Waiblingen

2023: Waiblinger Wasserstoff-Tankstelle nahe der Alten Bundesstraße

Wasserstoff kehrmaschine
Wasserstoff-Logo auf einem Dienstfahrzeug des Betriebshofs. © Benjamin Büttner

Ursprünglich war die Wasserstoff-Tankstelle in Zusammenhang mit der Ansiedlung von Daimler für das Hess-Areal vorgesehen. Der Standort wurde als nicht geeignet verworfen. Nach langer Suche scheint ein alternativer Standort gefunden, ganz in trockenen Tüchern ist die Entscheidung aber noch nicht: Der Plan lautet, die Wasserstoff-Tankstelle und den zugehörigen Elektrolyseur im Bereich von Düsseldorfer Straße und Waiblinger Tor zu errichten.

OB Hesky: „Eine Zukunftstechnologie“

Ein wichtiger Schritt dahin ist derweil fix: Die Stadtwerke Waiblingen bauen mit Unterstützung des nordfriesischen Energiewende-Spezialisten GP Joule ein regionales Wasserstoff-Ökosystem auf. Dafür haben die beiden Unternehmen die gemeinsame Projektgesellschaft „hy.waiblingen“ gegründet. Sie soll den Elektrolyseur mit einer Leistung von zwei Megawatt errichten, der von Ende 2023 an Wasserstoff aus regionalem Ökostrom erzeugen soll.

Der „grüne“ Wasserstoff soll ebenfalls ab Ende 2023 an einer öffentlichen Tankstelle in Waiblingen erhältlich sein. Wohlgemerkt: nicht an einer Tankstelle, die bereits existiert und an der Benzinerautos tanken. Es handelt sich um eine reine Wasserstoff-Tankstelle, die für Busse und Lkw mit einem Druck von 350 bar und für Pkw 700 bar zur Verfügung stellt.

Busse mit Brennstoffzellen

Als feste Abnehmer sind zunächst neun Brennstoffzellen-Busse im Waiblinger Nahverkehr und zwei Doppelkabinenfahrzeuge für die Straßenmeisterei im Rems-Murr-Kreis eingeplant. Das teilen die Stadtwerke Waiblingen mit. Auch im Fuhrpark der „hy.waiblingen“-Gesellschaft und der Stadtwerke Waiblingen werden fünf Autos mit Wasserstoff betrieben werden. Die am Elektrolyseur entstehende Abwärme soll in ein Fernwärmenetz eingespeist werden. Das steigere den Gesamtwirkungsgrad der Anlage erheblich. Die genaueren Planungen laufen noch. Waiblingen schafft für den Betriebshof eine Wasserstoff-Kehrmaschine an.

„Wir sind stolz, als Stadtwerke Waiblingen die Energiewende regional tatkräftig voranzubringen und eine so neue Technologie in unser Portfolio mit aufzunehmen. Wir freuen uns auf das anstehende Projekt“, sagt Bernhard Zipp, Technischer Leiter der Stadtwerke Waiblingen und Geschäftsführer der „hy.waiblingen“.

„Als Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender erfüllt es mich mit Freude und Stolz, dass unsere Stadtwerke Waiblingen mithelfen, einer klimaneutralen Zukunftstechnologie zum Einsatz im Alltag zu verhelfen, und Waiblingen der Standort dafür ist. Allen Beteiligten bei den Stadtwerken und der Stadtverwaltung danke ich herzlich. Der Gemeinderat und der Aufsichtsrat sind von diesem Projekt überzeugt“, sagt Andreas Hesky.

Das Beispiel soll Privatleute überzeugen

André Steinau, ebenfalls Geschäftsführer der hy.waiblingen und Leiter des Geschäftsbereichs Wasserstoff bei GP Joule, erklärt: „Die Akzeptanz vor Ort bildet die Grundlage für unser Handeln. Wenn der Zusammenhang zwischen erneuerbarer Energieerzeugung und der Abnahme vor Ort deutlich wird, können wir die Bürger und Bürgerinnen von unseren nachhaltigen Projekten überzeugen. Mit den Wasserstoffbussen, unseren Firmenautos und hoffentlich vielen weiteren Pkw wird dieser Zusammenhang direkt erfahrbar.”

Elektrolyseur erzeugt 259 Tonnen Wasserstoff jährlich

Der Elektrolyseur wird laut Pressemitteilung der Stadtwerke eine Menge von bis zu 259 Tonnen grünen Wasserstoff jährlich erzeugen. Das entspricht den täglichen Tankvorgängen von 22 Bussen und 32 Pkw und demnach einer Gesamtreichweite von bis zu 28.000 Kilometer.

Landrat Dr. Richard Sigel verkündet seine Unterstützung: „Wir freuen uns, mit hy.waiblingen einen starken Partner zu haben, mit dem wir gemeinsam die grüne Wasserstofftechnologie im Rems-Murr-Kreis voranbringen können.“

Das Unternehmen GP Joule als Partner der Stadtwerke Waiblingen ist spezialisiert auf erneuerbare Energien und bietet integrierte Energielösungen aus Sonne, Wind und Biomasse. Es agiert als Versorgungspartner für Strom, Wärme, Wasserstoff sowie Elektro-Mobilität. Für die mittelständische Unternehmensgruppe arbeiten rund 450 Menschen in Deutschland, Europa und Nordamerika.

Ursprünglich war die Wasserstoff-Tankstelle in Zusammenhang mit der Ansiedlung von Daimler für das Hess-Areal vorgesehen. Der Standort wurde als nicht geeignet verworfen. Nach langer Suche scheint ein alternativer Standort gefunden, ganz in trockenen Tüchern ist die Entscheidung aber noch nicht: Der Plan lautet, die Wasserstoff-Tankstelle und den zugehörigen Elektrolyseur im Bereich von Düsseldorfer Straße und Waiblinger Tor zu errichten.

OB Hesky: „Eine

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