadt im Angebot. Bei ihr werden Geschichten über biblische Baustellen mit dem Spaß am Legospiel verbunden. Dazu gibt es eine Kleinigkeit zum Essen.

Jungs und Mädchen im Alter von acht bis 13 können von Donnerstag, 31. März, bis Sonntag, 3. April, im Gemeinschaftshaus des Christusbunds in der Beutelsbacher Straße 16 in Endersbach vorbeikommen – und zwar von Donnerstag bis Samstag jeweils von 14.30 bis 17.30 Uhr. Am Sonntag wird die Lego-Stadt mit einem Gottesdienst eröffnet, der um 10.30 Uhr anfängt. Infos gibt es bei Dieter Böhringer unter Tel. 0 71 51/61 07 17.